Johanna Maria Knothe soll den Business Salon moderieren

„Wir brauchen keinen ‚Behindertenausweis‘ durch eine gesetzliche Sonderregelung, um nach oben zu kommen“, sagt Judith Sylla. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die 36-jährige als Freelancerin in der TV-Produktion – als „typische Karrierefrau“ sieht sie sich nicht. Dass das Thema Frauenquote derzeit überall heiß diskutiert wird, findet sie zwar durchaus positiv, immerhin wird dadurch über das Thema Gleichberechtigung gesprochen. An der Wirksamkeit der Quote zweifelt sie jedoch.

Anzeige
Tatsache ist: Frauen sind im Beruf längst nicht gleichberechtigt. Nicht nur sind sie deutlich weniger häufig in Führungspositionen vertreten als ihre männlichen Kollegen. Sie verdienen auch weniger. In der Startupwelt sind sie ebenfalls unterrepräsentiert: Im vergangenen Jahr betrug die Anzahl der Gründerinnen nur gerade einmal rund zehn Prozent.

Aber warum ist das eigentlich (noch) so? Sind Frauen tatsächlich so viel schwächer in Verhandlungen über Gehaltserhöhungen und Aufstiegsmöglichkeiten? Gründen sie seltener, weil sie risikoscheuer sind als Männer? Oder stecken sie bewusst zurück, weil sie sonst Sorge haben, Beruf und Familie nicht zusammenbringen zu können?

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Leetchi-Gründerin: „Viele Frauen haben Angst davor, eine Führungsposition zu übernehmen“

Genau um diese Fragen soll sich Business Salon drehen, eine Talkrunde für Frauen, die von Sylla initiiert wurde und sich derzeit in Vorbereitung befindet. „Wir wollen einfach drüber reden, mit dem langfristigen Ziel, dass sich die Frauenquote endlich ganz von selbst regelt“, sagt sie. Auf die Idee zum Talk kam sie durch den Hamburger Bottle Salon, wo sich Frauen monatlich zu Karrierethemen austauschen und netzwerken können. Bei Business Salon nun sollen auch die Frauen (und Männer) vom Austausch profitieren können, die nicht aktiv am Talk teilnehmen: Neben der Veröffentlichung im Web sollen auch Fernsehsender auf das Format aufmerksam gemacht werden.

Die Talk-Gäste können Coaches, Karrierefrauen, Studentinnen sein – oder auch mal ein Mann, der etwas zum Thema zu sagen hat. Sylla betont gegenüber Gründerszene, es müssten „nicht unbedingt nur typische Business-Frauen“ sein. Wichtig sei nur, dass die Gäste viel zu erzählen haben.

Elitär oder dröge soll das Format in keinem Fall werden. „Bloß weil die Zielgruppe Frauen sind, die weiterkommen wollen im Leben, heißt das ja nicht, dass unser Produkt ‚unsexy‘ wird“, sagt Johanna Maria Knothe, Medienfrau und Moderatorin von Business Salon. „Bauch-Beine-Po-, Shopping- und Dating-Themen laufen wie Hulle! Wo bleibt denn hier mal der #Aufschrei? Und die Solidarität der Frauen?“

Damit das Projekt tatsächlich realisiert werden kann, läuft derzeit eine CrowdfundingKampagne von Business Salon auf Startnext. Das Fundingziel sind 55.000 Euro (Fundingschwelle 40.000 Euro). Damit sollen ein bis zwei Pilotfolgen mit Länge von 30 bis 45 Minuten produziert werden. Diese sollen als Basis für eine Staffelproduktion dienen, die langfristig von Kooperationspartnern finanziert werden soll.


Sehr verrucht wirbt Business Salon um die Gunst potenzieller Investoren:

Bild: Business Salon