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ProSiebenSat.1-Zentrale in Unterföhring

Fokus auf Kerngeschäft und bewiesene Geschäftsmodelle

Nun ist es offiziell: ProSiebenSat.1 gibt seine Startup-Schmiede Epic Companies eineinhalb Jahre nach dem Start endgültig auf. Wie es von der Sendergruppe heißt, werde man „künftig nicht weiter in den Inkubator investieren“. Zuletzt hatte der Berliner Inkubator versucht, die Belegschaft von zuletzt 200, zeitweise sogar bis zu 250 Mitarbeitern, auf die sieben Portfoliounternehmen zu verteilen.

Eine größere Zahl an Mitarbeitern musste jedoch entlassen werden, auch Epic-Chef Mato Peric und weitere Teile des Managements schieden aus dem Unternehmen aus. Für das laufende Portfolio bedeutet die nun zur traurigen Wahrheit gewordene Aufgabe des Inkubators konkret:

  • Die Sportplattform Gymondo, der Schmuckladen Valmano und der Erotik-Shop Amorelie, an dem der Inkubator nie eine direkte Beteiligung besessen hatte, werden in das Digital Commerce Business von SevenVentures integriert, der Beteiligungsarm von ProSiebenSat.1.
  • Die Hotelbuchungsplattform Discavo wird in ProSieben Travel integriert. Unter dieser Dachmarke sind bereits die Portale Weg.de beziehungsweise Ferien.de, Billiger-Mietwagen, Tropo, Mydays und Wetter.com beziehungsweise Reise.com zusammengefasst.
  • Der Modehändler Department 47 und das dem Vernehmen nach stark angeschlagene Tierfutter-Startup Petobel stehen den Angaben zufolge „mit zusätzlichen strategischen Investoren in fortgeschrittenen Verhandlungen, mit deren Abschluss in Kürze zu rechnen ist“.
  • Und bei Curvy, einem Projekt für Übergrößen, werde derzeit an einer Übernahme durch das Management (MBO) gearbeitet.

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Nach eigenen Angaben wird ProSiebenSat.1 seine M&A-Aktivitäten künftig auf Unternehmen im Later-Stage-Bereich konzentrieren. Bei Investments im Frühphasen-Bereich will sich die Sendergruppe auf „Business Development im Kerngeschäft (zum Beispiel Studio71, die Web-TV Produzent und Distributor, oder 7TV App, die senderübergreifende TV App von ProSiebenSat.1), Partnerschaften mit Inkubatoren und Company-Builder sowie Co-Invests in führende VC-Fonds in den USA, Israel und Europa“ konzentrieren.

Damit gibt die Sendergruppe – wie zuvor bereits vermutet – ihren bisherige Strategie beim Aufbau kerngeschäftsferner Startups auf. Zunehmend legen ProSiebenSat.1 und SevenVentures derweil einen Fokus auf internationale Startups, die in den hiesigen Markt eintreten wollen – also auf Geschäftsmodelle, die sich bereits in anderen Märkten bewiesen haben. Erste Beispiele sind hier die jüngsten Engagements bei Talenthouse und Shopkick.

Bild: ProSiebenSat.1 Media AG