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Dem Berliner Sprachlern-Startup Babbel ist ein echter Coup gelungen: Für das US-Geschäft holt das Unternehmen als CEO die Verlagsmanagerin Julie Hansen, bislang President und COO von Business Insider. Sie soll das Wachstum in den USA, dem wichtigsten Auslandsmarkt von Babbel, beschleunigen.

Hansen war hinter Business-Insider-Gründer und -CEO Henry Blodget die wichtigste Führungskraft des US-Wirtschaftsportals. 2008 als fünfte Mitarbeiterin eingestiegen, war sie hauptverantwortlich für die Entwicklung eines Erlösmodells – mit Erfolg: Als Business Insider 2015 für knapp 400 Millionen Euro mehrheitlich von Axel Springer übernommen wurde, war es das erfolgreichste Business-Medium im Web, mit 76 Millionen Besuchern pro Monat. Vor Business Insider arbeitete Hansen für den Verlag Condé Nast und das Sportportal NCAA.com.

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„Ich freue mich sehr auf einen Neustart als Entrepreneur“, lässt sich Hansen zitieren. Bei ihrem neuen Arbeitgeber ersetzt sie Mitgründer Thomas Holl, der seit Anfang 2015 das US-Team in New York leitete und nun als Chief Strategy Officer nach Berlin zurückkehrt. Von ihm übernimmt sie eine klar definierte Aufgabe: „Wir wollen auch hier Marktführer werden“, erklärte Holl vergangenen Sommer gegenüber Gründerszene. Wichtigster Wettbewerber ist das börsennotierte US-Unternehmen Rosetta Stone.

Dabei scheint Babbel aktuell auf dem richtigen Weg zu sein: Zwar will das Unternehmen keine Auskunft geben über die derzeitige Entwicklung von Nutzer- oder Umsatzzahlen, aber auf Mitarbeiterseite vergrößert sich das Unternehmen sichtlich: Heute gehören mehr als 450 Menschen zum Babbel-Team an den zwei Standorten Berlin und New York, bei der letzten Finanzierungsrunde im Sommer 2015 waren es noch gut 100 weniger. 15 davon arbeiten in den USA.

Seit 2016 zahlen mehr als eine Million Nutzer für den Premiumdienst des Startups, der je nach Dauer des Abos zwischen fünf und zehn Euro im Monat kostet. Gut ein Zehntel davon stammt laut Bloomberg aus den USA.

Laut dem letzten im Bundesanzeiger einsehbaren Geschäftsbericht setzte Babbel im Jahr 2015 50,6 Millionen Euro um, eine kräftige Steigerung gegenüber 2014, als der Umsatz noch bei 30,1 Millionen Euro lag, und 2013, als nur 13,7 Millionen umgesetzt wurden. Der Jahresfehlbetrag lag 2015 bei sieben Millionen Euro (2014: 1,3 Millionen Euro; 2013: 3,9 Millionen Euro). Eine Unternehmenssprecherin wollte die Zahlen auf Anfrage nicht konkret kommentieren. „Unser Business-Modell ist profitabel“, hieß es. „Als Firma sind wir im Moment Cashflow positiv.“


Babbel in New York – ein Besuch im Office in der Lower East Side:

Bild: Babbel; Hinweis: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.