berlin startup studie wachstum wirtschaft

Auch in Startup-Küchen (hier etwa der von Wooga) entstehen Ideen, die zum Wachstum der Berliner Wirtschaft beitragen.

Digitalwirtschaft groß wie Tourismus und vor Bau

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mag Startupthemen erst seit Kurzem auf der Agenda haben. Die aktuelle IBB-Studie zur Lage der Digitalwirtschaft präsentierte er dann aber doch voller Stolz in den Büros des Startups Moviepilot. Und der Grund ist einfach: Der digitalen Wirtschaft Berlins geht es so gut wie nie zuvor. Im Vergleich liegt sie deutlich vor der Baubranche und etwa gleichauf mit dem wichtigen Wirtschaftsstandbein Tourismus.

Konkret bedeutet das, dass die digitalen Branchen derzeit eine Bruttowertschöpfung (Waren plus Dienstleistungen-Vorleistungen) von 3,9 Milliarden Euro jährlich aufweisen. Das ist ein Anteil von 4,2 Prozent der gesamten Berliner Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Die Baubranche kommt auf 3,7 Prozent und der Wirtschaftszweig Tourismus auf 4,3 Prozent. Mit einem Gesamtumsatz von 8,9 Milliarden Euro erreicht die Digitalwirtschaft damit 5,3 Prozent des Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft.

Berliner Digitalwirtschaft wächst am schnellsten

Ebenfalls spannend an der Studie sind konkrete Aussagen zum Ranking der deutschen Städte untereinander. Gemessen an der Anzahl der Internetfirmengründungen pro 10.000 Erwerbstätige liegt Berlin (Wert von 2,8) gleichauf mit München (2,8) und vor Frankfurt am Main (2,3), Dresden (1,9), Köln (1,7), Düsseldorf (1,6), Hamburg (1,5), Stuttgart (1,1) und Dortmund (0,8). Bei der Beschäftigungsintensität (Erwerbstätige der Internetwirtschaft in Relation zur Gesamtwirtschaft) liegt München (4,4) derzeit vor Berlin (2,8), verzeichnet aber ein langsameres Wachstum seit 2008 (43,6 vs. 48,7 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgen erneut Frankfurt (44,1 Prozent) und Dresden (37,1 Prozent).

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„Berlin ist aber nicht nur eine digitale Stadt – es ist auch eine Gründerstadt. Vor allem im Bereich der Digitalen Wirtschaft hat sich eine lebendige und kreative Gründerszene entwickelt, die auch international große Beachtung findet. Alle 20 Stunden wird ein neues Internetunternehmen in Berlin gegründet. Das ist der beste Beleg für die Dynamik Berlins in diesem Sektor“, lässt sich Ulrich Kissing zitieren, Vorsitzender des Vorstands der IBB.

Jan Beckers von Hitfox kommentiert die Studienergebnisse: „Berlin ist ein hervorragender Standort für Startups – vor allem wegen des guten Zugangs zu hochqualifizierten Mitarbeitern. Die Hitfox Group bekommt beispielsweise jeden Monat über 500 Bewerbungen, davon mehrere hundert aus dem EU-Ausland. Und Berlin profitiert ebenso von den Startups, denn die garantieren nachhaltiges Wachstum in wichtigen Zukunftsindustrien. Dies stellt langfristig einen strukturellen Vorteil dar – in zehn Jahren wird Berlin auch gesamtwirtschaftlich im Vergleich mit anderen Metropolen sehr gut dastehen. Im Moment ist Berlin noch ‚arm und sexy‘, dann ist es möglicherweise ‚reich und sexy‘.“

Bild: Heisenberg Media