Was sollen wir lesen?

Ja, die Arbeit ist wichtig. Keine Frage. Man sollte natürlich viele Fachbücher lesen. Auch die meisten Gründer oder Investoren haben auf unsere Anfrage hin ein Fachbuch empfohlen, wie Ihr beim Durchklicken der Galerie merken werdet. Aber manchmal ist es hilfreich, einen kleinen Abstecher zu machen. Die Gedanken abschweifen zu lassen. Die besten Ideen kommen eben nicht am Schreibtisch, sondern in der U-Bahn, beim Feierabendbier in der Bar oder in der Mittagspause beim Spaziergang zum Lieblingslokal. Ein Umweg kann der gerade Weg zum Ziel sein. Das gilt auch für Bücher. Mit offenen Augen und offenem Gehirn kann man auch aus einem Gedichtband von Joseph Freiherr von Eichendorff eine Menge lernen:

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.“

Meint Eichendorff das Internet der Dinge? Ist das Zauberwort ein Passwort, an das man sich einfach nicht erinnern kann? Ich empfehle die Gedichtsammlung „Schläft ein Lied in allen Dingen“ (7,90 Euro, 272 Seiten, Deutscher Taschenbuch Verlag) und Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (4,90 Euro, 160 Seiten, Deutscher Taschenbuch Verlag). Texte, die immer wieder verzaubern. Unseren Blick auf die Welt und den Augenblick, in dem man sie liest.

Anzeige
Die Familienromane unserer Generation schreibt der Norweger Karl Ove Knausgård. In „Sterben“ (10,99 Euro, 576 Seiten, btb Verlag) beschreibt er seine Kindheit – vor allem seinen schwierigen Vater. Und den langsamen, schmerzhaften Abschied von den Eltern, wenn sie alt werden. Er macht das so genau und unbarmherzig, dass man es stellenweise kaum ertragen kann.

In „Lieben“ (12,99 Euro, 768 Seiten, btb Verlag) schreibt Knausgård über sein Leben als junger Familienvater. Was bleibt von der brennenden, bohrenden Liebe, wenn die Geliebte plötzlich zur Mutter wird? Wie kann man einen Baby-Gymnastikkurs besuchen, ohne seine Würde als Mann zu verlieren? Knausgård raucht und trinkt zu viel, verliebt sich andauernd, schweigt gerne – und ist ganz sicher kein netter Typ, den man jeden Tag gerne um sich hätte. Seine Bücher sollte man genau deshalb dringend lesen.

Soviel zu meinen Empfehlungen. Lest hier, welche Bücher Euch Gründer oder Investoren empfehlen. Und übrigens: Wir wollen die Liste erweitern – also schickt uns Eure Tipps!

Zur Galerie

Das wohl beliebteste Buch unter Gründern derzeit: „The Hard Thing About Hard Things: Building A Business When There Are No Easy Answers“ (26,32 Euro, 308 Seiten, Harper Business) von Star-Investor Ben Horowitz. Unter anderem empfehlen Hubraum-Gründer Peter Borchers und Crowdflow-CEO Marc C. Lange das Buch.

Mitarbeit: Hannah Loeffler; Bild: © panthermedia.net / Galina Peshkova; Galerie: Screenshots