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Muss sich Apple anpassen?

Das neue Jahr hat kaum begonnen, schon ranken sich in der Apple-Szene wieder viele Gerüchte zu kommenden Produktupdates. Neben dem iPhone-5-Nachfolger ist auch immer wieder von einem iPhone Math und Einstiegs-iPhones die Rede. Beide zuletzt genannten Produkte, die bisher nur Gespenster der Gerüchteküche sind, könnten allerdings Apples Wege auch in Märkte wie China und Indien ebnen. Ein günstiges Einstiegs-iPhone dürfte aber auch hierzulande durchaus eine gesunde Konkurrenz zu den günstigeren Smartphones von beispielsweise Samsung und Google darstellen.

Mit dem iPhone hat Apple 2007 ein neues Smartphone-Zeitalter eingeleitet und somit für eine kleine Revolution auf dem Technik-Markt gesorgt. An diesen Erfolg konnte der Apfelkonzern auch noch einmal mit der Präsentation des iPads anknüpfen und läutete somit auch die Tablet- Ära ein. Die Produkte werden seitdem kontinuierlich weiter entwickelt. Eine neue Revolution blieb aber vorerst aus. Im letzten Quartal verkaufte Apple so viele iPhones und iPads wie noch nie. Trotzdem ist die Aktie weiterhin im Keller, so dass einige Experten die Meinung vertreten, dass Apple den Zenit erreicht habe. Erneut wird die Frage nach einer weiteren Revolution in den Raum geworfen.

Plastik statt Flüssigmetall

Apple-Chef Tim Cook ist ebenfalls von China nahezu besessen. Wie die letzten Chinabesuche zeigten, scheint Apple in Zukunft auch im Land der aufgehenden Sonne zu versuchen, vermehrt Fuß zu fassen. Problematisch ist es jedoch, ein recht teures Produkt, wie beispielsweise das iPhone 5, in Schwellenländern wie China oder auch Indien in großen Stückzahlen zu verkaufen.

Apple scheint allerdings in den geheimen Laboren wohl schon an einer günstigen iPhone-Variante zu schrauben. In der letzten Zeit verdichteten sich die Hinweise auf ein günstiges Plastik-iPhone. Apple hat hierfür gerade erst ein wichtiges Patent zugesprochen bekommen. Zudem sucht der iPhone-Fertiger seit Anfang Februar nach einem „Plastik-Designer“. Entsprechende Konzepte zu einem Billig-iPhone liegen ebenfalls schon vor. Aus Zuliefererquellen, die wie immer top-geheim sind, soll bereits durchgesickert sein, dass das neue Einstiegs-iPhone einen Mix aus iPhone 5, iPod Touch 5G und iPhone 3GS darstellen könnte.

Das iPhone Math

Parallel zu dem Plastik-iPhone taucht auch vermehrt ein iPhone Math in der Gerüchteküche auf. Dieses soll sich vor allem in Punkto Bildschirmdiagonale vom Plastik-iPhone unterscheiden. Es wird gemunkelt, dass Apple mit dem iPhone Math, welches über ein 4,9 Zoll großes Display verfügen soll, auch diejenigen künftig bedienen möchte, denen das 4-Zoll-Display beim iPhone 5 nicht genügt. Über die perfekte Display-Diagonale bei einem Smartphone lässt sich ja bekanntlich streiten.

Samsung und auch Google tendieren dazu, die Displays stets um wenige Zoll wachsen zu lassen. Die erfolgreichen Verkaufszahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache und ganz klar für ein größeres Display.

Sind Billig-iPhones gut fürs Image?

Mit einem Billig-iPhone oder aber auch einem abgewandeltem iPhone Math stößt Apple bereits jetzt schon nicht nur in der Fanbase auf Gegenwehr. „Das iPhone galt einst als Statussymbol und läuft nun Gefahr in der breiten Smartphone-Masse unter zu gehen“, heißt es aus den Reihen der Fans. Auf der einen Seite wird Apple mehr oder weniger durch die Konkurrenz dazu gezwungen, sich anzupassen, um auch im Niedgrigpreissegment langsam Fuß zu fassen.

Auf der anderen Seite steht Apple nun mal für Luxus. Für einen Großteil der potenziellen Käufer sind die knapp 700 Euro für ein Smartphone einfach zu teuer. Das dürfte Apple auch bewusst sein. Es würde also Sinn ergeben, neben dem Top-Modell auch ein Einstiegs-iPhone in die Verkaufskanäle zu spülen, auch wenn Apple dann Gefahr läuft, einen kleinen Imageverlust davon zu tragen. Ein breites Smartphone-Sortiment, das auch in Schwellenländern wie China und Indien für solide Verkaufszahlen sorgt, könnte Apples Next Big Thing sein.

Günstige iPhones in Schwellenländern

Ein Prototypen-Projekt läuft bereits. So bietet Apple das iPhone 3GS weiterhin in Indien offiziell zum Verkauf an. Dank einer Kooperation mit dem indischen Mobilfunkbetreiber Aircel kann das iPhone schon zu einem Preis in Höhe von 180 US-Dollar angeboten werden. Für 55 US-Dollar Aufpreis gibt es dann auch noch eine Jahresflat für das mobile Internet dazu. Derartige „Bundles“ könnten sich auch in Zukunft fortsetzen und in der Form eines neuen Einstiegs-iPhones realisiert werden. Ob ein günstigeres iPhone-Modell aber jemals auch in Deutschland in den Verkauf gelangt, ist ebenfalls fraglich. Sicher ist jedenfalls, dass sich auch hierzulande für solch ein Modell Abnehmer finden würden.

Apple muss sich der Konkurrenz stellen

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In Zukunft ist es also durchaus möglich, dass Apple zweigleisig fährt. Zum einen wird Apple weiterhin den Ruf als Premium-Hersteller treu bleiben wollen und entsprechend hochklassige Produkte auf den Markt bringen, zum anderen werden aber auch Schwellenländer fokussiert, um dort mit der Hilfe günstigerer Smartphone-Modelle ebenfalls solide Gewinne zu erwirtschaften. Dass mit einem breitgefächerten Sortiment durchaus gut gefahren werden kann, zeigt Apples Erzrivale Samsung recht eindrucksvoll. Die Südkoreaner sichern sich einen immer größeren Markanteil auf dem Smartphonesektor.

Mit einem günstigeren Einstiegs-iPhone oder einem iPhone Math könnte Apple auch in Deutschland noch mehr Menschen erreichen. Das iPad Mini ist bereits ein kleiner Indikator für den Erfolg kostengünstiger iPhone-Modelle. So greifen immer mehr Konsumenten zu dem 7,9 Zoll großen Tablet, da das Display anscheinend seinen Zweck erfüllt und hier vor allem der Preis stimmt.

Apple wird also mehr oder weniger zum Umdenken gezwungen, den Zenit hat diese Firma mit einem derart hohen Kapital allerdings noch nicht erreicht. Das ist sicher.

Bild: pixle.pl