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Die Cookies-Gründer Garry Krugljakow und Lamine Cheloufi

Die Nachricht kommt überraschend: Die gehypte Payment-App Cookies hat am Mittwoch Insolvenz angemeldet. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Mitgründer Garry Krugljakow aus dem Startup ausgeschieden ist. Gründungsinvestor Ehssan Dariani verkündete den Abgang via Twitter: Krugljakow sei seit Wochen nicht im Büro gewesen.

Es heißt in der Szene, es habe Streit im Management gegeben. Dazu gab Cookies auf Nachfrage lediglich an, die Gesellschafter hätten die Entscheidung „einstimmig getroffen, um auf interne Entwicklungen zu reagieren“. Der Schritt sei nicht leicht gefallen, aber eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Krugljakow sei nicht möglich.

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Erst vor einem Jahr hatte Cookies in seiner Seed-Runde 1,5 Millionen Euro von Investoren wie dem StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani und Holtzbrinck Ventures bekommen.

Mit der Anmeldung der Insolvenz wird nun das Ausmaß der Cookies-Krise deutlich. „Zur großen Bestürzung der Gesellschafter und Mitarbeiter von Cookies hat Garry Krugljakow über Wochen hinweg seine Stellung als Gesellschafter der Cookies Labs GmbH genutzt, um eine wichtige Zwischenfinanzierung zu blockieren.“ Das habe ihn dazu gezwungen in die Insolvenz zu gehen, schreibt Gründer Lamine Cheloufi in einem Blogbeitrag: „Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und wird in dieser Form nicht weiterbestehen können.“ Weder Garry Krugljakow noch der Insolvenzverwalter Christian Otto waren für Gründerszene bisher erreichbar.

Update, 31. Oktober: Ab heute Abend ist die Cookies-App Geschichte. In einer Mitteilung an seine Nutzer schreibt das Startup: „Wie du vielleicht schon aus der Presse gehört hast, zieht Cookies den Stecker.“ Zu den Gründen macht das Unternehmen keine weiteren Angaben. Ab acht Uhr werde es nicht mehr möglich sein, Geld zu versenden oder zu empfangen. Sobald die App gelöscht werde, seien alle Konto-Daten automatisch gelöscht, heißt es in der Mitteilung.

Cookies-Investor Ehssan Dariani hatte sich kurz nach der Insolvenz-Anmeldung noch zuversichtlich gezeigt: „Wir arbeiten weiterhin gemeinsam mit dem Team um GF Lamine Cheloufi an einer Lösung“, schrieb er auf Facebook. Zumindest mit dieser App für das Peer-2-Peer-Payment wird es also nicht weitergehen.

Eine erste Version des Artikels erschien am 27. Oktober 2016

Nach dem Ausscheiden Krugljakows leitete Gründer Lamine Cheloufi das Startup zunächst allein weiter. Die beiden Unternehmer hatten sich bei der Gründung im vergangenen Jahr zum Ziel gesetzt, das Bezahlen unter Freunden per App endlich nach Deutschland zu bringen. Der Markt, der beispielsweise in Asien oder den USA boomt, ist hierzulande noch immer nicht populär. So stieß Cookies bei seinem Start auf ein großes Medienecho, die Gründer wurden von Forbes zu den „30 unter 30“ im Finanzbereich gewählt.

Seitdem lässt der Durchbruch der P2P-Payment-App allerdings auf sich warten. Gemeinsam mit den Konkurrenten Cringle und Lendstar versuchen die Unternehmen den Erfolg der US-amerikanischen App Venmo in Europa zu kopieren – doch die Nutzer zeigen sich hier nach wie vor skeptisch. Auch kämpfen die Startups gegen mächtigen Wettbewerb. PayPal bietet beispielsweise ebenfalls eine Option, bei der Geld kostenlos an Freunde und Familie gesendet werden kann.

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