Bonaverde

Bonaverde-CEO Hans Stier und -COO Felix Artmann

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind Hans Stier und Felix Artmann, und wir haben mit Bonaverde (www.bonaverde.com) die erste Röst-Mahl-Brüh-Kaffeemaschine der Welt gebaut, um einen Direkthandel zwischen Bauer und Konsumenten aufzubauen und ein bisschen mehr Transparenz und Fairness in das Kaffeegeschäft zu bringen.

Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Wir lieben Kaffee – aber der grundsätzlich fad und abgestanden schmeckende Filterkaffee, die Magenschmerzen durch die Säure und Bitterkeit der nicht mehr wirklich frischen Bohnen und die lächerlich ineffiziente und nicht zuletzt unfaire Wertschöpfungskette von zirka 17 Schritten zwischen Bauer und Konsument haben uns Kopfzerbrechen bereitet.

Gerade Letzteres hat uns inspiriert, eine Lösung zu finden, wie wir Bauern und Konsumenten näher zusammenbringen können. Zudem war der Filterkaffeemarkt überfällig für eine technische Innovation und birgt riesiges Potenzial: Fünf Millionen Maschinen werden allein in Deutschland im Jahr verkauft.

Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Hans Stier, 30, hat Jura in Passau und BWL an der ESCP in Berlin und Paris studiert, vorher für das Startup Alles Anna und die RWE gearbeitet. Felix Artmann, 26, hat BWL und Maschinenbau an der TU München studiert, vorher bei der Munich Strategy Group und als Entrepreneur in Residence gearbeitet. Wir spielen beide Feldhockey im gleichen Verein (Real von Chamisso) und haben uns dort kennengelernt.

Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

Wir bieten echtes Home Roasting mit der ersten richtigen All-in-One-Kaffeemaschine! Es gab in der Vergangenheit Maschinen, die in die Richtung gingen, aber nie den Markteintritt schafften. Wir sind mittlerweile bei über 400 Prozent unseres Funding Goals auf Kickstarter, unser Markteintritt steht also außer Frage.

Mithilfe dieser Maschine stellen wir die bisherige Wertschöpfungskette komplett auf den Kopf – weil wir die Stakeholder umgehen, die bisher die größten Margen einfahren. Unsere Konsumenten kriegen den frischest- und mildestmöglichen Kaffee, und unsere Bauern bekommen bessere Preise.

Wie wollt ihr garantieren, dass die Kaffee-Erzeuger ihren fairen Anteil am Verkauf erhalten und was bedeutet ein fairer Anteil?

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Derzeit zahlen wir 50 Prozent über Weltmarktpreis an unsere Bauern aus Costa Rica und Äthiopien. Da wir das Rohprodukt an den Endkonsumenten verkaufen, ist schlechte Qualität unmöglich an den Kunden zu bringen (da diese im unbehandelten Rohstoff sichtbar würde - im Gegensatz zu beispielsweise gemahlenem Kaffee), beziehungsweise wir sind geradezu gezwungen, durch gute Preise feste Bindungen zu unseren Partnerbauern aufzubauen. Unsere Website “farmers become faces” bietet auch größtmögliche Transparenz – Konsumenten können die Entwicklung hautnah miterleben und direktes Feedback an die Bauern geben – und natürlich vice versa.

Arbeitet ihr bei der Belieferung mit Kaffeebohnen auch mit dem Konzept Abo-Commerce oder wie wollt ihr die Kundenbindung gewährleisten?

Ein Abo-Commerce Modell ist geplant. Zuverlässiger Service und der Aufbau unserer Community plus die daraus resultierende Bauer-Konsumenten-Interaktion sind aber die weitaus wichtigeren Faktoren für uns, um eine loyale Kundenschaft zu gewinnen. Wir empfehlen zudem die besten Bohnen für unsere Maschine sowie die dazugehörige Röstung.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Genau deswegen haben wir unser Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter gestartet, um Kapital einzusammeln. Die Resonanz war bisher wie gesagt überwältigend. Auf kickstarter.bonaverde.com kann man das Projekt noch bis 8. Dezember (Mitternacht) unterstützen und sich gleich eine der ersten Maschinen sichern. Als Nächstes sind wir dann auf der Suche nach einem geeigneten PE/VC.

Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Siehe oben. Mitarbeiter werden wir demnächst vor allem im Bereich Social Media Marketing, Community Management, Coffee Sourcing und Service benötigen.

Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

Henry Ford! Henry Ford war ein wahrer Unternehmer – er brachte das Automobil zur wirklichen und erschwinglichen Serienproduktion. Er verlor nicht den Fokus und dachte immer nachhaltig.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Michael Brehm, den Gründer von StudiVZ.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Heute in einem Jahr haben wir die erste Produktionswelle ausgeliefert, die laufende Produktion ist in vollem Gange, wir haben eine Top-Online-Plattform aufgebaut, freuen uns über eine stetig zunehmende und begeisterte Kaffee-Community und wachsen zusehends in Europa und USA. Ja, wir sind Optimisten. ;)

Bilder: Bonaverde