Ab sofort verdient Gero Gode seine Brötchen unter einem neuen Dach und zwar unter dem eines ehemaligen Konkurrenten: der Augsburger baute mit Teambon (www.teambon.de) einen der zahlreichen Groupon-Klone auf, die Deutschland seit Beginn des Jahres bevölkern – fortan vereint er dessen Geschicke jedoch mit DailyDeal (www.dailydeal.de). Betrachtet man die CoupoMania-Alternative (das junge StartUp warf nach nicht mal einem Monat das Handtuch), dürfte eine Übernahme die angenehmere Lösung sein.

DailyDeal und Teambon schließen sich zusammen

Erst heute gaben DailyDeal und Teambon bekannt, sich auf einen Zusammenschluss unter der Marke von DailyDeal verständigt zu haben. Ab sofort verstärkt Gero Gode also das Management-Team von DailyDeal. „Die Vertriebsmannschaft von Teambon wird in die bestehenden Strukturen von DailyDeal integriert“, heißt es weiter. Dabei dürfte es sich wohl vor allem um Christian Mai handeln, der erst vor kurzem als COO bei Teambon eingestellt wurde.  „Mit Gero Gode haben wir einen exzellenten Mann für lokales Marketing und Kooperationen hinzu gewonnen. Er ergänzt unser Team perfekt“,  freut sich DailyDeal-Geschäftsführer Fabian Heilemann.

Die zugehörige Pressemitteilung zum Zusammenschluss liest sich entsprechend euphorisch:

Mit dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen soll  die von deutsche-startups.de vor wenigen Tagen offiziell bestätigte Marktführerschaft von DailyDeal langfristig gesichert und die Präsenz des Unternehmens im Süden Deutschlands massiv verstärkt werden. Die Fusion von DailyDeal und Teambon ist weltweit die erste in der noch jungen Branche der lokalen Rabatt-Netzwerke.

Zu einem so frühen Zeitpunkt von Marktführerschaft und Weltpremiere zu sprechen, regt zum Schmunzeln an. Nennt man das Kind einmal beim Namen, lassen sich nach kaum zwei Monaten Bestehen des Modells in Deutschland praktisch keine validen Vergleichsdaten erheben – zumindest keine seriösen, die eine Aussagekraft über den Moment hinaus hätten. Überhaupt erscheint der Groupon-Markt in Deutschland sehr gehetzt: wöchentlich erscheinen Pressemitteilungen über neue Erfolge oder Misserfolge der Konkurrenz, die häufig mit der heißen Nadel gestrickt wurden. Im Kampf um Aufmerksamkeit wird nach jedem medienwirksamen Strohhalm gegriffen – so scheint es. Spannender an der heutigen Neuigkeit, dem Zusammenschluss von Teambon und DailyDeals, ist vielmehr, dass Augsburg, der bisherige Stammsitz von Teambon, als Pilotstandort für mittelgroße Städte von DailyDeal übernommen wird. Auf diese Weise lassen sich Einsichten ableiten, ob das Groupon-Prinzip auch jenseits von deutschen Großstädten Erfolg haben kann.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen DailyDeal und CityDeal

Auch wenn die PR-Schlacht der vielen Groupon-Klone noch ein wenig staksig und aufgeblasen daher kommt, dürfte doch klar sein, dass DailyDeal und das von den Samwer-Brüdern MarcOliver und Alexander gegründete CityDeal (www.citydeal.de), die klaren Favoriten im Feld sind. Während ersteres erst vor kurzem ein siebenstelliges Investment durch Klaus Hommels, Oliver Jung, Michael Brehm und Stefan Glänzer eingefahren hat, floßen bei zweiterem bereits zuvor vier Millionen Euro aus den Taschen von Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures und dem Otto-Ableger eVenture Capital Partners. Beide Unternehmen wollen sich damit auf der europäischen Bühne bewegen. Doch wie ist eigentlich der Zwischenstand im Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden größten deutschen Groupon-Klone?

CityDeal geriet zuletzt eher in die Schlagzeilen aufgrund einer viel diskutierten Starbucks-Gutschein-Aktion: laut unbestätigten Gründerszene-Informationen soll CityDeal einfach zum Normalpreis Gutscheine von Starbucks gekauft und viel billiger weiterverkauft haben – ohne, dass ein Deal mit Starbucks bestand. Die Kaffeekette reagierte entsprechend ungehalten, wurde doch auch intensiv mit dem Starbucks-Logo für die Plattform geworben, was schnell den Eindruck über das Bestehen einer Kooperation erwecken konnte. Bei Starbucks wollte man die Gutscheine daher nicht akzeptieren, was dazu führte, dass CityDeal die entsprechenden Gutscheine zum Teil sogar bar auszahlte. Die Hintergründe zum Zustandekommen der Barauszahlung sind bisher unbestätigt, doch in den frühen Zeiten von Alando lockten die Samwer-Brüder beispielsweise auch Nutzer mit Burger-Gutscheinen auf ihre Plattform. Fazit: Millionendeals auf beiden Seiten, Konkurrentenübernahme und Gutschein-Buzz – das Rennen der Groupon-Klon-Riesen dürfte momentan ausgeglichen sein…