„Wollen Wohnung mieten?“ – eine Maklerin aus der Stock-Foto-Welt

Nur wenige Startups bringen ihre Konkurrenz so sehr in Rage wie die neuen Makler-Plattformen. Ein Gründerszene-Interview mit einem Immobilienmakler, der auf die Startup-Seite gewechselt ist, provozierte wütende Kommentare seiner ehemaligen Kollegen. Einer schrieb etwa: „Ich bin seit 22 Jahren selbstständiger Immobilienmakler und bin mir ganz sicher, dass die meisten neuen Startup-Unternehmen auf Dauer nicht durchhalten werden.“ Vermieter und Verkäufer bräuchten den persönlichen Kontakt zum Makler, lautete sein Tenor.

Eine Gesetzesänderung hatte im vergangenen Jahr zahlreiche Startups auf den Plan gerufen. Die neue Regelung besagt: Wer den Makler bestellt, muss ihn bezahlen. Die Plattformen sollen nun eine Alternative zum Makler bieten. So lässt sich von der Ausmessung einer Immobilie bis zur Schlüsselübergabe alles über ein Startup abwickeln – meist zu einem festen Preis.

In dem mittlerweile diversen Markt der Online-Angebote ist es schwer, den Überblick zu behalten. Wer sind die relevanten Spieler?

Der Anbieter Domiando hat Gründerszene die Rohdaten seiner Marktbeobachtung zur Verfügung gestellt. Auf Plattformen wie Immobilienscout24 ist öffentlich einsehbar, wie viele Wohnungen und Häuser die Startups im Angebot haben. Die Auswertung ist in der Grafik zu sehen:

Domiando hat dafür Informationen auf den Portalen ImmobilienScout24, eBay Kleinanzeigen, Immowelt, Immonet und Kalaydo ausgewertet. Die Daten wurden über die Anbieterprofile und die Freitextsuche am Ende des Monats erhoben. Bis auf ImCheck24 konzentrieren sich die Startups – laut Auswertung – vor allem auf Mietwohnungen.

McMakler sticht mit seinem Wachstum hervor. Vendomo von Rocket Internet stellte seinen Dienst zum Ende vergangenen Jahres ein. Aus Gründen der Übersicht sind die Anbieter Lifelife, Nesthub, Immomio und Vermietster.de aus der Auswertung herausgefallen, da sie nicht an mindestens zwei Monaten des betrachteten Zeitraums mehr als zehn Objekte auswiesen. Die Grafik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zum Vergleich: Einer der größten klassischen Immobilienmakler, Engel & Völkers, hat etwa 650 Wohnungen und Häuser zur Miete in ganz Deutschland auf seiner Homepage im Angebot, und bietet mehr als 1.700 Immobilien zum Kauf an. Die Stiftung Warentest verglich die Angebote der Startups im vergangenen Jahr.

Bild: Getty Images/CaiaImageCLOSED