Blumen.de Team

Das Team von Blumen.de mit Gründer Marcus Seidel (zweiter von links)

Markenzeichen: Simple Domains

Es ist fast so etwas wie sein Markenzeichen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Marcus Seidel gibt es keine Fantasienamen, bei ihm bestimmen die Domainnamen das Geschäft: Mit Gutscheine.de erreichte er einen Exit an die RTL-Sendergruppe, mit Brillen.de startete er einen Online-Optiker. Nun ist das jüngste Projekt online gegangen: Blumen.de.

Ins Floristik-Geschäft steigt Seidel damit allerdings nur indirekt ein. Blumen.de ist eine Metasuchmaschine, ein Preisvergleich. Zwar ließen sich „die Preise für Schnittblumen noch relativ einfach vergleichen“, erklärt Seidel gegenüber Gründerszene – komplizierter wird es bei anderen Produkten: Weil sich „einzelne Pflanzen deutlich unterscheiden, etwa hinsichtlich des Wachstums, des Standortes, der Liefergröße etc., pflegen wir umfangreiche Metadaten ein. Erst damit wird ein guter Vergleich möglich.“

Derzeit verweist Seidel auf etwa 30 bis 35 Onlinehändler für Blumen und Pflanzen – die meisten davon seien bereits Partner von Blumen.de – und in Summe „auf einige tausend verfügbare Produkte, welche in Zukunft auf der Plattform miteinander verglichen werden sollen“. Geld verdienen will Seidel durch die Vermittlungsprovisionen.

Finanziert hat Seidel das Projekt eigener Tasche, also aus den Gewinnen seines Gutscheine.de-Exits an RTL. Auch wenn er mit den für ihn „wichtigen Investoren im Gespräch ist“, gibt es derzeit keine externen Geldgeber. Dafür aber gute Kontakte zu den Fernsehsendern – und stolze Markterwartungen: „In den Online-Blumengeschäft-Segmenten DIY, Blumen und Garten wurden in den letzten Jahren 20 bis 30 Prozent Wachstum erreicht, gleiches wird auch für die Zukunft erwartet.“ Allein der Schnittblumen-Markt habe in Deutschland ein Milliardenvolumen. Mit BloomyDays oder dem jüngst millionenfinanzierten Miflora wollen weitere Startups daran teilhaben. „Ein umfassender Preisvergleich ist mir aber noch bekannt,“ sagt Seidel.

Bis Jahresende 15 Mitarbeiter geplant

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Angefangen hat bei Blumen.de alles kurz vor Weihnachten. Nachdem die Internetadresse vom Pflanzenanbieter Florito.de übernommen wurde – für welche Summe will Seidel nicht verraten –, habe man die Plattform gebaut und die ersten Datensätze eingepflegt. Bei all dem kann Blumen.de auf Kapazitäten der anderen Seidel-Unternehmen zurückgreifen. „Das hat gerade in der Startphase zahlreiche Vorteile hinsichtlich der Kostenstrukturen und Fehlerquellen, die andere beim Start haben“, verrät Seidel. „Das hat natürlich Kosten gespart.“ Derzeit sind inklusive Seidel sieben Mitarbeiter bei Blumen.de beschäftigt, bis zum Jahresende sollen es etwa 15 sein.

Eigene Läden soll es bei Blumen.de derweil nicht geben. An einem solchen Konzept hatte sich Seidel beim Online-Brillenhändler Brillen.de versucht, die Idee allerdings aufgeben müssen. In den vergangenen Monaten wurde das Geschäftsmodell auf Kooperationspartner umgestellt – den gleichen Ansatz verfolgt etwa auch der Mittbewerber MisterSpex.

Dennoch sollen nicht nur die großen nationalen Anbieter auf der Plattform verglichen werden, sondern auch regionale. Dafür in Frage kommen laut Seidel mehrere Tausend Blumenläden in Deutschland. „Nach unseren Erfahrungen haben diese in vielen Fällen keine IT-Infrastruktur vor Ort, aber dafür ein Smartphone oder ein Fax und darauf muss man sich einstellen. Wenn es irgendwann soweit sein sollte, dass wir regionale Geschäfte an die Plattform anbinden, müssen wir alle Kommunikationswege unterstützen“, glaubt Seidel. Das soll unter anderem per Email und App passieren. Kunden können per Web- und bald auch per Smartphone-App nach den passenden (regionalen) Anbietern suchen und auf diesem Weg auch bezahlen.

Bild: Blumen.de