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An der Werbeoffensive von Check24 kommt kein Fernsehzuschauer vorbei

Für innovative Finanz-Startups steht längst die Gefahr im Raum, dass Banken oder große Online-Player einfach eigene Fintech-Angebote entwickeln – und über ihre Millionen Kunden verbreiten. Jetzt haben zwei Unternehmen solche Schritt angekündigt: das Vergleichsportal Check24 und die Commerzbank-Tochter Comdirect.

Das Portal Check24 will gleich drei Funktionen in das eigene Angebot integrieren, die zum Hauptgeschäft der Fintechs gehören, wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet. Mit einem Tool zur Policen-Verwaltung soll das Geschäft der Insurtech-Startups Clark, Knip und Getsafe angegriffen werden. Festgeld im europäischen Ausland will das Münchner Unternehmen auch vermitteln, in der Fintech-Branche bieten das zum Beispiel die Player Weltsparen und Savedo an. Und schließlich sollen ab Juni die Check24-Kunden einen Überblick über ihre Bankkonten erhalten – dafür haben Startups wie Numbrs und Outbank bereits Apps entwickelt.

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Vor allem mit seiner Reichweite will Check24 – das Millionen in Werbung aller Art investiert –  sich durchsetzen. „Gegenüber den Fintechs verfügen wir vor allem über den Vorteil, dass wir bereits auf einen festen Stamm von rund 15 Millionen zufriedenen Kunden zurückgreifen können“, sagte Geschäftsführer Röttele gegenüber Capital.

Auch die Direktbank Comdirect geht mit einem neuen Angebot an den Start, das bislang vor allem von Fintechs angeboten wird: Die Bank stellt den Kunden nun einen Robo-Advisor zur Verfügung, wie das Handelsblatt berichtet. Ab 3.000 Euro wird das Geld halbautomatisiert angelegt, fünf Risikostufen stehen zur Verfügung. Wird die vereinbarte Risikogrenze überschritten, schlägt ein Algorithmus eine Anpassung vor – und ein Comdirect-Mitarbeiter überprüft den Schritt.

Gerade in diesem Marktsegment sind in den beiden vergangenen Jahren einige Unternehmen gestartet: Darunter Scalable Capital, das mittlerweile nach eigenen Angaben 200 Millionen Euro verwaltet, oder Whitebox aus der Schweiz.

Die Erfolgsaussichten stehen nicht schlecht

Mit den neuen Produkten von Check24 und der Comdirect greifen zwei Player an, deren Erfolgsaussichten nicht schlecht stehen. Beide verfügen über das Know-how, ein digitales Angebot aufzubauen – außerdem haben sie schon heute Millionen Kunden. Die Kundenakkquise dürfte für sie also deutlich leichter sein als für ein junges Fintech.

Es ist auch ein Bruch eines Trends, der in den vergangenen Monaten zu beobachten war: Viele Banken oder Finanz-Player verkündeten Kooperationen mit Fintech-Unternehmen, beispielsweise kooperiert der Robo-Advisor Vaamo mit der Santander Bank oder der Berliner N26. Jetzt machen es einige Alteingesessene also selbst.

Bild: Screenshot