Coca Cola Accerlator

Coca-Cola: Softdrinks und Startups

Passen Coca-Cola und Startups zusammen? Der Zuckerbrause-Gigant glaubt es jedenfalls – und plant Accelerator-Programme bis zum Jahresende in neun Städten weltweit, darunter in Berlin und Istanbul. Die Programme in Sydney und San Francisco wurden bereits gestartet. Glaubt man der Präsentation von Coca-Colas Innovationschef David Butler in der australischen Großstadt vom Monatsbeginn, ist der Accelerator in Mexiko City ebenfalls schon aktiv. Die nächsten Städte in der Pipeline sind Rio de Janeiro, Buenos Aires, Bangalore, Berlin, Singapur und Istanbul.

„Vor einem Jahr hat das Unternehmen tief durchgeatmet und gefragt: Was machen wir eigentlich nicht, wenn es Innovation geht?”, erklärte Butler. „Man kann sich in dem Wort verlaufen, aber im Wesentlichen lief es darauf hinaus, dass in diesem Ökosystem, dieser Community, eine Menge passierte, und wir waren nicht dabei…”

Mit Details geht das Unternehmen bewusst sparsam um, noch ist alles ein Experiment. Pro Stadt sollen die Accelerator-Programme von lediglich zwei Personen betreut werden. Anders als bei den meisten anderen Programmen gehe es dabei nicht um Finanzierung oder Werbung, sonder um „das gemeinschaftliche Design, die Zusammenarbeit und den Aufbau von Startups“. Coca-Cola will dabei das eigene Know-how bei der Skalierung und andere Assets einbringen, „um neue Wege zu schaffen, über die globaler Mehrwert geschaffen werden kann“.

Einstieg ins Gesundheitsgeschäft?

Butler erklärte dem Publikum in Sydney, dass zwei große Interessengebiete die Themen Wohlbefinden und Vertrieb sein sollen. Wie genau das aussehen kann, hänge vom jeweiligen Land und der jeweiligen Stadt ab. „Das Ganze könnte also so divers sein wie ein tragbares, Coca-Cola gebrandetes Gerät, das Dir dabei hilft, gesund zu bleiben, oder dass Coke selbst bei der Auslieferung von Waren behilflich ist?“, fragte ein Zuhörer. „Ganz genau“, antwortete Butler. „Das sind zwei Konzepte, an denen wir gerade arbeiten.“

Es ist nicht der erste Vorstoß von Coca-Cola in die Startup-Welt. Im Jahr 2001 hatte das Unternehmen in seiner Heimatstadt Atlanta zusammen mit der Georgia Tech University einen Inkubator gestartet. Das Projekt mit dem Namen Fizzion bot jungen Unternehmen Unterstützung an und bis zu 250.000 US-Dollar an Seedkapital im Gegenzug für zwölf Prozent am Startup. Wie Bloomberg Businessweek berichtete, wurde das Vorhaben aus unbekannten Gründen aufgegeben.

Zuletzt war Coca-Cola der erste nicht aus dem Tech-Bereich stammende Sponsor des Startup Weekend, das sich vor Kurzem mit der Startup America Partnership zusammenschloss um das weltweite Startup-Netzwerk UP Global zu starten. Die Zuhörer in Sydney nahmen die Pläne des Softdrink-Herstellers zwar grundsätzlich positiv auf, wiesen aber auf die vorherrschende Kluft zwischen Konzernen und Startups hin. In Berlin wurde bisweilen schon ein Übermaß an Accelerator-Programmen bemängelt – Microsoft, die Deutsche Telekom, Axel Springer, der Pharma-Gigant Bayer und die Supermarkt-Kette Rewe sind nur einige der Konzerne, die in den vergangenen Monaten entsprechende Startup-Programme angekündigt hatten.

Coca-Cola wird sich mehr Mühe geben müssen als einige der genannten Namen, um das Vertrauen der Startup-Szene für sich zu gewinnen. Ob das gelingt, wird insbesondere von den beiden Persönlichkeiten abhängen, die die jeweiligen Programme leiten. Eine Aussage zu dem Startzeitpunkt des Berliner Programm steht noch aus.

Übersetzung: Alex Hofmann

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Moyan_Brenn_BE_BACK_IN_SEPTEMBER, der Artikel erschien zuerst bei Gründerszenes Schwestermagazin VentureVillage.