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Die Audiotechnologie von Holoplot setzt auf hunderte Lautsprecher

Mit dem Ziel, in den US-Markt einzutreten, fuhr das Berliner Startup Holoplot zur „South by Southwest“ (SXSW) vergangene Woche nach Texas, mit einem Innovationspreis kommt das Team nach Hause. Die Audiotechnologie gewann am Dienstagabend den SXSW Interactive Innovation Award in der Kategorie Musik und Audio und setzte sich damit gegen vier andere Finalisten durch. 

Hinter Holoplot steckt ein Audiosystem, das Klänge in Räumen zielgerichtet ausspielen kann. Der Sound kommt aus einer Klangwand mit 1.000 Lautsprechern, die individuell steuerbar sind. In einem Raum kann ein Vortrag zum Beispiel auf einer Publikumsseite auf deutsch, auf der anderen auf englisch übertragen werden. Auch in Gebäuden mit herausfordernder Architektur kann Holoplot eigenen Angaben zufolge ein 3D-Sounderlebnis schaffen. Als Anwendungsfall dafür nennt COO Roman Sick einen Bahnhof. Die Deutsche Bahn ist übrigens Partner, seitdem Holoplot im vergangenem Jahr an dem DB Accelerator teilnahm.

Ein Raum, vielfältige Beschallung: Holoplot kann mit seinen Lautsprecherwänden definieren, wer was hört.

Ein Raum, vielfältige Beschallung: Holoplot kann mit seinen Lautsprecherwänden definieren, wer was hört.

Gespräche mit Investoren

„Wir fokussieren uns aktuell auf alle Bereiche im B2B-Audio, wo die Akustik aufgrund der Umgebung eine Herausforderung ist“, so Sick. „Ein Bahnhof ist hier ein gutes Beispiel aber es gibt da eine sehr große Anzahl an Anwendungsbereichen wie Konferenzen, Messen, Corporate Events oder Flughäfen.“ Zudem widmen sich die Audio-Spezialisten aus Berlin dem Thema „3D-Immersive-Audio“, das bei Virtual und Augmented Reality für ein authentisches Hörerlebnis sorgen soll. Mit der Deutschen Bahn sucht das Startup noch nach einem passenden Bahnhof für ein Langzeit-Pilotprojekt.

Wie viel die Installation des Audiosystems, das über eine App verwaltet wird, kostet, kann Sick nicht konkret beziffern: „Das System ist voll modular und es kommt total darauf an, was der Kunde damit machen möchte. Es lässt sich auf jeden Fall sagen, dass wir keineswegs außerhalb der üblichen Preise von professionellen Systemen im Audiobereich liegen.“

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Holoplot-COO Roman Sick und Head of Product Adrian Lara Moreno holten sich in Austin den SXSW Interactive Innovation Award für Musik und Audio ab.

Das Patent für die Technologie hat der Erfinder Helmut Oellers im Jahr 2005 angemeldet, das Unternehmen wurde 2011 gegründet. Sick ist seit drei Jahren für das Unternehmen tätig und mittlerweile Geschäftsführer. Aktuell beschäftigt Holoplot laut eigener Angaben sechs Mitarbeiter.

Bisher sei Holoplot privat finanziert, sagt Sick gegenüber Gründerszene und ergänzt: „Wir sind aber aktuell dabei, eine neue Finanzierungsrunde aufzustellen und sind laufend in Gesprächen mit Investoren.“

US-Test auf der SXSW

Die Suche nach Geldgebern dürfte nach dem Auftritt bei der SXSW diese Woche einfacher werden, wie Sick anklingen lässt. „Wir haben mit sehr vielen interessanten Kontakten gesprochen und definitiv einen erfolgreichen ersten Schritt in den US-Markt gemacht. Die Reichweite war sehr groß und es gibt neue Interessenten.“ Die Mission, bei der Konferenz zu testen, wie der Markt auf das Produkt reagiert, sei damit erfüllt. „Die Amerikaner sind im Gegensatz zu den Deutschen ja dafür bekannt, eine bessere Vorstellungskraft zu haben, wenn es um neue Technologien geht“, so der Holoplot-Manager.

Bilder: Holoplot; Katrina Barber/Getty Images for SXSW