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Diesmal richtig: Avuba-Gründer Oliver Lukesch und Jonas Piela.

Auf den ersten Blick mag die neue App von Avuba nichts ungewöhnliches sein: ein modernes Interface für die üblichen Bankdienstleistungen. Schön und mit moderner, bunter Oberfläche lassen sich die Bezahlvorgänge ansehen, die über das von der App verwaltete Girokonto beziehungsweise die zugehörigen Karten getätigt wurden. Doch an dieser Stelle sollen die Ähnlichkeiten mit Fintech-Wettbewerbern wie Number26 schon enden, erklärt Avuba-Gründer Jonas Piela.

Etwa, weil die zugehörigen Karten gar nicht unbedingt in Plastik-Form nötig sind. Wer will, kann zumindest die Kreditkarte auch nur virtuell nutzen. Damit könne die Avuba-Mastercard auch per einfachem Schalter blockiert und sofort ersetzt werden.

„Und das Girokonto muss auch nicht gewechselt werden“, erklärt Piela weiter. Mit der App und den zugehörigen Karten sei sofort alles startklar. Eigene Sicherheits-Pin und Verschlüsselung, monatliche (und schnell veränderbare) Zahlungsgrenzen, Anfordern von Zahlungen – all das könne die App bereits. Zum Überweisen brauchen die Nutzer nur die Telefonnummer oder die Bankverbindung des Empfängers.

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Auch beim Preismodell unterscheidet sich Avuba vom Haupt-Wettbewerber. War Number26 zunächst mit einem kostenlosen Modell gestartet – und hat nun teilweise umgeschwenkt –, verlangt Avuba von Beginn an Geld von seinen Nutzen. Ein Euro werden pro Bargeld-Abhebung fällig, das aber für alle Währungen. Damit liegt das Angebot immer noch deutlich günstiger als das der meisten Banken. Zehn Euro kostet die digitale und 30 Euro die physische Mastercard. „Damit wollen wir unsere Kosten decken, Gewinn machen wir damit nicht“, sagt Gründer Piela. „Und wir haben eine einfach verständliche Preisgestaltung, die für alle Währungen gilt.“

Es ist nicht der erste Anlauf Pielas im Fintech-Segment. Die frühere App seines Startups Avuba, das Piela 2013 zusammen mit Oliver Lukesch gegründet hatte, konnte – wie zahllose andere Apps auch – nur Geld zwischen den Nutzern überweisen. Als Grundlage für weitere Funktionen reichte das aber nicht – und Piela stellte die App kurzentschlossen ein.

„Wir haben daraus viel gelernt“, sagt der Gründer. Auch aus den vergangenen Monaten: Eigentlich hatte die neue App schon vor einer Weile fertig sein sollen. Dann aber wurde der zunächst angedachte Verifizierungsprozess nicht genehmigt. Das Problem hat Piela ebenfalls pragmatisch gelöst – und einen externen Anbieter für Video-IDs beauftragt.

Anders als viele seiner Wettbewerber ist Avuba als Unternehmen auffällig schlank aufgestellt. Gerade einmal fünf Mitarbeiter hat das Startup nach eigenen Angaben. Dem Vernehmen nach haben Piela und Lukesch auch frisches Kapital eingesammelt – von wem und wie viel wollen sie aber (noch) nicht verraten.

Im Spektrum zwischen reiner Oberfläche und vollwertiger Bank – erstes schränkt die Möglichkeiten ein, zweites ist demgegenüber überaus aufwändig – hat sich Avuba clever positioniert. Zwar ist das Berliner Startup ohne eigene Lizenz von einem Bankpartner abhängig. Dazu arbeitet das Startup mit der britischen Raphaels Bank zusammen. Aber: Avuba selbst hat einen direkten Anschluss an das europäische Zahlungsnetz. „Damit können wir das Geld viel schneller auf die Konten bringen“, erklärt Piela. Zwischen den Kunden der App passiere natürlich sowieso alles in Echtzeit.

Mit dieser Aufstellung und der eigenen Technologie-Basis zeigt sich Piela sehr zufrieden. „Wir haben mit der neuen Avuba-Basis die Möglichkeit, zukünftig viele neue Dienstleistungen anzubieten“, sagt er. Einige seien auch schon in Arbeit – welche das sind, will er allerdings nicht verraten. Nur so viel: „Wir wollen es einfacher machen, mit dem Smartphone zum Beispiel in Supermärkten zu bezahlen.“ Außerdem sollen die gesammelten Daten dem Nutzer einen besseren Einblick in sein Finanz-Leben geben. „Das Ganze wird sehr ,social’ sein und gut mit den Interessen von Freunden und der Familie funktionieren.“

Bild: Avuba