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Die Ampero-Gründer Robin Kirchhartz, Shahnawaz Naeem und Philip Haverkamp (v.l.)

Da daddelt man gerade noch vor sich hin – und plötzlich ist der Akku des Smartphones leer. Was nun, wenn man unterwegs ist und keine Lademöglichkeit hat? Ampero aus Köln hat sich eine Lösung überlegt – mit einem Sharing-System für Powerbanks.

Das Ganze soll so funktionieren: Das Team von Ampero vermietet Powerbanks an Partner wie Cafés oder Kioske, eine App zeigt Nutzern die Stationen auf einer Karte an. Vor Ort können Smartphone-Besitzer dann eine tragbare Ladestation mitnehmen. Zwei Stunden lang dürfen sie die Powerbank kostenlos nutzen, danach kostet sie pro Tag zwei Euro. Das Gerät kann bei einem Verleih zurückgegeben werden – es muss nicht derselbe sein.

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Das Startup arbeitet nach eigenen Angaben mit rund 100 Partnern zusammen, jeder zahlt bis zu 30 Euro im Monat für die Powerbanks, die in einer von den Gründern entworfenen Ladebox stecken. Robin Kirchhartz, Shahnawaz Naeem und Philip Haverkamp glauben, dass Lokalitäten wie Cafés an ihrem Sharing-System teilnehmen, weil es ihre Attraktivität steigert und Kunden von der Steckdosen-Suche oder dem Abladen des Handys hinter der Theke abhält. Aber auch Hotels wie das Hyatt oder Ritz Carlton bieten ihren Kunden die Powerbanks an. So könnten diese etwa eine am Empfang ausleihen und mit zu einer Konferenz oder Messe nehmen, sagt Haverkamp gegenüber Gründerszene.

Um sicherzugehen, dass die Powerbank nicht beschädigt oder gar nicht zurückgegeben wird, muss der Nutzer in der App eine Paypal-Verbindung oder Kreditkartendaten hinterlegen. Bringt man eine Powerbank nicht zurück, werden 20 Euro vom Konto abgezogen.

„Powerbanks sind keine Rocket Science“

Doch allein um die Hardware geht es Ampero nicht – denn diese gibt es massenweise auf dem Markt. „Powerbanks sind keine Rocket Science“, gibt der 29-jährige Haverkamp zu. Er glaubt: „Was an Ampero wirklich innovativ ist, ist das Sharing-System dahinter.“ Doch reicht das, um sich am Markt zu etablieren? Damit ein Handybesitzer zum Nutzer wird, muss einiges zusammen kommen: Zunächst muss der Wille groß sein, sein Smartphone unverzüglich aufzuladen. Weiß der potentielle Kunde dann nicht bereits, wo genau er eine Powerbank leihen kann, darf sein Akku noch nicht ganz leer sein – schließlich werden die Ladestationen in der App angezeigt. Und möglichst in der Nähe sollte sich der Verleih auch noch befinden.

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Die Gründer jedenfalls glauben seit 2015 an das Konzept und gründeten ihr Startup. Die drei kennen sich bereits seit rund 20 Jahren und wuchsen gemeinsam in der Nähe von Köln auf. „Bevor wir Ampero starteten, habe ich auf Amazon und Alibaba verschiedene Powerbanks bestellt und mir genauer angeschaut“, erklärt Haverkamp. „Bei einer hat mir zum Beispiel die Oberfläche gut gefallen, bei einer anderen die Größe. So haben wir die besten Features in einer Powerbank vereint.“ In China lassen die drei Gründer die Ampero-Powerbank herstellen. Die Aufladestation, die in den Cafés und Kiosken aufgestellt werden, wurde von ihnen entworfen und in Köln produziert.

Auf die Idee zum Powerbank-Sharing in der Stadt kam Haverkamp übrigens, als er vor zwei Jahren zu einem Festival fuhr und selbst mit einem leeren Handyakku konfrontiert war. Auf dem Gelände konnte er sein Smartphone mit einer ausgeliehenen Powerbank aufladen: „Ich fand die Idee gut und habe mich gefragt, warum es das nicht überall gibt.“

Bild: Ampero