Hier ist selbst das Essen nachhaltig: zur Pressekonferenz zum angehenden Start des Avocado Store (www.avocadostore.com) reichten sie Bio-Limo und gesunde Brötchen. Persea gratissima, eine fettreiche Südfrucht, stellt das Symbol, mit dem Stephan Uhrenbacher und Philipp Gloeckler ihren Marktplatz für handselektierte Bioartikel an den ökobewussten Bundesbürger bringen will. Das ganze erinnert an ein Amazon, bei dem der Fokus aber klar auf Werten wie Nachhaltigkeit oder Fairness liegt. Aber man will hipp sein. Auf der Webseite sucht man deshalb vergebens nach fauligen Äpfeln oder Omas Eingemachtem, sondern findet Bio-Jeans oder Laptop-Taschen aus Filz vor.

Entstanden ist der Bio-Marktplatz so wie es im Web2.0-Handbuch steht: Der Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher suchte über Twitter nach innovativen Gründern und fand in Philipp Gloeckler den passenden Partner um dessen StartUp-Idee umzusetzen. Nach einem einstündigen Spaziergang in Berlin wurde die zukünftige Zusammenarbeit per Handschlag besiegelt. Die weitere Entstehungsgeschichte beschreibt Philipp Gloeckler im Interview:

Stephan Uhrenbacher wäre nicht Stephan Uhrenbacher, wenn er den User vergessen würde. Im Interview erklärt er die Einbindung der Nutzer nicht nur als zahlende Masse, sondern auch als Kontrolleur der eigens festgelegten Werte. Ob das funktionieren kann und ob es in Deutschland wirklich einen Trend gibt, hin zu nachhaltigen Alltags-Produkten — bei einem saftigen Preis — bleibt abzuwarten. Natürlich möchte jeder Bio. Aber will dafür auch jeder zahlen?