Cengiz Kurt Clipkit Startup Helden

Clipkit-Gründer und -CEO Cengiz Kurt (40)

„Startup-Held“ Cengiz Kurt im Interview

Ganz neu ist Cengiz Kurt im Gründungs-Business nicht: 2001 rief er die Online-Marketing-Agentur Cormes ins Leben, bevor er 2008 gemeinsam mit Werner Vollert den Online-Video-Vermarkter Clipkit startete. Der will mit seinem Video-Syndication-System, einer eigenen Player-Technologie und einem großen Videoarchiv Advertiser, Publisher und Video Owner zusammen bringen. Seit Kurzem ist über Clipkit zum Beispiel eine vollautomatische, kontextbasierte Ausspielung von Videos innerhalb von Webseiten möglich.

Das Startup weist heute eine Gesamtreichweite von monatlich 280 Millionen vermarktbaren Video-Views im DACH-Bereich beziehungsweise 320 Millionen Views in der Türkei auf und beschäftigt knapp 60 Mitarbeiter an fünf internationalen Standorten. Gründer und CEO Kurt spricht im Interview über Alleinstellungsmerkmale und Wachstumsschmerzen.

Wer nutzt Clipkit wofür?

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Unsere Video-Syndication-Technologie und die Content-Library bilden eine Art Marktplatz, auf dem sich Werbetreibende, Website-Betreiber und Videoproduzenten treffen: Die Publisher binden den Clipkit-Player zusammen mit dem für sie kostenfreien Content ein, sie sparen sich die Streaming-Gebühren und monetarisieren die Video-Inhalte durch passende Werbekampagnen. Für die Videoproduzenten bedeutet die Nutzung unseres Syndikationssystems eine weite Verbreitung an hochwertige Partnersites – auch sie erhalten einen Teil der Werbeerlöse. Und die Clipkit-Werbekunden, wie O2, Beck ́s, Sony Music, 20th Century Fox oder Allianz, profitieren von hohen Reichweiten in zielgruppenrelevanten Kanälen.

Woher wisst ihr, bei welchen Nutzern welche Videos am besten ankommen?

Der User sucht die Inhalte auf der Website des Publishers aus und wir stellen die dazu passenden Videos dazu bereit, 150.000 Premium-Videos, sortiert nach Channels oder Playlisten. Mit ClipSnap, unserem neuesten Player, geht das noch einfacher: ClipSnap erkennt den Inhalt der Website und spielt automatisch und in Echtzeit die entsprechenden Videos aus. Solche kontextbasierten Videos freuen das Publikum und bringen dem Publisher mehr Reichweite. Gleichzeitig wird der Aufwand für Publisher beziehungsweise Vermarkter kleiner, denn ClipSnap lässt sich mit nur einem Embed-Code auf allen Websites einbinden.

Was macht Clipkit anders als die Konkurrenz?

Wir haben sehr viel Erfahrung in der Inhouse-Vermarktung und können Werbetreibende auch hinsichtlich Programmatic Selling beraten. Ein weiteres Alleinstellungsmerksmal ist unsere selbst entwickelte Syndication-Technologie inklusive Data-Warehouse. Mit diesem skalierbaren Self-Service-System haben wir einen cloud-basierten und sicheren Marktplatz geschaffen, der in seiner Flexibilität bei unseren Kunden sehr gut ankommt. Im Gegensatz zu Wettbewerbern bieten wir unseren Player komplett als White-Label-Lösung im Look and Feel des Partners an.

Clipkit ist bereits sechs Jahre alt. Ging die Professionalisierung mit Wachstumsschmerzen einher?

2008 ging es mit zehn festen und einigen freien Mitarbeitern in Berlin los, inzwischen sind wir knapp 60 mit weiteren Standorten in Köln, Frankfurt, Istanbul und Porto. Wir wollten solide wachsen – in Sachen Produktpalette ebenso wie bei den Mitarbeitern. Also haben wir bewusst auf die Entwicklung junger Kollegen gesetzt und erst später erfahrene Team-Leads dazu geholt, immer unter der Prämisse des „Cultural fit“. Aber klar: Es bleibt nicht aus, dass sich im Rahmen der Professionalisierung Wege trennen und das ist schon schmerzlich. Start-up heißt eben auch: jeden Tag ein bisschen Veränderung. Das muss man aushalten können.

Welche Tipps hast Du für andere Gründer parat?

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Kümmere dich um deine Vision und die Produkte und hole dir frühzeitig Profis an Bord, die Basisprozesse absichern, sich also um Organisation, Recht oder Marketing kümmern. Beim Thema HR werden Mitarbeiter gebraucht, die mitwachsen können. Warte mit dem Venture Capital, lieber solange wie möglich bootstrappen. Und lasse nicht zu, dass der Mut und dein Spaß auf der Strecke bleiben.