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Ein Teil des Cobi-Teams um Gründer Andreas Gahlert (zweiter von links, vordere Reihe)

Im Fahrradsektor werden nicht oft große Finanzierungsrunden bekannt gegeben. Doch das Smart-Bike-Startup Cobi schafft es jetzt, eine ordentliche Kapitalspritze einzusammeln: Knapp vier Millionen Euro bekommt das Frankfurter Unternehmen von den Risikokapitalgebern Capnamic Ventures, Iris Capital und Creathor Ventures. Auch Business-Angels aus Cobis Seed-Runde investierten. Das Kapital soll für Marketing, Vertrieb und den Ausbau des Kundenservices genutzt werden.

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Cobi arbeitet an intelligentem Fahrradfahren: Mit einer Smartphone-App und diversen vernetzten Features können Kunden ihr Rad ausrüsten. Cobi bietet nach eigenen Angaben mehr als 100 App-interne Funktionen wie ein Navigationssystem oder Diebstahlsicherung. Zudem liefert das Startup eine Smartphone-Halterung für den Lenker, Vorder- und Rücklicht und einen Daumen-Controller, über den sich Cobi steuern lässt. Die Energieversorgung läuft über die eigene Batterie, den direkten Anschluss an den Dynamo oder die Batterie eines E-Bikes.

Ab 159 Euro ist das System im Vorverkauf für Endkunden erhältlich, die Auslieferungen sollen im Herbst erfolgen. Auch mit Fahrradherstellern will Cobi zusammenarbeiten und bietet ihnen die Integration des Systems in die eigenen Produktionreihen an.

Es ist nicht das erste Mal, dass Cobi frisches Kapital erhält: Bereits im April 2014 erhielt das Startup, zu der Zeit noch unter dem Name iCradle, eine Seed-Runde in einer Höhe von 500.000 Euro von zehn Business-Angels. Auch über eine Crowdfunding-Kampagne beschaffte sich das Unternehmen Kapital: Im Dezember vergangenen Jahres sammelte das Jungunternehmen auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter weitere 400.000 US-Dollar ein, mehr als 1.850 Unterstützer konnte Cobi durch die Aktion gewinnen.

Für die Mailing-Liste zur Vorbestellung haben sich 10.000 potentielle Kunden registriert, so Gründer Andreas Gahlert gegenüber Gründerszene. Auch im B2B-Bereich läuft es offenbar gut: Nach der Crowdfunding-Aktion erreichte das 20-köpfige Team nach eigenen Angaben um die 300 Kooperationsanfragen, mit etwa 50 potentiellen Partnern sei Cobi derzeit in Verhandlungen, erzählt Gahlert.

Cobi wurde 2014 von Gahlert in Frankfurt am Main gegründet. Bevor er ins Fahrradgeschäft einstieg, launchte er die Marketingagentur Neue Digitale, die er an Razorfish, einer Agentur für digitales Marketing, verkaufte. Daraufhin beriet er als Deutschland-Geschäftsführer von Razorfish Unternehmen zum Thema Connected Driving.

Viel Konkurrenz scheint Cobi in Deutschland nicht zu haben: Bereits 2013 machte das Unternehmen Lock8 zwar mit einem smarten Fahrradschloß von sich reden. Auch hat das Startup eine Bike-Sharing-Funktion in seine App integriert. Aber nach Erfolgen wie dem Sieg bei dem europäischen Techcrunch-Disrupt-Event 2013, einer Millionenfinanzierung und eine erfolgreichen Kickstarter-Kampagne, ist es um das Berliner Startup ruhig geworden.


Übersicht: Die wichtigsten Finanzierungsrunden der vergangenen Monate
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Erst im Januar konnte Westwing 25 Millionen Euro einsammeln. Im April gingen noch mal 30 Millionen an den Möbelshop. Das Geld kommt unter anderem vom Berlusconi-Clan. Im Bild: Die Westwing-Gründer Stefan Smalla und Delia Fischer; Quelle: Westwing

Bild: Cobi