Die Cashboard-Gründer Marius Schulze, Stephan Henker, Robert Henker und André Holdschick (von links)

Im November 2012 schaffte Refined Investment für seine Trading-Plattform den Europarekord im Crowdfunding: 100.000 Euro kamen in 53 Minuten zusammen. Wenige Monate später gab es noch einmal 350.000 Euro, damals wurden neun Stunden benötigt, auch das zu der Zeit ein Rekordwert.

Inzwischen hat das 2010 gegründete Fintech-Startup seine Strategie geändert – das Anlageportal Cashboard, das im vergangenem Sommer zusätzlich zur Trading-Plattform gestartet wurde, steht nun im Fokus. Das spiegelt sich in einer Änderung des Unternehmensnamens wieder, der seit Mitte April offiziell Cashboard GmbH lautet. Und: Das Startup bietet seinen Crowd-Investoren an, ihre Anteile wieder zu verkaufen.

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„Statt Profitabilität steht nun Wachstum im Vordergrund“, erklärt das Startup zu den Beweggründen. Im Businessplan für die kommenden Jahre seien „erhöhte Investitionen und damit ein negatives Ergebnis“ vorgesehen. „Vor diesem Hintergrund sind Gewinne und eine Rückzahlung der gewährten Darlehen nicht vor 2019 geplant.“

Heute Morgen informierte Cashboard die insgesamt 478 Investoren, die sich 2012 und 2013 über Seedmatch mit 450.000 Euro beteiligt hatten. Ihnen bietet Cashboard 668.250 Euro, was einer Rendite von 48,5 Prozent entspricht (und damit in etwa dem Bonuszins, der bis 2017 fällig werden würde). Dazu kommt, dass wegen der Verlustzuweisungen

Drei Wochen haben die Geldgeber Zeit zu entscheiden, ob sie das Angebot zur Rückzahlung ihrer stillen Beteiligungen und partiarischen Nachrangdarlehen annehmen wollen. Laut Cashboard wäre die gewährte Rendite von 48,5 Prozent „die höchste, die ein in Deutschland crowdfinanziertes Startup seinen Investoren jemals gezahlt hat“. Gründer Robert Henker sagt: „Wir sind 2010 als eines der ersten deutschen Fintech-Startups gestartet und hatten es als Pioniere auf diesem Gebiet entsprechend schwer, Investoren zu finden. Ohne das Vertrauen der Crowd wäre unser Wachstum nicht finanzierbar gewesen.“ Crowd-Investoren, die von dem neuen Geschäftsmodell nicht überzeugt seien, hätten mit dem Buy-out die Möglichkeit auszusteigen, erklärt Henker gegenüber Gründerszene. Wer an das neue Konzept glaube, könne dagegen an Bord bleiben – müsse aber auch damit rechnen, dass seine Anteile mit dem Einstieg neuer VCs nach und nach verwässert werden.

Um den Buy-out der Crowd zu stemmen, hat Cashboard Kapital von externen Investoren aufgenommen. Das Besondere: Darunter sind höchst prominente Geldgeber – unter Startups, die zunächst von der Crowd finanziert wurden, ist das selten. Neben dem ProSiebenSat.1-Accelerator, den Cashboard im Herbst durchlaufen hat, und dem Berliner Company Builder Makers, aus dessen Umfeld das Startup kommt, sind neu dabei: die VCs Earlybird und Heilemann Ventures aus Berlin sowie Redalpine aus der Schweiz, Business Angel Heiko Hubertz - und nicht zuletzt der legendäre Silicon-Valley-Accelerator 500 Startups. Offenbar ist die Finanzierungsrunde zweigeteilt, über das für den Buy-out nötige Geld hinaus soll es zusätzliches Wachstumskapital für Cashboard geben. Um welche Summe es sich dabei handelt, ist bislang nicht bekannt.

Bild: Cashboard