„Don’t obsess about dilution – focus on value!“

Sein erstes Unternehmen gründete Amr Awadallah im Jahr 2000 – und verkaufte es mit einer Belegschaft von fünf Mitarbeitern nur ein Jahr später für neun Millionen Dollar an Yahoo. Mit seiner jüngsten Gründung hat er vor kurzem einen Rekord aufgestellt: Nach einer Finanzierungsrunde über 900 Millionen Dollar von Intel sowie Dell und Google ist sein Big-Data-Unternehmen Cloudera das bestfinanzierte B2B-Softwareunternehmen der Welt.

Auf der „Bits & Pretzels“-Konferenz in München verriet der Vorzeigegründer am Freitag, was er in 15 Jahren als Entrepreneur – und zwischenzeitlich als Yahoo-Angestellter – gelernt hat:

Holt gute Leute – und im Umkehrschluss: Feuert zügig!

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Es ist kein Geheimnis, dass gute Produkte immer von guten Leuten gemacht werden. Was den durchschnittlichen deutschen Gewerkschafter nicht freuen wird: Aus Awadallahs Sicht bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass man Leute, die nicht ins Team oder zum Produkt passen, schnell gehen lassen sollte. Man könne es sicht nicht leisten, Mitarbeiter nur aus gutem Willen mitzuziehen. „Ich habe selbst mal einen guten Freund feuern müssen, weil es nicht gepasst hat.“ Einfach sei das nicht gewesen. Aber er würde es wieder tun.

Handelt zügig, habt keine Angst vor Fehlern, aber haltet Euch nicht so lange mit ihnen auf!

Zu oft werde versucht, mit einem „perfekten“ Produkt zu starten. Das funktioniere sowieso nicht, sagt Awadallah: „Überlegt und plant nicht vier Jahre lang, was ihr tun wollt. Stattdessen tut es!“ Besonders in einem sich schnell ändernden Markt verliere man so kostbare Zeit. Besser sei es, schnell ein vorzeigbares erstes Produkt fertig zu haben. Wer zu lange plane, verschlimmbessere eine gute Idee allenfalls. Wer agil handle, könne schneller auf den Markt reagieren.

Vertraut dem Erfolg, aber lasst Euch nicht von ihm blenden!

Erfolg hat, wer etwas richtig macht – selbst wenn es es vielleicht (noch) nicht versteht. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Oft mache der Erfolg junge Gründer aber blind, beobachtet Awadallah – sie vergessen dann zum Beispiel, auf die Kunden zu hören. Auch hier helfe das Denken in kleinen Schritten: Große Fehler könne man dann ja nicht machen. Und auch beim Investorengespräch solle man stets am Boden bleiben – die reagierten nicht gut auf zu viel Selbstvertrauen.

Wenn Euch jemand Geld geben will, nehmt es!

Man bekomme viel bessere Konditionen, wenn man das Geld eigentlich gar nicht braucht. Und es verschaffe Zeit für die zweite Runde: Denn die sei extrem schwierig, aber auch sehr entscheidend. Bei all dem sei es wichtig, nicht übergroße Angst vor dem Verwässern der eigenen Anteile zu haben. Wer den Wert ordentlich steigert, der könne ein paar Prozent weniger gut verkraften, meint Awadallah.

Bild: Alex Hofmann / Gründerszene