groupon-klone

Welche Ausmaße es annehmen kann, wenn eine Unternehmensidee als erfolgversprechend angesehen wird und zahllose Mitbewerber sich um den Kuchen scharen, zeigt die Entwicklung bei der Online-Portalen, die Gruppenrabatte für ihre Produkte anbieten. Wer will noch mal, wer hat noch nicht, schallt es vom Marktplatz Internet herüber. Und alle zieht es hin.

Copycats des Groupon-Modells in Deutschland

Das Modell Groupon hat in Deutschland bereits viele Nachahmer gefunden. Fast zeitgleich sind Heimatpreis (www.heimatpreis.de), Coupomania (www.coupomania.de), DailyDeal (www.dailydeal.de) und Mycitydeal (www.mycitydeal.de) gestartet und haben so den ohnehin nicht sehr großen Markt beinahe schon unter sich aufgeteilt. Und dabei ist das Modell recht schwer: Lukasz Gadowski gibt zu bedenken, dass in Deutschland keine solche Coupon-Kultur herrscht wie in den USA, dem Heimatmarkt von Groupon. Hinzu kommt, dass ein unglaublicher Akquise-Aufwand notwendig ist und Akquise ist bekanntlich teuer. Vor allem wenn es darum geht, dass extrem ausgeprägtes lokales Knowhow gefragt ist, will man die 25 größten Städte in Deutschland bedienen.

Ergo: Wer jetzt versucht auf diesen Zug aufzuspringen, braucht also vor allem einen starken Investor, der die Akquise-Kosten trägt und ein starkes Netzwerk mitbringt. Potenzielle Investoren gibt es von vornherein nicht sehr viele. Der erste Name ,der fällt, ist Samwer. Die drei Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer sind bekannt für ihre harsche StartUp-Politik: Wer nicht schnell die Zielsetzungen erbringt, wird geschlossen. Dreambookers lebte zwei Monate, Beautydeal nicht viel länger.  Wie lange es Mycitydeal geben wird, hängt also stark von der Performance der Seite ab.

Und so schnell wie die Seite geschlossen werden könnte, wurde sie auch aufgebaut, wodurch sich die Namensverwirrung erklärt, die Exciting Commerce, Deutsche Startups und sogar TechCrunch dieser Tage beschäftigt. Zur Aufklärung: Mycitydeal startete ursprünglich unter dem Namen „Stardeals“, auf den dann „Dealando“ folgte, der an Erfolge wie Alando oder Zalando anknüpfen sollte. Letztendlich wurde der Groupon-Lookalike dann aber eben Mycitydeal und nicht Dealando genannt.  Die Domains wurden dennoch gekauft und im Rocket Internet-Konglomerat verortet, wobei Dealando letztenendes beim Swoopo-Klon DealStreet landete. Dealando ist also kein weiterer Groupon-Klon, sondern das Überbleibsel einer chaotischen Namenssuche, so versicherte es eine interne Quelle gegenüber Gründerszene.

Kanonenfutter? Zwei weitere Klone starten

Was zählt, ist also eine neue Idee. Und die scheint gerade im „Land der Ideen“ zu fehlen. Es sei denn, man versucht es mit einem außergewöhnlichem Design, außergewöhnlichen Angeboten oder einer außergewöhnlichen Sprache. Letzteres beweist ein Screenshot vom nächsten Portal, das sich anschickt, die Deutschen mit Gruppenrabatten zu locken. Trotzdem ist zu hoffen, das „Dailypon“ – selbst das könnte schon fast ein Schreibfehler sein – noch einen Feinschliff bei Angebot und Präsentation vornimmt. Die Seite strotzt nur so vor Übersetzungs- und Rechtschreibfehlern.

Einen zweiten Klon bildet das Portal UnserDeal.de (www.unserdeal.de) – ein weiterer lokaler Live-Shoppingdienst im Stil des US-Vorbilds. Deutsche Startups führt UnserDeal.de via Denic auf Somakanthan Somalingam aus Ulm zurück, der laut Xing für Research & Development – Display Integration bei Nokia zuständig ist.

Der Prognose folgend, dass der kostenintensive Aufbau Kriegsopfer fordern wird, werden es diese neuen Klone sowie die kleineren unter den Nachmachern wohl am schwersten haben. Vermutlich wird zum Ende des Jahres das Scharmützel nur noch die beiden Player DailyDeal und Mycitydeal umfassen. Vorausgesetzt die Samwer’schen Zielwünsche werden erfüllt, wobei man sich von dem Modell aber viel verspricht. Aber wer auch immer als Verlierer hervorgehen wird – die jungen Gründer können anschließend ja wieder pitchen und das nächste XYZ-Deal an den Start bringen…