Heiko Hubertz

Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz hielt noch knapp 30 Prozent der Anteile

Bigpoint ist mit Browserspielen groß geworden, hat aber den wichtigen Sprung auf mobile Geräte nie geschafft. Dass die Hamburger Spielefirma jetzt für lediglich 80 Millionen Euro an die chinesische Games-Firma Youzu verkauft wird, ist daher wenig verwunderlich.

Als Browserspiele in Deutschland vor fünf Jahren noch boomten, sollen die Hamburger etwa 600 Millionen Dollar wert gewesen sein. Damals hatten sich die US-Unternehmen TA Associates und Summit Partners die Mehrheit der Firma für 350 Millionen Dollar erkauft. Als Zielmarke für die nächsten Jahre gaben die neuen Eigentümer an, „den Wert von einer Milliarde US-Dollar zu übersteigen“.

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Davon ist Bigpoint aktuell aber meilenweit entfernt. Dass ihre Anteile mittlerweile nur noch einen Bruchteil wert sind, dürfte nicht nur die beiden US-Investoren ärgern. Auch Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz hielt zuletzt noch knapp 30 Prozent am eigenen Unternehmen.

Der Schnäppchenpreis spiegelt sich auch in den mageren Jahresergebnissen wider. Die letzten öffentlichen Zahlen von Bigpoint stammen aus dem Jahr 2014: Wie aus dem Eintrag im Bundesanzeiger hervorgeht, sackte der Konzernumsatz 2014 regelrecht ab, auf 66,9 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Bigpoint noch 93,4 Millionen Euro umgesetzt, 2012 waren es sogar 126,7 Millionen Euro.

Auch das Ebitda (Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit) ging von 14 Millionen Euro auf 10,9 Millionen Euro zurück. Das Konzerngesamtergebnis lag 2014 mit 21,5 Millionen Euro Verlust weiter deutlich im negativen Bereich. Deutlich besser schlägt sich etwa InnoGames. Die Hamburger starteten ebenfalls mit Browser-Games, knackten aber vor allem durch ihr starkes Mobile-Wachstum zuletzt die magische Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro.

Hubertz startete Bigpoint bereits 2002. Insgesamt soll sein Unternehmen laut Crunchbase über die Jahre mindestens 460 Millionen Dollar aufgenommen haben. Dass ein deutsches Startup-Urgestein nun regelrecht verscherbelt wird, ist umso tragischer. Hubertz selbst hat sich über die Jahre allerdings breiter aufgestellt, ist in der deutschen Tech-Szene gut vernetzt und bei vielen Startups involviert, etwa HoneyTracks oder Cashboard.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Official GDC; Mitarbeit: Niklas Wirminghaus