1000Kreuzfahrten Dreamlines

Hanse Ventures verkauft 1000Kreuzfahrten

Das Kreuzfahrtportal Dreamlines hat zum 1. November 2013 den Mitbewerber 1000Kreuzfahrten (www.1000kreuzfahrten.de) übernommen. Dreamlines wird 1000Kreuzfahrten künftig als eigene Marke weiter betreiben, beide Portale firmieren nun unter der Dreamlines-Adresse am Neuen Wall in Hamburg. Bisher saß 1000Kreuzfahrten im Hause des Inkubators Hanse Ventures Am Sandtorkai in der Elbstadt.

2010 war 1000Kreuzfahrten von Hanse Ventures, welches weitere Startups wie Rebelle, HochzeitsPlaza und Pflege.de in seinem Portfolio hält, gegründet worden. Auf dem Portal können Interessierte genau wie beim 2012 gegründeten Dreamlines Kreuzfahrtanbieter vergleichen, Fahrten buchen und planen.

1000Kreuzfahrten konnte kritische Größe nicht erreichen

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Bereits im Gründungsjahr war von einer Krise beim Portalbetreiber Captain Travel die Rede, als sich Hanse Ventures sowohl von den Gründern Julian Jünemann und Florian Rudolph als auch den Mehrheitsgesellschaftern trennte. Die gemeinsam gesteckten Ziele – Captain Travel war ursprünglich als ein Lead-Generation-Projekt für Reisen vorgesehen – seien zum damaligen Zeitpunkt nicht erreicht worden und für eine externe Finanzierung soll Captain Travel zu schlecht performt haben sowie sich aus seinen eigenen Umsätzen nicht habe tragen können, gab Hanse-Ventures-Gründer Sarik Weber damals gegenüber Gründerszene zu Protokoll.

Auch in der Pressemitteilung Dreamlines‘ zur Übernahme heißt es nun, 1000Kreuzfahrten habe „in der vorgegebenen Zeit aus eigener Kraft nicht die kritische Größe erlangt, um die Wachstumsziele zu erreichen.“ Über den Kaufpreis der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Hohe Summen werden beim Kauf jedoch offenbar nicht über den Tisch gegangen sein.

Ob der Geschäftsführer Klaus-Dietrich Gast bleiben darf und was aus den restlichen 1000Kreuzfahrten-Mitarbeitern wird, ist Gründerszene noch nicht bekannt. Die Website von 1000Kreuzfahrten ist im Übrigen seit heute nicht erreichbar.

Update vom 14.11.: Hanse Ventures hat gegenüber Gründerszene eine Stellungnahme zu den Gründen des Verkaufs sowie dem Schicksal der 1000Kreuzfahrten-Mitarbeiter abgegeben. Derer zufolge wurde keiner der Mitarbeiter übernommen:

„1000Kreuzfahrten hat mit einem kleinen Team von zuletzt fünf Mitarbeitern einen monatlich sechsstelligen Umsatz erwirtschaftet und einen breiten Kundenstamm aufgebaut, jedoch fehlte die gewünschte Wachstumsdynamik. Zudem sind die Margen im Markt der Kreuzfahrtvermittler durch die Konkurrenz zu den Online-Angeboten der Reedereien und aufgrund der Praxis einiger Marktteilnehmer, den Kunden zusätzliches Bordguthaben zu Lasten der eigenen Provision zu gewähren, stark unter Druck. Vor dem Hintergrund dieser Marktentwicklung war es naheliegend, sich einem starken Partner anzuschließen. Ehemaligen Mitarbeitern von 1000Kreuzfahrten wurden teilweise Job-Angebote von Dreamlines gemacht, es ist jedoch kein Mitarbeiter zu Dreamlines gewechselt. Klaus-Dietrich Gast ist noch bis Ende des Jahres Geschäftsführer und stellt sich dann einer neuen Herausforderung.“

Einem Insider zufolge waren im Mai 2013 noch rund 20 Mitarbeiter bei 1000Kreuzfahrten beschäftigt, zum Zeitpunkt der Übernahme noch die von Hanse Ventures erwähnten fünf.

Die Website war gestern aufgrund des Umzugs der Plattform vorübergehend offline, seit heute ist diese wieder erreichbar.

Update vom 14.11.: Nach Aussagen Dreamlines stehen die Entlassungen der 1000Kreuzfahrten-Mitarbeiter nicht im Zusammenhang mit der Übernahme. Zum Zeitpunkt der Übernahme sei – bis auf den Geschäftsführer – bereits kein Mitarbeiter mehr bei 1000Kreuzfahrten beschäftigt gewesen sein. Die offizielle Stellungnahme lautet wie folgt:

„Das Team wurde im Laufe des Jahres bereits verkleinert. Im Sommer bestand das Team aus zwölf Mitarbeitern, im Herbst noch aus fünf Mitarbeitern. Die Kündigungen haben im Vorfeld und unabhängig von der Übernahme statt gefunden, da 1000Kreuzfahrten sich zugunsten des Ergebnisses verkleinert hat. Einigen ehemaligen Mitarbeitern von 1000Kreuzfahrten wurden von Dreamlines Job-Angebote gemacht.“

Originalartikel vom 13.11.2013.
Bild: 199048 (Jens Kemle) / PantherMedia