Clue-Gründerin Ida Tin

„Ich glaube, dass Technik – in Verbindung mit einem Smartphone – die Zukunft der Familienplanung darstellt“, sagte Clue-Gründerin Ida Tin vor eineinhalb Jahren im Interview mit Gründerszene. Seit 2012 bastelt die 36-Jährige mit ihrem Mann Hans Raffauf an der Fruchtbarkeits-App, die Frauen ihre nächste Periode, die fruchtbaren Tage und PMS voraussagt. Eine praktische Funktion für die moderne Frau, die ihr Leben bequem kontrollieren will – und die Kinderplanung lieber nach hinten schiebt.

Zum Zeitpunkt unseres Interviews, im März 2014, hatte Clue eine sechsstellige Finanzierung von Business Angels bekommen und beschäftigte neun Mitarbeiter. Im darauffolgenden August bekam Clue noch einmal eine halbe Million Euro. Ein Jahr nach unserem Interview, im März dieses Jahres, gab das Berliner Startup schließlich eine Finanzierungsrunde über zwei Millionen US-Dollar bekannt. Prominente Investoren beteiligten sich an Clue: Die französische Arnault-Gruppe, das Pharmaunternehmen Dr. Kade, Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, sowie die SoundCloud-Gründer Alexander Ljung und Eric Wahlforss. Langsam zeigte sich: Clue kann eine Erfolgs-App made in Germany werden.

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Der Paukenschlag aber folgt jetzt: Insgesamt sieben Millionen US-Dollar (rund 6,2 Millionen Euro) bekommt Clue unter anderem vom bekannten VC Union Square Ventures aus New York, der auch Anteile an Twitter, Kickstarter, Tumblr und Etsy hält. Der zweite große Investor ist Mosaic Ventures aus London. Auch bestehende Investoren wie Brigitte Mohn, Atlantic Internet von Christophe Maire, die Arnault-Gruppe und die Investorin Joanne Wilson – übrigens die Frau von Union-Square-Ventures-Gründer Fred Wilson – zogen bei dieser Runde mit.

„Wir sind überzeugt von Clues Potenzial, Frauen auf der ganzen Welt mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu geben“, begründet Albert Wenger, geschäftsführender Teilhaber bei Union Square Ventures das Investment. Simon Levene von Mosaic Ventures hält Clue zudem für „eines der aufregendsten Startups in Europa“.

Clue soll nun die Nummer eins unter den Zyklus- und Fruchtbarkeits-Apps weltweit werden, sagt Gründerin Ida Tin. Die App ist aktuell in zehn Sprachen für iOS, Android und die Apple Watch verfügbar. Nach Angaben des Unternehmens nutzen aktuell mehr als zwei Millionen Frauen in über 180 Ländern die App. Der größte Wettbewerber von Clue ist das US-Startup Glow.

Die meisten Clue-Nutzer kommen aus den USA. In den App-Stores ist Clue gut bewertet: Im iOS-Store wurde die App mehr als 1.700 Mal bewertet, meistens mit fünf Sternen. Im Google-Play-Store kommt Clue auf mehr als 20.000 Bewertungen, die durchschnittlich mehr als vier Sterne geben.

Die sieben Millionen US-Dollar setzt Clue für die Entwicklung neuer Funktionen, weitere Mitarbeiter und die Expansion ein. Aktuell beschäftigt Clue 21 feste Mitarbeiter. Das Unternehmen plant außerdem Partnerschaften mit führenden Universitäten und will die Forschung von reproduktiver Gesundheit voranbringen. „Reproduktive Rechte sind Menschenrechte“, sagt Ida Tin. „Dazu gehört das Recht, frei zu entscheiden, ob man Kinder haben möchte oder nicht, wie oft und wann. Das beinhaltet auch den einfachen Zugang zu Verhütung und das nötige Wissen über die eigene reproduktive Gesundheit.“


Clue zählt zu den 25 heißesten Startups aus Deutschland. Die Liste zeigt euch, wer noch dabei ist.

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Auctionata

Gegründet wurde Auctionata 2012 von CEO Alexander Zacke und CTO Georg Untersalmberger. Neben seinem Online-Shop setzt das Berliner Startup seit Mai 2013 vor allem auf Live-Auktionen, die mehrmals pro Woche aus eigenen TV-Studios gesendet werden. Das Startup konnte insgesamt etwa 90 Millionen Euro aufnehmen, entließ aber im März 2015 einen Teil seiner Belegschaft, um sich „auf nachhaltiges und effizientes Wachstum“ zu fokussieren. Bild: CTO Georg Untersalmberger, CEO Alexander Zacke und COO Jan Thiel (von links). Quelle: Auctionata.

Bild: Clue