Adyen-Stand auf einer Konferenz in Berlin

Die niederländische  Tech-Bude Adyen ist so etwas wie ein gemeinsamer Nenner von alter und neuer Welt: Zu den Kunden gehören junge Unternehmen wie Facebook, Spotify, Uber, Airbnb – mittlerweile aber auch die niederländische Fluglinie KLM, der Logistik-Konzern TNT und Airberlin. Sie alle wickeln über das Unternehmen ihre bargeldlosen Zahlungen ab.

Vor neun Jahren gegründet, folgte im vergangenen Jahr der große Knall. In einer Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen 250 Millionen Dollar ein, und stieg mit einer Bewertung von 1,5 Milliarden in die Riege der Einhörner auf.

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Nun folgt der zweite Paukenschlag: Nur ein halbes Jahr später investiert Iconiq in das holländische Unternehmen. Der Fonds verwaltet unter anderem das private Vermögen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder Twitter-Gründer Jack Dorsey. Er hat den Spitznamen: „Zuck & Friends’ secret billionaire fund“. Nach dieser Finanzierung ist das Unternehmen 2,3 Milliarden Dollar wert, wie der Business Insider berichtete.

Gründer Pieter van der Does versteht sein Unternehmen als Bankenschreck: „Wir wollen ihnen den Bereich Zahlungsverkehr komplett entreißen“, sagte er Spiegel Online. Sein System ermöglicht bargeldlosen Zahlen im Netz, aber auch über das Smartphone oder am Point-of-Sale. Dabei geht es nicht um die Bezahlungsart – die funktioniert weiterhin mit Kreditkarte oder Paypal – sondern um die Zahlungsabwicklung dahinter.

Der Bankenschreck aus Amsterdam

Dem Business Insider erklärte CCO Roelant Prins die Vorteile von Adyen: „Ein großes Problem für die Händler ist es, dass ungefähr 15 Prozent der Kreditkartenzahlungen abgelehnt werden, aber nur ein Viertel davon wegen ungedeckter Karten.“ Die Systeme der Banken seien 30 bis 40 Jahre alt. „Du hast diese alten Systeme, die versuchen miteinander zu interagieren und die Bezahlung möglich zu machen“, sagte Prins.

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Das Tech-Unternehmen aus Amsterdam bündelt die verschiedenen Aktionen: Den Zahlungsdurchgang, die Risikoabschätzung und die Technologie. Die genehmigten Kreditkartenzahlungen ließen sich um zwei bis vier Prozent steigern. Für große Anbieter wie AirBnB erhöht bereits dieser geringe Prozentsatz den Umsatz enorm. Ein weiterer Vorteil: Die internationalen Händler bräuchten für Online-Shops und stationären Handel nur eine Plattform.

Im vergangenen Jahr hätten die Händler 35 Milliarden Dollar an Zahlungen über Adyen abgewickelt. Und das Unternehmen selbst konnte seine Umsätze in den vergangenen Jahren jeweils verdoppeln. Auch in diesem Jahr geht Adyen davon aus – 300 Millionen Dollar wären es dann.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch