citydeal

Ungemein schnell wurde für Samwer’sche Verhältnisse heute über die vier Millionen Euro berichtet, die in ihr ehemals als MyCitydeal bekanntes Städteportal geflossen sind. Nach namentlichen Exkursen von Stardeals über Dealando zu MyCitydeal ist man nun bei CityDeal (www.citydeal.de) angelangt und wurde sogleich mit einem Geldregen aus den Taschen von Holtzbrinck Ventures und dem Otto-Ableger eVenture Capital Partners versehen.

CityDeal will Marktführer werden

Erst am Freitag wurde der gemeinsame Deal für das Deal-Portal finalisiert und bereits drei Tage später via Pressemitteilung an die Internetgemeinde kommuniziert. Gegründet wurde CityDeal von Rocket Internet (www.rocket-internet.de), dem Inkubator der Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer. Offensichtlich will man ein deutliches Zeichen der Stärke in Krisenzeiten setzen, wurde doch bereits die Businesspartnerschaft zwischen dem European Founders Fund und Crédit Agricole sehr offen kommuniziert.

gesellschafter-von-citydeal

Als erstes hatte Deutsche Startups das Millionengeschäft verkündet und nannte dort auch gleich den Sinn und Zweck dieser für deutsche Verhältnisse doch recht stattlichen Finanzierungsrunde: Um Marktführer im Boomsegment zu werden soll das frische Kapital in eine intensive Marketingkampagne inklusive Online-, Fernseh- und Print-Werbung gesteckt werden. “Unsere Investoren haben schon vielen starken Unternehmen wie StudiVZ oder MyVideo zum Erfolg verholfen und können uns mit ihrer Erfahrung perfekt unterstützen. Ihr Engagement spornt uns an, noch schneller auf dem europäischen Markt zu wachsen”, sagt Mit-Gründer Ronny Lange.

Welcher Groupon-Klon macht das Rennen?

Die Internationalisierung von CityDeal wird auch bereits vorangetrieben: Laut Informationen von Gründerszene werden Frankreich und Großbritannien zurzeit proaktiv angegangen. Als Verantwortlicher für Großbritannien soll ein ehemaliger Mitarbeiter von eCareer verantwortlich sein, was nicht der erste Fall von Team-Shifting bei Rocket Internet wäre.

Das Investment passt zu Gründerszenes Prognose, dass zum nächsten Jahr Citydeal und  DailyDeal (www.dailydeal.de), welches von den Business Angels Michael Brehm, Stefan Glänzer und Jochen Maaß unterstützt wird, unter den Groupon-Klonen die Nase vorn haben werden. Womöglich vermag noch einer der Underdogs durch kostenschmales und effizientes Arbeiten mitzuhalten, die anderen Gründungen werden es angesichts so stattlich ausgestatteter Konkurrenten jedoch schwer haben.

Zuletzt gab als ernst zu nehmender Player noch Cooledeals (www.cooledeals.de) seinen Launch bekannt. Das von Thomas Bernik und Michael Stephan gegründete Unternehmen sieht qualitativ hochwertig aus und auch wenn der Name des bisher in München aktiven StartUps mäßig cool ist, könnte es im Rennen gegen DailyDeal und CityDeal durchaus auch eine Chance haben. Neben DailyDeal, Citydeal, CoupoMania (www.coupomania.de), Heimatpreis (www.heimatpreis.de), iKupon.de (www.ikupon.de), UnserDeal.de (www.unserdeal.de) und Teambon (www.teambon.de) ist Cooledeals somit bereits das achte deutsche Groupon-Konzept, das in diesem Jahr an den Start geht. Mit Couponteria.de hatte Gründerszene auch bereits eine erste Übersichtsplattform vorgestellt.

Wie bereits mehrfach thematisiert, basiert das Groupon-Prinzip zu einem wesentlichen Teil auf lokalem Knowhow, was umfangreiche Akquise notwendig macht und dadurch hohe Kosten aufwirft. Insbesondere durch die hohe Marktdichte werden potentielle Partner nun auch gleich von acht verschiedenen Groupon-Klonseiten angegangen werden. Ein Rennen, das vom Unternehmen mit dem längsten Atem gemacht werden wird – und Citydeals hat nun für dieses Rennen seine Schuhe geschnürt.

Bisherige deutsche Groupon-Klone und eine Einschätzung ihrer Erfolgschancen:

  • CityDeal hat mit die besten Chancen, internationalisiert sehr früh und hat mit Rocket Internet nicht nur einen potententen Geldgeber an seiner Seite, sondern auch einen Experten für Unternehmensaufbauten. Die Geduld der Berliner ist dafür häufig recht gering ausgeprägt.
  • Cooledeals gehört zwar zu den Nachzüglern unter den deutschen Klonen, hat dafür aber ein sehr professionelles Auftreten auch ohne große Förderung. Je nach Performance kann das StartUp aus München gute Chancen haben.
  • CoupoMania bewegt sich zurzeit im Mittelfeld der Groupon-Klone. Die Seite ist vernünftig organisiert und für ein nicht gefundetes Unternehmen solide konzipiert. Social-Media ist ein Bestandteil der Unternehmensstrategie und bei guter Performance könnte man mit den Großen mithalten.
  • DailyDeal wird von versierten Businss Angeln unterstützt und sieht optisch sehr aufgeräumt und professionell aus. Die üblichen Social-Media-Kanäle werden bereits bedient. DailyDeal hat mit die besten Chancen auf dem Markt.
  • Heimatpreis macht einen soliden Eindruck, ist dafür aber bisher eher eine One-Man-Show.  Dafür wurde aber bereits effizient gearbeitet und auch die Anbindung an Sozialnetzwerke gewährleistet. Die Performance von Heimatpreis hängt stark vom Engagement des Teams ab, gegen die gut finanzierten Konkurrenten wird man es aber schwer haben.
  • iKupon.de wirkt bis dato sehr unprofessionell und weißt auch noch keine Seitenstruktur auf. Wenn die Entwicklung in dieser Richtung fortgeht, gehören wohl andere zum Kreis der deutschen Groupon-Favoriten.
  • Teambon ist optisch bisher eher mäßig ansprechend und bedient (im Gegensatz zur Konkurrenz) mit Augsburg auch eher eine mittelgroße deutsche Stadt. Wie auch Heimatpreis tritt Teambon bisher eher als One-Man-Show auf, kann bei den Social-Media-Kanälen aber überzeugen. Auch hier wird die Performance des Teams überlebenswichtig sein.
  • UnserDeal.de hat bisher ein ähnlich unprofessionelles Auftreten wie iKupon.de. Noch sind zwar keine wirklichen Inhalte zu sehen, doch die Optik lässt bis dato viele Wünsche offen. Im Konzert der Großen wird es das Team von UnserDeal.de sehr schwer haben.