Die Teilnehmer des Berlin Talent Summit kamen aus 37 Ländern

200 Stundeten und Absolventen von 65 verschiedenen Universitäten aus der ganzen Welt waren in der vergangenen Woche nach Berlin gekommen, um am Berlin Talent Summit teilzunehmen. Das Ziel: Die Teilnehmer mit der Startup-Szene verknüpfen und Kontakte für Jobs aufbauen.

Neben mehreren Vorträgen und Workshops von McKinsey oder Roland Berger konnten die Teilnehmer Unternehmen wie Rocket Internet, Zalando, Earlybird, Amorelie, Helpling oder auch Gründerszene auf einer Startup-Tour besuchen.

Organisiert wurde der Berlin Talent Summit von drei Studenten der Bocconi-Universität in Mailand: Felicitas Hagen, Marco Eylert und Harm-Julian Schumacher. Im Interview erzählen die drei, wie das Event ablief und was für das kommende Jahr geplant ist.

Wie ist die Idee für den Berlin Talent Summit entstanden?

Eylert: Im Mai 2014 haben wir ein Uni- Projekt organisiert, bei dem es darum ging, 20 Studenten aus Mailand nach Berlin zu bringen und hier den „entrepreneurial spirit“ für sie erlebbar zu machen, damit sie nach Italien zurückkehren und dort selber unternehmerisch tätig werden. Während des Trips haben wir jedoch gemerkt, dass vor allem der Recruiting-Aspekt sowohl für die Firmen, als auch für die Teilnehmer das Wichtigste war.

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Das heißt, viele Teilnehmer haben durch die Tour einen Job gefunden?

Hagen: Genau! Im Endeffekt hat knapp die Hälfte der Gruppe durch die Tour einen Job gefunden: Einer wurde beispielsweise als Countrymanager Italy für Helpling eingestellt, die nächste wurde als Summer-Intern nach Hong Kong geschickt, um dort im Business Development für Foodpanda zu arbeiten. Das Feedback war wirklich sehr positiv und wir wurden sowohl von den Teilnehmern als auch von den Firmen gefragt, wann denn der nächste Trip stattfinden wird. Da wir drei Veranstalter alle über die Grenzen Italiens und Deutschlands vernetzt sind, wollten wir auch anderen motivierten Studenten diese Möglichkeit geben und haben nicht mehr nur Teilnehmer von der Bocconi-Universität aufgenommen, sondern von Business Schools aus ganz Europa.

Insgesamt haben in diesem Jahr rund 200 Studenten von 65 verschiedenen Universitäten und Business-Schools aus 37 Ländern teilgenommen. Wie habt ihr die teilnehmenden Studenten ausgewählt?

Schumacher: Wir wollten sichergehen, dass wir Teilnehmer mit genau den Qualifikationen auswählen, die für die Unternehmen am interessantesten sind. Dafür haben wir bei den Partnerfirmen vom letzten Jahr nachgefragt sowie aktuelle Stellenanzeigen analysiert. Damit haben wir eine Liste mit rund zehn Kriterien aufgestellt, mit denen wir die Kandidaten ausgewählt haben. Besonders wichtig war uns natürlich, dass alle Teilnehmer an der Startup-Szene interessiert sind. Wir haben sowohl Business- Studenten als auch Studenten mit Tech-Hintergrund und Design-Kenntnissen gesucht. Die besten 220 der insgesamt knapp 500 Bewerber haben dann eine Einladung bekommen.

Ihr habt verschiedene Vorträge, Workshops und Meetups bei vielen unterschiedlichen Startups organisiert. Wollen nun mehr Teilnehmer in einem jungen Unternehmen arbeiten?

Hagen: Die Vorträge am ersten Tag sollten als Einleitung dienen und die Teilnehmer abholen – warum sind sie in Berlin? Was zeichnet die Berliner Startup-Szene aus? Wo geht die Entwicklung hin? Am zweiten Tag konnten die Studenten zwischen fünf verschiedenen Tracks (Future of Media, Future of Living, Future of Retail, Future of Mobility & Travel, Future of Financial Services) wählen, um zu erfahren, was es für innovative Firmen und Geschäftsmodelle gibt, wie die Startups sich positionieren und wo die Industrien sich hin entwickeln werden.

Viele der Teilnehmer waren ja grundsätzlich schon an Startups interessiert aber wir haben von vielen Teilnehmern gehört, dass sie sich nun definitiv in einem Berliner Startup bewerben wollen.

Wieso habt ihr die Tour eigentlich in Berlin gemacht?

Eylert: Berlin hat eine ungeheure Strahlkraft im Ausland, aber es ist dennoch schwieriger ohne Kontakte hier den Fuß in die Tür zu bekommen. Mit dem Berlin Talent Summit wollten den besten europäischen Talenten die Möglichkeit geben, ihr erstes (Job-)Netzwerk direkt vor Ort aufzubauen.

Die diesjährige Veranstaltung war schon deutlich größer als die im vergangenen Jahr. Was habt ihr für kommendes Jahr geplant?

Schumacher: Für nächstes Jahr – möglicherweise sogar schon Ende dieses Jahres – planen wir mehrere Versionen vom Talent Summit: Definitiv wird es einen zweiten Berlin Talent Summit geben, wahrscheinlich gehen wir aber auch in andere (ausländische) Städte – zum Beispiel London, New York oder Tel Aviv – und andere Industrien.

Vielen Dank für das Interview.

Harm-Julian Schumacher, Felicitas Hagen und Marco Eylert (v.l.n.r.) haben den Berlin Talent Summit organisiert.