Migrants Seeking Asylum Arrive In Berlin

Ein syrischer Flüchtling in Berlin vor der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber

Die Flüchtlingshilfe in Deutschland hat ein Problem, sie ist zu bürokratisch – das finden die Macher von HiMate. Sie glauben, dass das viele Unternehmen oder Initiativen abschreckt, die eigentlich helfen wollen. Also haben die Macher eine App entwickelt, die unkompliziert Flüchtlingshilfe leisten soll.

Das Hauptfeature der App sind Gutscheine, die von Unternehmen, Organisationen oder Vereinen zur Verfügung gestellt werden, etwa für das Kino, den Frisör oder Sprachkurse. Diese kostenlosen Tickets können von Flüchtlingen in der App reserviert und dann vor Ort eingelöst werden.

Anzeige
Lösen soll das gleich mehrere Probleme: Die Geflüchteten kommen in Kontakt mit ihrem Umfeld und können versuchen, Ablenkung zu finden. „Unsere Tickets und Gutscheine sind wie kleine Eintrittskarten für das neue Leben in Deutschland“, meint Thomas Noppen. Er ist Geschäftsführer und einer der Initiatoren des sozialen Business.

Auch Unternehmen sollen von HiMate profitieren, indem sie soziales Engagement zeigen und den Kontakt zu einer neuen Zielgruppe erhalten. Allein in Berlin gibt es 50.000 Flüchtlinge. 6.000 davon nutzen laut HiMate die App. Die deutschlandweite Expansion plant das Berliner Unternehmen Mitte 2017. Langfristig soll die App zu einem Marktplatz mit Angeboten rund um Flüchtlinge werden und sich über eine Jobbörse sowie Werbung finanzieren.

Jetzt aber brauchen die Macher erst einmal selbst Hilfe. Um die App weiter entwickeln zu können, rufen sie die Crowd auf der Plattform Startnext zu einer Spende auf. 13.000 Euro sind so bisher zusammengekommen. Wird die Fundingschwelle von 15.000 Euro erreicht, sollen damit zwei Vollzeitkräfte bezahlt werden. Ab einem Funding von 25.000 Euro soll zudem ein Programmierer fest eingestellt werden.

Denn bisher wird die App noch ehrenamtlich betrieben und unter anderem vom Investor Project A und der Digital-Agentur Delodi mit Mitarbeitern und Bürofläche unterstützt. Entstanden ist HiMate bei einem sogenannten Refugee-Hackathon, initiiert von Anke Domscheidt-Berg und gesponsert von Project A. Von der WHU wurde das Team für seine Idee dieses Jahr mit dem Sensability-Award ausgezeichnet.

Bild: Getty Images / Sean Gallup