Onlinedrogerie, AllesAnna.de, Online-Drogerie

Erst in der jüngeren Vergangenheit hatte Gründerszene mit LisaLiefert bereits ein Ecommerce-StartUp vorgestellt, das sich dem Verkauf und der Lieferung von Gebrauchsgegenständen des Alltags verschrieben hat. Mit AllesAnna.de (www.allesanna.de) geht nun ein weiteres StartUp in diesem Segment online. Die Online-Drogerie verspricht Drogerie- und Haushaltsartikel zu günstigen Preisen.

Obwohl AllesAnna.de erst im Mai diesen Jahres gegründet wurde und noch das beliebte „Beta“ über seinem logo prangern hat, sieht die Webseite bereits sehr viel versprechend aus. Die Optik des Onlineshops wirkt frisch-modern und auch serviceseitig sind interessante Angebote am Start: Kunden die bei AllesAnna.de bestellen werden keine Versandkosten berechnet und wer mit seinen Produkten nicht zufrieden ist, kann diese 100 Tage lang zurückschicken. Neben Kundenbewertungen und einer angekündigten Kauf-Erinnerungsfunktion – wem geht schon gerne die Zahnpasta aus – dürften bald auch entsprechende Recommendation-Funktionen folgen.

Das Unternehmen aus Berlin wirbt damit, ähnlich günstig wie der stationäre Handel zu sein und tatsächlich lassen sich keine großen Preisunterschiede im Vergleich zur Offline-Konkurrenz feststellen. Dass diese Offline-Konkurrenz eigentlich nicht gerade günstig ist – gerade Markenhersteller wie Nivea achten darauf, dass die Preise ihrer Produkte nicht verfallen – mag auf einem anderen Blatt stehen.

Zu den Gesellschaftern von AllesAnna.de

Das im Mai dieses Jahres gegründete Unternehmen wird finanziell von Michael Brehm unterstützt, der mit dreißig Prozent der Anteile beinahe ein Drittel an AllesAnna hält. Neben Brehm verfügt das Management-Team bestehend aus Benedikt Kronberger und Christoph Hermann über jeweils 23 Prozent, sodass schon zu Beginn von AllesAnna die Mehrheit der Anteile von Investoren gehalten werden. Neben Michael Brehm sind mit Gebhard Ottacher und Thomas Schobel (beide zwölf Prozent) ein Berater und ein Anwalt als Investoren mit an Bord.

Dass dem Gründerteam bereits zu Beginn ein potent mit Anteilen ausgestatteter Investorenkreis gegenübersteht, könnte so gedeutet werden, dass viel vom Input und der Ideenfindung auf Seiten der Geldgeber erfolgt sein könnte. Es darf zumindest gefragt werden, ob es sich für das Gründerteam rechnet, schon so früh viele Anteile abzugeben, wenn durch das Finanzieren eines Lagers und anderer Kostenträger womöglich nochmal Geld reinkommen muss. Bis auf Michael Brehm und Christoph Hermann rekrutieren sich die Gesellschafter übrigens aus Wien, sodass es sich bei alles Anna.de um eine Österreich-Deutschland-Koproduktion handelt.

Positionierung und Konkurrenz von AllesAnna.de

In der Vergangenheit hat der Pleitegang von BeautyDeal ja gezeigt, das Drogerie-Artikel im Internet mitunter schwer zu handhaben sind. Im Gegensatz zu BeautyDeal verkauft AllesAnna aber nicht nur teure Kosmetik- und Duft-Artikel, sondern auch Gebrauchsartikel wie Klopapier oder Zahnbürsten und ist nicht auf Dumpingpreise ausgelegt. Letzteres kann zum Vorteil gereichen, ersteres die Herausforderungen eher steigen lassen.

Auf Anfrage schätzen Experten die Ebitmarge für die von AllesAnna.de vertriebenen Produkte auf durchschnittlich vier bis fünf Prozent bei einer Handelsspanne zwischen 50 und 70 Prozent. Werte also, die eher mäßig attraktiv sind, wenn nicht auch gezielt hochpreisige Produkte in die Angebotspalette eingebaut werden, schließlich ist speziell der Beautybereich sehr wichtig für den Umsatz. Die Retourenanzahl dürfte dafür im Drogerie-Segment wesentlich niedriger als im Fashion-Bereich sein, weil Parfüm & Co. standardisiert sind – konservative Schätzungen könnten bei einer 15-prozentigen Retourenquote liegen. Dadurch, dass es im Gegensatz zum Fashionbereich keine saisonalen Kollektionen gibt, dürfte der Vorfinanzierungsdruck ebenfalls geringer sein, wenngleich die teuren Produkte den Aufbau womöglich dennoch kapitalintensiv machen.

Und die Retailer-Konkurrenz? Im Vergleich zu seinen Offline-Wettbewerbern wie Schlecker, Rossmann oder DM, weiß AllesAnna.de durch eine ansprechende Optik zu überzeugen und auch der kostenfreie Versand, das 100-tägige Rückgaberecht und die kostenlose Lieferung dürften bei Kunden gut ankommen, sofern es sich dabei nicht nur um ein Auftaktgebot handelt.

Gänzlich inaktiv sind besagte Drogeriemarkt-Ketten jedoch auch nicht. Rossmann verfügt etwa über einen Onlineshop dessen Preise denen im stationären Handel ähneln, dessen Optik aber eher sachlich-nüchtern und ausladend gehalten ist. Vor allem bietet Rossmann einen versandkostenfreien Einkauf erst ab 89,00 Euro Bestellwert an – eine Summe, die mit Deos und Waschmittel wohl eher nur von Großfamilien ohne weiteres erreicht werden dürfte. Bis zu diesem Einkaufswert verlangt Rossmann Versandkosten zwischen 4,95 Euro und 1,95 Euro.

Ähnlich verhält es sich bei Schlecker, das erst ab 75,00 Euro die Versandkosten von 1,99 Euro streicht und vorher sogar einen Mindestbestellwert von 15,00 Euro fordert. Das produktseitig sehr breite Sortiment wird durch eine teilweise gewöhnungsbedrüftige Usability für den Benutzer schwer zu navigieren, dafür bietet auch Schlecker ladenähnliche Preise und versucht durch Bestellen per Telefon und das Vergeben von Webmeilen zu Mehrkäufen anzuregen. DM ist hingegen die einzige Drogeriekette, die bisher keinen Online-Verkauf vorsieht und einzig Produkt-Vorstellungen auf seiner Webseite bietet.