Amparra

Das Ende von verkrampften Networking Events?

Wer kennt das nicht? Die Kollegin wurde mal wieder bevorzugt, weil sie die Tochter des Freundes vom Boss ist. Das andere Startup bekommt die Investition, weil einer der Gründer mit dem VC verwandt ist. Vitamin B regiert die Welt. Und genau dagegen wollen die beiden Gründer Amari Groß und Sharwin Moradian jetzt angehen.

Auf der Beziehungssharing-Plattform Amparra können Nutzer ihre persönlichen Beziehungen austauschen und anschließend bewerten. Ein User bietet ein Business Case Training, das nur für Startups gilt. Hat ein anderer User daran Interesse, kann er das Training gegen etwas tauschen, das er durch seine persönlichen Beziehungen anbieten kann. Das Sharing untereinander ist kostenlos und auf der Seite finden sich viele Serviceangebote, wie japanische Übersetzungen, iPhone-Reparaturen, Cocktailkurse oder Tische im Restaurant ohne vorherige Reservierung.

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Das Unternehmen besteht zurzeit nur aus den beiden Gründern, doch Freunde und Familie helfen kräftig mit. Das ist auch nötig, denn das vor einem Monat gegründete Amparra hat nach eigenen Angaben bereits 300 bis 400 Mitglieder. Die meisten User nutzen den kostenlosen Amparra-Account, bei dem man nur bis zu zwei Beziehungen aufbauen kann. Ein paar Basic-Accountmitglieder, die 5,95 Euro bezahlen und mehrere Beziehungen haben, gibt es auch. Aber noch keine Premiummitglieder, die unbegrenzte Connections tauschen dürfen – aber auch 34,95 Euro zahlen müssten.

Der in Berlin lebende Amari und Düsseldorfer Sharwin riefen die Plattform ins Leben, nachdem der ehemalige professionelle Fußballspieler Amari frustriert feststellen musste, dass es im Profifußball ohne die richtigen Kontakte kaum voran geht. „Im letzten Jahr hab ich noch im Süden Portugals gespielt und dort wurden die Lieblinge der Trainer stark bevorzugt. Da ist mir dann das erste Mal richtig klar geworden, wie wichtig solche Beziehungen überhaupt sind“, erzählt der 26-jährige gegenüber Gründerszene. „Jeder sollte die Möglichkeit bekommen auf tausende solcher Kontakte zugreifen zu können und das wollen wir mit Amparra ermöglichen.“

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Die Vorbereitungen und Gründung Amparras, dessen Name von dem portugiesischen Wort amparar (beschützen) abgeleitet wurde, waren alles andere als eine leichte Geburt, stellt Amari im Nachhinein fest. Der Andrang und die damit verbundene Arbeit habe sie ein wenig überrannt, erklärt er. „Wir beide lesen die Connectionangebote vorher genau durch, da auch viel Mist dabei ist oder Leute unser Ziel nicht verstehen. Da wollte zum Beispiel jemand eine Putzkraft gegen Bezahlung anbieten. Das ist natürlich nicht der Sinn vom Beziehungen-Sharing“.

Konkrete Ziele und Erwartungen haben Amari und Tennisprofi Sharwin, die sich vor sieben Jahren bei dem 1. FC Köln Schulprojekt für junge Sportler kennengelernt haben, nicht. Dennoch wollen sie bald externen Investoren oder Inkubatoren pitchen und Gelder sammeln, die sie dringend brauchen, um ihrer Firma Wachstum zu ermöglichen. Denn wachsen wird Amparra auf jeden Fall. Auch eine App wird vorrausichtlich in den nächsten zwei Monaten gelauncht. Ob die bald die Türen zur nächsten Investition öffnet?

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