Birchbox, Parfümproben, Kosmetikproben

Birchbox ist der Name eines neuen Geschäftsmodell aus den USA, das auch hierzulande noch für einige Bewegung sorgen könnte – vorwiegend wohl in Form deutscher Copycats zum Thema. Durch das Verschicken von Kosmetik-Boxen mit Proben konnte das New Yorker Birchbox für einige Aufregung in der Frauenwelt sorgen.

Birchbox verschickt Kosmetikproben im Abomodell

Es ist ein recht simples Modell, auf dem Birchbox fusst: Die vorwiegend weibliche Klientel zahlt eine monatliche Gebühr über zehn US-Dollar und erhält dafür jeden Monat eine Box mit vier bis fünf Kosmetikproben. Das Spektrum der ausgelieferten Proben reicht von Haar- und Nagelprodukten über Hautpflege und Makeup bis hin zu Cremes. Bricht man es herunter, versteckt sich hinter diesem Ansatz das von Webseitenbetreibern so ungern in den Mund genommene Wort „Abo“.

Der Monthly-Subscription-Service kann auch jahrweise abgeschlossen werden und baut somit auf ähnliche psychologische Mechanismen wie Shoppingclubs: Die vorwiegend weiblichen Nutzer erhalten exklusive Marken zu günstigen Preisen zu sich nach Hause geschickt – der Reiz des exklusiven Clubs und der Auktionen wird durch die Überraschung in den Boxen abgelöst. In Verbindung mit Couponing-Angeboten und Makeup-Tipps entsteht so ein Frauenangebot, mit dem Nutzerinnen Highend-Produkte testen können, ohne diese vollständig teuer kaufen zu müssen.

Wann folgen die deutschen Birchbox-Copycats?

Das Modell von Birchbox ist so simpel – und auch entsprechend in den USA gefragt –, dass es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch ein deutscher Ableger den Markt betritt. Glaubt man der Gerüchteküche, sitzt in München bereits ein Stealth-Team an einem Birchbox-Klon – weitere Nachahmer dürften schon in der Entstehung sein.

Auch die Deutsche Post soll sich an diesem Ansatz vor einiger Zeit bereits mit Testbox.de versucht, sein Unterfangen jedoch recht schnell eingestellt haben. Wird es nun ein Revival des Modells geben? Birchbox dürfte vor allem ein Vertriebsthema sein: Es gilt die großen Kosmetik- und Parfümhersteller zu gewinnen und diesen dann entsprechend Material zu entlocken. Teure Hersteller sind aber häufig extrem zurückhaltend, wenn ein Risiko besteht, dass sie ihre Marke(n) entwerten – dies zeigte schon die BeautyDeal-Pleite Ende 2009, wo Kosmetikhersteller wie Beiersdorf kurzerhand den Nachschub abdrehten.

Auch Team-Europe-Gründer Lukasz Gadowski hat schon überraschend unverblümt gefragt, wer in Deutschland derzeit an einem entsprechenden Klon sitze. Bastelt auch der Inkubator aus Berlin an einem Birchbox für Deutschland? Auf Anfrage antwortete Gadowski: „Wir finden das Konzept interessant. Gemeinsam mit einigen befreundeten Angels und VCs wollen wir schauen, ob es ein sehr gutes Team gibt, in welches wir investieren können.“ Wer das Modell mit Kapitalbedarf klont, hat also schon mal einen potentiellen Geldgeber zur Verfügung – weitere dürften folgen?