Warum SoundCloud-Gründer Alex Ljung dieses Interview überhaupt gegeben hat, weiß wohl nur er. Das Branchenportal Musicbusiness Worldwide hatte ihn zum Gespräch gebeten. Es ging um Apple Music, die Zukunft seines Unternehmens und das ewig währende Thema Copyright. Ljung aber war alles andere als auskunftsfreudig: Der SoundCloud-CEO legte sich nicht fest und antwortete mehr als einmal mit: „No comment.“

Vor allem bei der noch immer ungelösten Copyright-Frage suchte Ljung nach Ausflüchten. Seit Ende 2014 hat SoundCloud mit Warner zwar eines der großen drei Labels als Partner an Bord, seit kurzem sind auch eine große Zahl an Indie-Labels dabei – doch mit Sony und Universal gibt es noch immer keine Lizenzvereinbarungen.

Ein paar Highlights aus dem Nicht-Gespräch:

Wie zuversichtlich ist Ljung, mit den beiden Musik-Riesen bald einen Deal schließen zu können? „Ich werde überhaupt keine möglichen Vereinbarungen kommentieren“, antwortet der SoundCloud-Chef. Was andere Partner angehe, „werden wir das bekanntgeben, wenn wir es bekanntgeben“.

Würde es einen großen Unterschied machen, wenn Sony in einem Jahr noch immer nicht dabei wäre? „Fragen Sie mich in einem Jahr. Ich gebe keinen Kommentar zu potenziellen Partnern oder ihrer potenziellen Zukunft in einem potenziellen Fall ab.“

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Warner soll für seine Zustimmung fünf Prozent der SoundCloud-Anteile bekommen haben. Korrekt? „Wir geben keinen Kommentar zu irgendeiner potenziellen Deal-Struktur ab.“

Sony ließ Anfang Mai Inhalte von SoundCloud entfernen. Wie seine Reaktion gewesen sei? „Kein Kommentar.“

Wie viele Leute würden wohl bereit sein, für ein SoundCloud-Abo zu zahlen? „Ich werde mich hierzu nicht offiziell äußern. Fragen Sie [Musikmanager] Ralph Simon oder einen Zukunftsforscher.“

Wird SoundCloud irgendwann einmal profitabel sein? „Ja.“

Wann? „Kein Kommentar.“

Zugegeben, zu einem einzigen Thema gab Alex Ljung dann doch noch eine verwertbare Antwort: Er kommentierte den Start des Streamingdiensts Apple Music. Der jage ihm überhaupt keine Angst ein, so Ljung, im Gegenteil: „Ich kann mir kein anderes Szenario vorstellen, als dass mit all den Marketing-Dollars, die sie ausgeben werden, die Aufmerksamkeit für Streaming massiv steigen wird.“ Davon werde dann auch SoundCloud profitieren, glaubt Ljung. Vielleicht kann er dann auch wieder entspanntere Interviews geben.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von LeWeb14