gerrit jan reinders

Gerrit Jan Reinders hat Box At Work gegründet

Gerrit Jan Reinders steht auf Boxen. Sein Startup Box At Work vermietet sie, liefert sie zu Menschen an die Haustür und holt sie auch wieder ab. Diese Boxen werden zum Beispiel für Umzüge genutzt. Sie können aber auch beim Startup gelagert werden. Abgewickelt wird dabei alles über das Internet, gezahlt wird nur für den Mietzeitraum. Box At Work agiert damit in einem Markt, den Rocket Internet mit SpaceWays austestete, dann aber wieder zurückfuhr. Vorbilder für das Rocket-Venture waren US-Unternehmen wie Boxbee und MakeSpace

Der 31-jährige Reinders gründete Box At Work im Sommer 2014 in Berlin. Zuvor war der gebürtige Niederländer als Wirtschaftsprüfer für Deloitte tätig. Neben Berlin ist das Startup hierzulande auch in Hamburg, Stuttgart, Dortmund, Essen, Bochum, Frankfurt, Bonn und Münster vertreten. Finanziert wurde Box At Work nach eigenen Angaben mit 1,2 Millionen Euro, von einem Private-Equity-Unternehmen das anonym bleiben will.

Der Gründer im Gespräch mit Gründerszene:

Boxen und Lagerfläche – das ist wenig digital. An welcher Stelle kommt das Internet bei Euch zum Einsatz?

Wir haben wahrscheinlich den größten Bestand von online erfassten Gütern in der ganzen Welt. Somit sind wir ein Selfstorage-Anbieter, der es seinen Kunden immer ermöglicht, Zugriff auf ihre Sachen zu haben. Die meisten wissen nämlich nach zwei Monaten gar nicht mehr, was sie alles gelagert haben.

Was macht Ihr anders als die Konkurrenz?

Niemand macht es so, wie wir es tun. Man bestellt einfach von der Couch aus und wir kommen und holen alles ab. Da wir alles außerhalb der Großstädte lagern, bezahlt man viel weniger für einen Quadratmeter. Man bekommt alles online und kann es über seinen persönlichen Account innerhalb von 24 Stunden zurückbestellen. Zudem verwenden wir „grüne“ Plastikboxen.

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Was ist an denen so „grün“?

Die Box kann 400 mal wiederbenutzt werden, sie ist aus Polypropylen05 gemacht, welches sehr leicht zu recyceln ist. Und wir haben einen sogenannten „cradle to cradle“-Zyklus. Das heißt, dass jede Plastikbox von Box at Work nach dem Gebrauch in eine neue umgewandelt wird. Deswegen haben alle unsere Boxen einen „Blauen Engel“-Stempel.

Wie läuft ein Liefertermin bei Euch ab?

Unser Kunde bestellt bei uns online oder per Telefon. Wir fahren zu unserem Kunden und holen alles ab, was er lagern möchte. Oder wir bringen ihm zuerst unsere Boxen, wenn er seine Sachen noch zu verpacken hat. Unser Kunde kann sich auch vor dem Packen unsere App herunterladen und sich seine Online-Übersicht selbst zusammenstellen, in dem er die Boxen scannt und Fotos vom Inhalt der Boxen macht. Dann wird alles in die Cloud hochgeladen.

Kümmert Ihr Euch um die Logistik selbst oder überlasst Ihr das Drittanbietern?

Wir haben unsere eigenen Fahrer, Lagerhäuser und Trucks. Selfstorage ist ein Business, das auf Vertrauen beruht. Wir bürgen für alle unsere Fahrer und Lagerhäuser. Die gelagerten Gegenstände unserer Kunden sind deswegen natürlich auch versichert.

Konkurriert Ihr auch mit den derzeit gehypten Umzugs-Startups?

Der Umzugsmarkt verändert sich im Moment sehr schnell und wir haben natürlich ein Auge darauf. Aber unser Hauptfokus liegt darauf, dass wir so viele Quadratmeter wie möglich vermieten.

Was kostet das ganze für den Kunden?

Lagerraum startet ab acht Euro pro Quadratmeter. Daneben lagern wir auch Boxen für einen Preis ab 0,50 Euro ein. Der Preis ist abhängig von der Lagerdauer und der Menge. Umzugsboxen bekommt man schon ab einem Euro.

Gestartet seid Ihr in Berlin. Was kommt jetzt?

Innerhalb der kommenden zwei Monate werden wir in jeder großen Stadt Deutschlands vertreten sein. Zusätzlich sind wir jetzt mit Zürich in der Schweiz gestartet, Basel, Bern und Genf folgen bald. Wir planen auch schon unsere Europa-Expansion und dabei ist Frankreich unsere Hauptpriorität.

Angenommen, Ihr bekommt jetzt einen Kundenansturm: Könnt Ihr den mit entsprechenden Lagerflächen und Boxen abfangen?

Wir haben allein in Deutschland 62.000 Boxen und mehr als 100.000 Quadratmeter an Lagerfläche zu Verfügung. Dadurch können wir sowohl kleine, als auch große Kunden bedienen.

Bild: Box At Work