Der Co-Gründer der Tech-Firma SwiftKey, Chris Hill-Scott (29), glaubte wohl selbst nicht so recht an die Erfolgsaussichten seines Startups, als er kurz nach der Gründung seinen Anteil an der Firma gegen Cash verkaufte — zur Anschaffung eines Fahrrades.

Anzeige
Länger könnte nun sein Gesicht kaum sein, wie die Londoner „The Times” berichtete: Gerade wurde die Firma, deren Software das Tippen auf Smartphone-Touchscreens erleichtert, vom Tech-Giganten Microsoft für 250 Millionen Dollar (224,7 Mill. Euro) geschluckt. Hill-Scotts Anteil — hätte er ihn nicht für den Drahtesel verkauft — würde 36 Millionen Dollar (32,3 Mill. Euro) betragen.

Der Programmierer, der heute mit einem Jahressalär von 71.000 Euro für die britische Regierung arbeitet, wollte die Sache in einer ersten Reaktion gar nicht schönreden: „Das war der schwerste Fehler meines Lebens”, twitterte er nach der Bekanntgabe des Microsoft-Deals. Danach legte der Pechvogel sein Twitter-Konto still.

App errät, was Nutzer tippen wollen

SwiftKey wurde 2008 von den Cambridge-Studenten Chris Hill-Scott, Jon Reynolds und Ben Medlock gegründet. Die zwei verbliebenen Gründungsmitglieder wurden jetzt zu Millionären.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Swiftkey-Gründer Medlock: „Wir haben uns zu Beginn durchgeschlagen, der Plan kam dann später“

„Die Firma wurde von drei Partnern gegründet”, bestätigte ein Firmensprecher gegenüber der Times: „Chris war ein Schulfreund von Jon und Ben ein Freund aus Uni-Zeiten — zwei Monate nach der Gründung verließ Chris die Firma und verkaufte seinen Anteil an Ben und Jon”. Wie gesagt: Für ein Fahrrad.

Kurz danach entwickelten die verbleibenden Partner eine Technologie, bei der mit Hilfe von künstlicher Intelligenz vorhergesagt wird, was jemand am Smartphone am ehesten schreiben wird. Die App spart deshalb Nutzern viel Zeit beim Tippen.

Apple-Mitgründer entgingen Milliarden

Hill-Scott verließ SwiftKey vor der Entwicklung der revolutionären Tipp-Technologie. Er entschied sich für eine Laufbahn als Fotograf und dann Beamter.

Unvergessen ist in diesem Zusammenhang auch das Schicksal des unglücklichsten Investors aller Zeiten: Der Kalifornier Ron Wayne war einst Gründungsmitglied in den Siebzigern einer damals obskuren Firma namens Apple. Er verkaufte 1976 seine Aktien um 800 Dollar. Heute wären die Papiere über 40 Milliarden Dollar wert…

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
Mehr von Business Insider Deutschland:

Bild: gettyimages / Westend61