Wartezimmer

Kampf der Arztbuchungsportale

DocMatch, die Betreiberplattform von Arztbuchen24.de (www.Arztbuchen24.de), erhält einen niedrigen sechsstelligen Betrag von einem bisher nicht bekannten Investor. Es ist das erste externe Investment, zumindest direkt. Der neue Anteilseigner übernimmt zehn Prozent der DocMatch GmbH. Die Bewertung soll laut Firmenangaben bei gut einer Million Euro liegen.

Damit versucht Arztbuchen24.de, zum Hauptkonkurrent aufzuschließen: Arzttermine.de ist schon deutlich weiter und konnte als Investoren bereits den Adressbuch-Verlag Greven’s sowie den Gelbe-Seiten-Verlag Müller Medien gewinnen. Letzteres investierte zuletzt einen siebenstelligen Betrag und übernahm dafür 19 Prozent von Arzttermine.de.

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Auch Arztbuchen24.de sucht nun nach strategische Partnerschaften mit Verlagen oder anderen Geldgebern. Dabei soll der neue Investor helfen, wie Jürgen Popp gegenüber Gründerszene betont. Er ist CEO der  MediNavi AG, die bisher 100 Prozent an der Arztbuchen24.de-Mutter DocMatch hielt und in die vor Kurzem erst Idealo-Gründer Martin Sinner investiert hatte. Dass nun erstmals ein direkter Investor gefunden worden sei, hinge vor allem mit der kürzlich geschlossenen Kooperation zwischen Arztbuchen24.de und der Francotyp-Postalia zusammen. Das Partnerunternehmen gehört bei Mittelständlern mit zu den wichtigsten Anbietern von Frankiermaschinen und De-Mail – zu den Kunden gehören unter anderem auch Ärzte.

Das Außendienstteam von Francotyp-Postalia vertreibt nun nicht nur die eigenen Produkte, sondern versucht bei der Ärzteschaft auch eine Mitgliedschaft bei Arztbuchen24.de unterzubringen. Dafür ist extra ein Bundle geschnürt worden, das seit Oktober vermarktet wird. „Durch unsere Kooperation mit arztbuchen24.de setzen wir unsere branchenorientierte Kundenansprache weiter konsequent um. Für Ärzte ist es die ideale Kombination aus Patientengewinnung und weiterführender Kommunikation“, sagte dazu Hans Szymanski, Vorstandssprecher von Francotyp-Postalia.

Dominik Hofer, Geschäftsführer von DocMatch, hofft durch die Kooperation, sich bei Arztbuchen24.de nun voll auf das Produkt konzentrieren zu können. Sein Unternehmen müsse nun keine eigenen Vertriebsstrukturen aufbauen. „Das reduziert die Kosten des Geschäftsaufbaus dramatisch. Der Arzt beziehungsweise die Klinik erhält die gesamte innovative Kommunikationslösung vom qualifizierten Direktvertrieb der FP“, so Hofer.