Chamath Palihapitiya

Chamath Palihapitiya

Es ist eine Geschichte wie aus dem Silicon-Valley-Märchenbuch: Ein Emigrant geht nach Amerika, arbeitet dort für ein Startup und investiert am Ende selbst Geld in andere Firmen. Die Geschichte gibt es wirklich, ihr Protagonist heißt Chamath Palihapitiya.

Der Mann aus Sri Lanka arbeitete erst für Unternehmen wie AOL oder Winamp und stieß 2007 zu Facebook. Da zählte das soziale Netzwerk gerade einmal 30 Millionen Nutzer – heute sind es über eine Milliarde. 2011 gründete er dann selbst: den erfolgreichen VC Social Capital. Die Beteiligungsgesellschaft ist bei Startups wie Slack, SurveyMonkey oder Box, aber auch vielen Healthcare-Firmen investiert.

Dem Magazin Vanity Fair gab Palihapitiya gerade ein Interview, in dem er über die aktuelle Lage der US-Tech-Szene spricht. Die sei gebeutelt von Downrounds und fehlenden IPOs. Wie es laut Palihapitiya dazu kommen konnte: Hier zum Nachlesen in neun kurzen Fakten.

Deshalb ist die US-Tech-Szene derzeit so gebeutelt:

  1. Investoren würden immer risikoaverser, um ihre Jobs zu behalten.
  2. Viele VCs wollten an den Erfolg von Facebook, Google oder Uber anknüpfen, indem sie in ähnliche Dinge investierten. Die meisten dieser Unternehmen seien allerdings nicht gut genug.
  3. Gute Unternehmen könnten immer an die Börse. Einen IPO-Slowdown gebe es nur, weil es nicht genug gute Unternehmen gebe.
  4. Unternehmen, die wegen externer Faktoren nicht an die Börse gingen, seien strukturell nicht stark genug und sollten niemals an die Börse. Facebook hätte den IPO immer machen können, so Palihapitiya.
  5. Das VC-Dasein sollte nicht als normaler Beruf angesehen werden, sondern als eine riskante Wette auf kühne Unternehmungen.
  6. Man sollte kein Geld ist ein teures Office oder teures Essen investieren. Das lenke von der eigentlichen Mission eines Unternehmens ab. Bei Facebook habe es früher häufiger Maden im Essen gegeben, aber das habe niemanden gestört.
  7. Das Silicon Valley liebe schnelles Wachstum, seine Unternehmen könnten aber genauso schnell wieder untergehen. Gute Unternehmen wie Microsoft oder Apple bräuchten häufig Jahrzehnte, um erfolgreich zu sein.
  8. Startups sollten technologisch und intellektuell anspruchsvolle Produkte bauen. Diese Firmen bräuchten nicht zwangsläufig viel Geld.
  9. Viele Unternehmen – vor allem im E-Commerce- und Lieferdienst-Bereich – gingen früh ins Minus, um schnelles Wachstum zu erreichen. Dies sei allerdings kein Garant für einen langfristigen Erfolg.
Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch