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Es sind bekannte Gesichter, die da mit einem neuen Produkt an den Start gehen: Sebastian Jost und Albert Schwarzmeier waren die Gründer und Geschäftsführer der Rocket-Gründung Beautydeal, über deren (damals noch wahrscheinliche) Pleite Gründerszene bereits im Oktober berichtet hatteRonny Lange, der dritte im Bunde, war bei der Kosmetikseite für das Online-Marketing zuständig, nachdem er sich zuvor bereits in verschiedenen externen Ecommerce-Projekten beteiligte. Mittlerweile ist die von Rocket Internet (www.rocket-internet.de, dem Inkubator der Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer), gegründete Beautydeal-Seite abgeschaltet, war doch der Hauptlieferant des Portals auf Druck von verschiedenen Markenproduzenten weggefallen.

Mycitydeal klont Groupon

Eine neue Vorsilbe später steht dasselbe Team mit einer neuen Gründung dar – einem Groupon-Klon namens Mycitydeal (www.mycitydeal.de), der auch unter www.stardeals.de zu erreichen ist. Neues Spiel, neues Glück. Oder vielmehr neuer Deal, neue Monetarisierung: Neben dem abgeschalteten Beautydeal und der noch mit Geld gepflasterten DealStreet (www.dealstreet.de, einem Swoopo-Klon zum Thema Penny Auctions) ist mit Mycitydeal ein weiteres Rocket-Deal-Klon-Konzept am Start, dessen Name auf ein Geschäftsmodell hinweist, bei dem die Nutzer sparen sollen.

Deals werden bei Mycitydeal städtebasiert gemacht, wobei das Städteportal zum Start zunächst nur mit Berlin beginnt: Mit einem täglich wechselnden LiveShopping-Angebot für die größten Städte in Deutschland sollen die Nutzer Rabatte zu Freizeitangeboten in der eigenen Stadt erhalten. So ist etwa die Rede von einem 60-Euro-Abendessen, dass durch die Masse der Nutzer dann nur noch 30 Euro kostet. Hat sich eine bestimmte Anzahl von Personen vor Mitternacht angemeldet, sendet Mycitydeal den Käufern die Gutscheine zu. Damit ein Mycitydeal zustande kommt, bedarf es einer Mindestanzahl an Teilnehmern, welche individuell pro Deal festgelegt wird.

Die vielen Nutzer sollen zum Geheimnis von Mycitydeal werden, denn auch wenn jeder für sich selbst die Gutscheine einlösen kann, bekommt man nur als eine große Gruppe die Rabatte. Das Procedere der Berliner Seite sieht vor, dass man sich zunächst durch Drücken des Kaufen-Buttons und anschließender Eingabe der persönlichen Informationen samt Bankverbindung bzw. Kreditkartendaten einen Mycitydeal reserviert. Hat man in seinem Freundeskreis dafür geworben und haben genügend Teilnehmer den Deal gekauft, findet dieser statt. Mycitydeal  zieht dann die Gesamtsumme von der angegebenen Kontoverbindung bzw. Kreditkarte ein und sendet nach erfolgreicher Zahlung die erworbenen Gutscheine per E-Mail zu. Findet ein Angebot nicht genügend Interessenten, so findet der Deal nicht statt.

groupon-und-mycitydeals

Zur Funktionsweise von Groupon

Soweit das Erfolgsrezept, über das auch Exciting Commerce berichtet hatteVorbild dessen ist Groupon eine Deal-of-the-day-Website mit Sitz in den USA, deren Name auf  „group“ und „coupon“ anspielt und die bereits im November 2008 gelauncht ist. Groupon begann in den USA mit Chicago, gefolgt von Boston und New York und bedient mittlerweile rund 40 Märkte. Soweit ist man mit Mycitydeal noch nicht, ist doch in den Xing-Profilen der drei Gründer auch noch die Rede von „Project Managern“ bei Rocket Internet.

Für ihre Tätigkeit machen die drei Gründer einen Deal von 14 bzw. sechs Prozent am Kuchen von Mycitydeal, während Rocket Internet 65 Prozent hält. Externe Investoren, die bei einer Pleite auf der Strecke bleiben könnten, gibt es bisher nicht. Bleibt also abzuwarten, wie sich das alte Team mit neuem Vertrauen und neuem Projekt schlägt, schließlich kann bisher nur einer verlieren: Das deutsche Entrepreneurship.