Das Team von Honestly

Auf Fehlersuche mit der Crowd

Bei Applause testen Freiberufler Programme und mobile Anwendungen auf ihre Funktionstüchtigkeit. Digitalunternehmen geben solche Tests in Auftrag, um Fehler in ihrer Software frühzeitig zu entdecken und zu beheben. Wenn sich zum Beispiel der Warenkorb nicht aufrufen lässt oder Links ins Leere führen, sind das Bugs.

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Weil sie unter realen Bedingungen durchgeführt werden, sind die Crowd-Tests für die Unternehmen wertvoll. So wird eine Vielzahl an Geräten, Betriebssystemen und Browsern abgedeckt, die von Bugs betroffen sein könnten. Auf die Suche nach ihnen begeben sich für Applause weltweit rund 175.000 Tester. Konkrete Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht: Prinzipiell könnte sich bei Applause jeder ein Zubrot verdienen. Doch angehende Tester müssen zunächst ein ausführliches Profil von sich erstellen: Welche Geräte besitzen sie? Welche Systemversionen laufen darauf? Es folgen Einstufungstests und Briefings. Einige Unternehmen bevorzugen Profis, die Bugs technisch detailliert beschreiben können, in anderen Fällen sind Laien gefragt.

Applause ist ein Zusammenschluss: Die US-Größe uTest übernahm im Mai 2014 Testhub – und verpasste sich dabei einen neuen Namen. Applause sitzt seit der Fusion in Berlin und Framingham (Massachusetts). Manuelle und automatisierte Testings stellen zwar das Tagesgeschäft von Applause dar, daneben steht mit Applause Analytics aber auch ein Tool zur Analyse von Reviews in App Stores bereit. Außerdem ist ein Software Development Kit (SDK) verfügbar. Neben Applause lagern auch andere Anbieter wie Test-Cloud oder BugFinders Softwaretests an die Crowd aus.

Platz Nummer 21: Applause GmbH

  • Wachstumsrate: 280 Prozent
  • Gründungsjahr: 2011
  • Firmensitz: Berlin
  • Branche: Mobile/Apps
  • Webseite: www.applause.de/

Jetzt aber mal wirklich

Kummerkästen? Gästebücher? Bewertungen auf Yelp? Mateo Freudenthal, Sven Bläse und Sebastian Wenzel halten von solchen Feedbackkanälen nicht viel. Sie sind die Gründer von Honestly. Das Startup gibt Restaurant- und Ladenbesitzern die Möglichkeit, Kundenrückmeldungen anonym und digital einzuholen. Loswerden kann die Kundschaft Kritik oder Lob per App oder über ein stationäres Terminal.

Honestly wertet die Meinungen in Echtzeit aus und zeigt dem Betreiber die aufbereiteten Daten an. Der kann seinen Kunden anschließend persönlich auf ihr Feedback antworten, zum Beispiel per Mail. Die passenden Fragebögen konzipieren die Auftraggeber selbst, die Formulare lassen sich mithilfe eines Software Development Kits (SDK) auch in bestehende Apps einbinden.

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Mitgründer Mateo Freudenthal hatte vor Honestly die Menschenbewertungsplattform Reeple ins Leben gerufen, die allerdings scheiterte. Freudenthal sagt, dass die Bewertung von Servicedienstleister aber schon dort gut klappte. Es habe zum Beispiel Anwälte gegeben, die ihre Klienten darum baten, sie auf dem Portal zu beurteilen. Honestly sollte die Idee hinter Reeple also von einer sozialen auf eine geschäftliche Ebene heben. Damit scheint Freudenthal auch besser zu fahren: 1,2 Millionen Euro hat Honestly mittlerweile aufgenommen. Das Geld stammt aus zwei Crowdfunding-Kampagnen und von Business Angels. Zu den Abnehmern der Technologie sollen unter anderem Lufthansa und Lindt & Sprüngli zählen. Honestly wurde in Karlsruhe gegründet, Anfang 2015 zog das Team nach Köln um.

Platz Nummer 22: Honestly MT GmbH

  • Wachstumsrate: 251 Prozent
  • Gründungsjahr: 2012
  • Firmensitz: Köln
  • Branche: Mobile/Apps
  • Webseite: www.honestly.de/

Die Alles-Optimierer

Christian Ulitzka (links) und James Weber sind die Gründer von Unidesq

Die passende Werbung für den richtigen Kunden und zum idealen Zeitpunkt: das ist das Ziel von Unidesq. Das Kölner Startup hat eine automatische Buchungsplattform für Werbeflächen im Netz entwickelt. E-Commerce-Händler können über das Unidesq-System Kampagnen für Display, Mobile oder Facebook schalten. Dabei dürfen sie genau bestimmen, wie alt die Nutzer sein sollen, die ihre Werbung sehen – oder ob die Anzeige Männern oder Frauen ausgespielt wird.

Die Idee für Unidesq stammt von Christian Ulitzka. Über Facebook-Gruppen suchte er nach einem CTO. So lernte er James Weber kennen. Gemeinsam gründeten die beiden 2012 ihr Startup. Zuerst unter dem Namen von Christian Ulitzkas Beteiligungsgesellschaft, der Ulitzka Vermögensverwaltungs GmbH. Ein recht sperriger Name für ein junges Startup.

Und auch sonst waren die Gründer anfangs nicht komplett zufrieden mit ihrem Modell. Erst nach und nach entwickelten sie das Buchungssystem speziell für E-Commerce-Unternehmen, das seit 2014 Unidesq heißt. Ulitzka und Weber beschäftigen drei weitere Mitarbeiter in ihrem Team. 40 Kunden, darunter große Agenturen und E-Commerce-Shops, hat Unidesq mittlerweile. Je nach Auftrag bekommen die Gründer pro Klick oder pro Einblendung der Werbung eine Provision. Nach Angaben von Ulitzka und Weber wird ihr Startup, das sie bisher komplett selbst finanziert haben, in diesem Jahr einen hohen sechsstelligen Betrag umsetzen.

Platz Nummer 23: Unidesq GmbH

  • Wachstumsrate: 250 Prozent
  • Gründungsjahr: 2012
  • Firmensitz: Köln
  • Branche: Advertising & Marketing
  • Webseite: www.unidesq.com/

Übersicht: Die Top Ten des Gründerszene-Rankings

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1. Platz: Das Berliner Startup KW-Commerce verkauft Elektronikzubehör. Die Studienfreunde Jens Wasel (links) und Max Kronberg haben das Unternehmen 2012 gegründet. Wachstumsrate: 2.307 Prozent.

ArtikelBild: Honestly; Bild: Unidesq