„Not cool at all“, urteilt The Verge zu dem Desaster mit der Kühlbox

Der Erfolg kam für Ryan Grepper ziemlich unerwartet. Denn mit Crowdfunding hatte er wenig Erfolg: Seine Kühlbox wollte erst einmal keiner haben – er scheiterte kläglich. Ein Jahr später versuchte er es noch einmal, mit verändertem Design. Über Nacht wurde sein Coolest Cooler zum Erfolg. Innerhalb von zwei Tagen sammelte er eine Millionen Dollar über Kickstarter ein.

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Nach 52 Tagen zeigte die Anzeige insgesamt 13,2 Millionen Dollar von 62.000 Unterstützern – was für unglaubliche Zahlen. Zu der Zeit landete Grepper damit die höchste Kickstarter-Finanzierung. Nur die Pepple-Watch übertrumpfte den Cooler einige Monate später mit einem 20-Millionen-Dollar-Funding.

Auch wenn die Unternehmen die ursprünglichen Fundingziele oft sehr tief ansetzen, kam dieser Erfolg doch sehr unerwartet. Um 26.570 Prozent hatten sie das Funding-Ziel von 50.000 Dollar übertroffen.

Und das mit einer Kühlbox, die über einen Bluetooth-Lautsprecher verfügt, mit der man sich das Handy über einen USB-Port aufladen kann und die einen Mixer integriert hat, mit dem sich auf dem Ausflug das Eis zerkleinern lässt. Grepper mit seinem Unternehmen aus Portland hatte offenbar einen Nerv getroffen.

„Herausforderungen sind kein Fluch“

Der Erfolg überforderte das kleine Unternehmen offensichtlich. Hohe Erwartungen seien mit den 13 Millionen Dollar gekommen, sagte der Erfinder gegenüber dem Guardian. Trotzdem seien diese Herausforderungen kein Fluch, sondern Hindernisse, die es zu überwinden gelte. Das sagte er im Juli des vergangenen Jahres. Zu dem Zeitpunkt warteten die Crowdfinanciers schon mehrere Monate auf ihre Box. Im Frühjahr 2015 sollten die Auslieferungen eigentlich losgehen.

Die Größe der Produktion sei einfach ein Problem für Coolest gewesen – und einen richtigen Hersteller für diese Masse zu finden, sagt der Kühlbox-Erfinder weiter im Interview.

Suche nach Investoren

Doch das Desaster ging erst richtig los: Im November kündigte das Unternehmen an, die Kühlbox auf Amazon zu einem höheren Preis zu verkaufen – um die weitere Produktion zu finanzieren. Zu dem Zeitpunkt hatten noch nicht alle Unterstützer ihr Produkt erhalten. Sie machten ihrem Unmut Luft. Coolest Cooler versuchte zu beschwichtigen, bis zum April 2016 könnte man alle Cooler ausliefern. „Not cool at all“, urteilte das Online-Medium The Verge.

Und jetzt? Der nächste Tiefschlag folgte: In einer Mail an die Unterstützer muss Ryan Grepper eingestehen, dass sie weiterhin nicht alle Boxen ausliefern können. Der Grund: Ihnen sei das Geld ausgegangen. Coolest befände sich jetzt auf der Suche nach Investoren, um die nötige Unterstützung zu erhalten.

„However, unfortunately this update is letting you know there will be further delays for some of you. We are in the process of identifying the right partner who can provide the capital and strategic resources to fund the remaining production of backer rewards and help grow the company to the next level. We’re not quite there yet, but it is moving forward.“

Aus der Mail an die Crowdfunding-Unterstützer

Ganz ungewöhnlich ist ein Scheitern übrigens nicht. Laut einer umfangreichen Studie zu Kickstarter-Projekten scheitern neun Prozent der finanzierten Produkte. Doch das Desaster um die Kühlbox mit seiner Rekordfinanzierung färbt sicherlich negativ auf andere Crowdfinanzierungen ab.

Bild: Coolest