Normalerweise verfasse ich Artikel bei Gründerszene stets in der dritten Person und vermeide es, Meinungen oder Geschmacksurteile zu veröffentlichen. Faktenbasierte Bewertungen sind der Maßstab, an dem Gründerszene sich stets messen will, doch ein Artikel im Blog von Lukasz Gadowski veranlasst mich heute, auch einmal ein paar Gedanken zu teilen, die mehr auf Erfahrungen und dem Austausch mit Gründern und Investoren basieren und die ich schon länger in der Szene teilen wollte.
Innovation vs. Copycats
Über eine “Assoziale Hetzkampagne von 6Wunderkinder in der Berliner Startup-Szene” beklagt sich Lukasz in seinem Post und spricht dabei über Schmähungen, die er aus dem Umfeld des To-Do-Listenherstellers 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) auszuhalten hat. Ich weiß nicht, was dort genau vorgefallen ist, aber da Lukasz auch nicht auf den Mund gefallen ist, wird er es sicher verstehen, sich zu wehren. Auch ich habe einiges an Negativstimmungen aus dem Lager verschiedener angesagter Startups vernommen, möchte mich aber nicht auf diese Streiteren beziehen, sondern vor allem zum Thema Copycat vs. Innovation etwas schreiben.
Zumal Lukasz über Team Europe (www.teameurope.net) nicht nur Investor von Gründerszene ist, sondern auch zu meinen Freunden zählt, können wir aufgrund der stets vermuteten Abhängigkeit bei den Reaktionen selten mehr als einen Blumentopf gewinnen, wenn wir ihm beipflichten oder über eines seiner Startups berichten. Doch das soll mich an dieser Stelle nicht abhalten, ihm beizupflichten. In seiner offenen und unverblümten Art hat er ein paar Punkte adressiert, die mich auch schon seit längerem begleiten und die ich immer schon mal am Rande eines Posts unterbringen wollte.
Hetze gegen Copycats ist plumpe Propaganda
Auch mir ist der 6Wunderkinder-Blogpost mit dem bescheidenen Titel “Founders STAND UP! The anti-copycat revolution starts now” (ich verlinke diesen bewusst nicht, weil ich solche unfundierte Propaganda nicht mit einem Link unterstützen möchte) in gewisser Weise aufgestoßen. Einerseits finde ich Titel und Inhalt gleichermaßen populistisch und anmaßend. Mal abgesehen davon, dass es dem Ganzen an einer gewissen Demut fehlt, sind sowohl die Autoren als auch viele der dort Gelisteten Copycats par excellence. Andererseits mag ich dafür den Gedanken, durch die Anregung zu mehr Innovation, die deutsche Szene als Ganzes voranzutreiben.
Was ich hingegen nicht mag, ist die Hetze und der negative Vibe, die mit der Schaffung des dort entstehenden Feindbilds (Copycats) einhergehen. Jochen Krisch hat in einem Artikel zur Onlinestrategie von MediaMarkt einen Satz verfasst, der sich auf diese Situation exzellent übertragen lässt: “[…] wer sich nicht mehr für, sondern nur noch gegen etwas positionieren kann, der hat eigentlich schon verloren.” Gegen Copycats zu hetzen ist eben allzu einfach.
Mal jenseits des negativen Anstrichs und der populistischen Unschärfe der Anti-Copycat-Argumentation, die meiner Meinung nach dringend einer differenzierteren Betrachtung bedarf, verstehe ich den darauf erfolgten Post von Lukasz daher auch als einen Aufruf, sich FÜR Innovation und nicht GEGEN Copycats auszusprechen. Denn die in der Szene verbreitete Meinung von Copycats als deutsches Übel ist ein Bild, das gleichermaßen schief, wie in diesem Kontext auch populistisch ist. Ich möchte dazu meine Gedanken gerne teilen, denn auch ich bin früher wesentlich copycat-kritischer durch die Welt gegangen, habe meine Meinung aber in mancherlei Hinsicht geändert.
Kopieren ist nicht gleich Kopieren
Um etwas Klarheit zu schaffen: Für mich ist Kopieren nicht gleich Kopieren. Von Rocket Internet (www.rocket-internet.de) wurde mir immer als eine Art Rechtfertigung für Copycats entgegen gebracht, dass der Italiener um die Ecke dann wohl auch ein Copycat des ersten Restaurants sein müsse. Und ich glaube es war Ehssan Dariani, der einmal meinte, dass BMW dann jedes Jahr auch Tausende von Copycats baut. Und zugegeben: Derjenige von euch, der sich im Baumarkt mal einen Schlagbohrer gekauft und anschließend naserümpfend gedacht hat, was das doch für ein dreistes Copycat der ursprünglich 1895 gemachten Erfindung sei, möge sich melden.
Es soll nun nicht darum gehen, das Kopieren von Ideen in irgendeiner Form moralisch zu rechtfertigen, der Kern dieser Argumente hier ist zum einen, dass es Ideen gibt, die so generisch sind, dass es absurd ist, sie bei mehrfachem Auftreten als Kopien zu bezeichnen. Zum anderen deutet sich daraus aber auch an, dass es am Ende des Tages auf die Umsetzung (die “Execution”) ankommt.
Meiner Meinung nach, gibt es auch so etwas wie gute Copycats und schlechte Copycats. Wenn Rocket Internet mit Zalando (www.zalando.de) weltweit ein E-Commerce-Schlachtschiff aufbaut, ist es absurd, dieses als Copycat von Zappos (www.zappos.com) abzustempeln (auch wenn mir mehrfach zugetragen wurde, dass sich bei Zalando anfangs intensiv am US-Vorbild orientiert wurde). Dabei handelt es sich vielmehr um operational Excellence in zahlreichen Bereichen wie Logistik, Online-Marketing oder IT-Skalierung. Mit dem von den Team-Europe-Machern gegründeten Spreadshirt (www.spreadshirt.net) liegt wohl ein ähnlicher Fall vor: Auch hier gab es mit Cafépress (www.cafepress.com) mehr oder minder ein US-Vorbild, wenn ich mich nicht täusche, doch die Umsetzung von Spreadshirt krempelte den gesamten deutschen Markt um und schuf einen Mass-Customization-Trend, aus dem innovative Unternehmen wie MyMuesli (www.mymuesli.com) hervorgegangen sind.
Kopiert der Samwer-Inkubator hingegen mit DealStreet (www.dealstreet.de) quasi eins zu eins den Münchner Anbieter Swoopo (www.swoopo.de), würde ich das ein schlechtes Copycat nennen, obwohl sogar hier einiges an Anpassungen erfolgt ist, bis hin zum konsequenten Offlinegang bei Nichterfolg. Team-Europe-Kritiker können meinethalben auch StudiVZ (www.studivz.net) als Beispiel heranziehen, wenn es ihnen beliebt.
Kopieren und Innovation schließen sich nicht aus
Die wenigsten mögen es gerne hören, doch aus unternehmerischer Perspektive haben Gründer wie die Samwers das richtige Vorgehen gefunden: Sie scouten Modelle, suchen gute Teams und konzentrieren sich dann vollständig auf exzellente Operations. Dass sie mit ihrer Art dabei wohl keinen Karma-Preis gewinnen und einiges womöglich auch nicht nachhaltig sein mag – ich erinnere etwa an die Entlassungswelle bei CityDeal nach dessen Exit an Groupon – steht freilich auf einem anderen Blatt.
Vor allem darf an dieser Stelle auch mal gesagt werden, dass während sich Unternehmen wie 6Wunderkinder oder Amen (www.amenhq.com) dieser Tage von Interview zu Interview hangeln, aber keinen Cent Geld verdienen, die Samwers in Sachen Pressearbeit gar nichts unternehmen. Sie scheffeln dafür aber Millionen von Euros. Es seien jedem Startup seine 15 Minuten Ruhm von Herzen gegönnt, aber das richtige Geld verdient am Ende eben jener, der sich auf die wirkliche Innovation konzentriert: Operations im Tagesgeschäft statt lautes Getrommel.
Überhaupt leisten Company-Builder (so nennen sich Inkubatoren jetzt lieber) und Copycats einen wichtigen Beitrag für das Internet-Ökosystem. Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) oder Team Europe – perspektivisch sind hier vielleicht auch Springstar (www.springstar.com), Hanse Ventures (www.hanse-ventures.de), HackFwd (www.hackfwd.com), Found Fair Ventures (www.foundfair.de) und andere zu nennen – haben tausende von Jobs geschaffen, lassen fundiertes Knowhow in die Szene diffundieren, ziehen Investitionssummen sowie Human-Capital an und stärken das Ökosystem als Ganzes.
Was die meisten nicht vergessen sollten: Das deutsche Ökosystem trägt Ideen ohne Vorbild auch kaum. Aufgrund geringerer Finanzierungssummen sowie weniger erfahrener Gründer und Investoren ist der Spielraum für Experimente wesentlich kleiner. Dennoch meine ich, ein deutliches Entwicklungspotenzial im europäischen Raum zu erkennen. Gerade Deutschland sieht mehr innovative Modelle dieser Tage, doch das richtige Geld wird nach wie vor mit Unternehmen verdient, die ein Vorbild haben, aber eben kreativ und exzellent umgesetzt werden.
Aber okay, zurück zum eigentlichen Punkt, den Lukasz angestoßen hat und den ich teile. Dass jemand ein Modell kopiert, heißt nicht, dass er deswegen keine Innovationen bereitet. It’s all about execution, darum zählen auch Teams und Ideen sind praktisch nichts wert. Wir stehen wohl alle mehr auf die Twitters und Spotifys dieser Welt, wenn wir gefragt werden – aber dass etwas komplett neu gedacht wird, ist eher die Ausnahme, denn die Regel. Und das ist aber auch überhaupt nicht schlimm, weil Innovation auch und vor allem in der Umsetzung erfolgt, nicht bloß in der Ideenfindung. Und mal so am Rande: Thomas Edison, der als einer der größten Erfinder des letzten Jahrhunderts gilt, hat meines Wissens nach auch fleißig Ideen (unter anderem von Nikola Tesla) aufgegriffen und mit einem ganzen Team umgesetzt. Vielleicht hat Edison so ja einen der ersten Inkubatoren geschaffen.
Dies soll kein Freibrief für Kopisten sein, wohl aber der Hinweis, dass die tägliche Praxis zeigt, dass in der Ideenumsetzung meist das größte Innovationspotenzial steckt – und dies gilt übrigens für kopierte wie originäre Ideen gleichermaßen. Eine originäre Idee ist etwas schönes, das stolz machen sollte, aber es steckt mindestens genauso viel Innovation in der Umsetzung – wenn nicht sogar mehr.
Mir geht es bei der ganzen Thematik nicht um eine Lagerbildung oder die unsachliche Kritik an einem der Beteiligten (ich hoffe jeder der Thematisierten hier versteht dies als eine konstruktive Anregung zur Diskussion), sondern darum, ein Umdenken anzuregen, wenn wir Copycats und Innovationen diskutieren. Ganz so schwarz-weiß ist das Ganze am Ende des Tages ja dann doch nicht. Die Orientierung an Vorbildern setzt ebenfalls Innovation frei und schafft bei guter Umsetzung einiges an Mehrwert für das Ökosystem als Ganzes. Wenn Idee UND Umsetzung innovativ sind, umso besser.
Neben einer Anregung an euch alle, in den Kommentaren auch eure Eindrücke und Gedanken zum Thema zu teilen, möchte ich mit den Worten von Marco Börries schließen, der unter Lukasz’ Post kommentiert hat und dem praktisch nichts mehr hinzuzufügen ist:
Guys, can we all stop this extremely unproductive discussion and focus on what really matters: building great products and businesses and make users really happy!


Ich glaub es hackt..!
Wie weit weg sind eigentlich Involvierte dieses Themas inzwischen vom realen Start-Up (und normalen) Leben entfernt – um so einen Bohei, ach überhaupt daraus ein Thema zu machen?
Tzz “Wer denkt etwas zu sein – hört auf etwas zu werden!”…
Jaein
Ich sehe Copycats es schon als Problem der deutschen Gründerszene. Sicherlich haben sie einen Weg geebnet, und Rocket wird sich in Zukunft auch weniger erlauben können da ernst zunehmende Konkurrent aufzieht.
Trotzdem sehe ich zwei grosse Probleme bezüglich copycats und pseudo-business-incubatoren:
1. Das Patentrecht und Ideenschutz gilt als einer der Treiber der Industrialisierung. Wenn Erfinder keine sofortige Kopien befürchten mussten waren sie bereit Dinge auszuprobieren, die sich bei Erfolg dann auch lohnen konnten. Wenn es im Internetbereich einen übermächtige Konkurrenten gibt, mit denen es kleine Start-Ups bezüglich Finanzierung, Recruiting und Kontakten in keiner Weise aufnehmen können, kann dies dazu führen das bestimmte Innovationen gar nie auf den Markt kommen, da selbst bei einem anfänglichen Erfolg man sofort überrolt werden würde oder dies befürchten würde.
2. Sie fallen als Vorbild aus, denen es darum geht ein Produkt weltweit zu vermarkten oder ihre Ideen umzusetzten. Den erfolgreichen amerikanischen Gründern ginge es weniger um das Geld sondern ihre Idee weltweit erfolgreich umzusetzten und den Menschen das Leben einfacher zu machen. Dies ist bei copycats nicht der Fall, sondern dies sind häufig neue exitoptiionen für einfallslose Berater, die toll Modelle umsetzten können. Wir brauchen mehr positiv besetzte weltweite Gründungen, wo es ausser United Internet eigentlich kein Unternehmen derzeit gibt!
Was mich positiv stimmt ist jedoch, dass die härteste Konkurrenz für Monopolisten oft aus dem eigenen Unternehmen kommt und die 2. oder 3. Generation dann höhere Chancen hat wirklich eigene Innovationen umzusetzten
Der Unternehmer aus Shenzen, der Stihl Kettensägen bis auf die patentgeschützten Teile kopiert ist kein Unternehmer und seine “Operations im Tagesgeschäft” sind nicht besser als das Original, sondern er verschafft sich nur ein Vorteil aufgrund einer gewissen rechtlichen Situation.
Bei vielen Klonen, die grosse Teile vom Original Code abkupfern und teilweise sogar Kunden des Originals anschreiben, ist das sehr ähnlich gelagert (siehe Airbnb Klone).
Eine Firma wie Wunderlist ist sicherlich weit von dieser Unternehmerkategorie entfernt. Wenn Sie dies als Pressearbeit ausnutzen, um z.B. Talente anzuwerben, so ist das Ihr gutes Recht.
Auf der anderen Seite verstehe ich jedoch jemanden wie Lukasz, der sicherlich nicht ins Massenklonunternehmertum fällt und sich davon distanzieren muss.
Doch diese Unternehmer gibt es in D. Und nicht zu selten.
Der Amerikaner würde diesen Leuten sagen: You’ve been called out, live with it.
Das Üble sind ja nicht die Copycats sondern das Geschäftsgebaren der Samwer Brüder. Weil es aber einfacher ist malen die Gegner dessen Copycats als die Bösen an die Wand. Und dann kommen Opportunisten (wie die 5Wunderkinder) und suchen sich in dem Fight gegen Copycats ein PR Thema.
Let’s get back to business. Und wenn jmd ein Problem damit hat, dass Leute bei Citydeal in Massen eingestellt und ein paar Tage später wieder gekündigt werden oder das Wimdu airbnb Hosts am Frühstückstisch einen Sales pitch gibt dann beschwert euch da drüber.
Aber sonst lasst uns gemeinsam gutes Business machen.
Hier ein alter Post von mir zum Thema: http://www.techberlin.com/post/8691059569/to-copy-or-not-copy
Die ganze (deutsche) Startup-Szene ist ein gigantischer Copyshop. Wirtschaft an sich ist Kopieren, Remix. Der Appell ist lächerlich und wirkt wie aus Motivationsreden amerikanischer Highschool-Filme zusammenkopiert. Aber: Vielleicht offenbart sich darin ja eine tiefere Wahrheit. Er ist PR – so wie 90 Prozent der deutschen Start-ups keine Unternehmungen sondern PR-Projekte sind, um Hoffnungen zu bündeln oder stupid money einzusammeln, um vielleicht einen Glückstreffer zu landen.
Wenn ich mir bspw. das Portfolio von HackFwd (http://hackfwd.com/companies) so anschaue und es mit der Anti-Copy-Cat-Liste vergleiche, wo ist der Unterschied? More of the same, tonnenweise. Von wegen, in Deutschland werde Innovation verhindert, weil Unternehmen sagten, das hätten sie schon immer so gemacht. Selbst die angeblich so innovativen Jungunternehmer verschwenden ihre Zeit damit, Zettel und Papier neu zu erfinden und kopieren dabei im Falle der TdL-Anwendungen eine Firma, die das a) gut macht und b) dabei eine echte Innovation hervorgebracht hat: 37 Signals. Dummerweise ist die nicht käuflich, so dass sich deutsche Investoren mit billigem Abklatsch zufrieden geben.
Kein Wunder, dass nicht nur die 6 sondern all die andern selbst ernannten Wunderkinder so großmäulig daherreden.
Ja die Tatsache da so viel über Copycats in Dt. geschrieben wird ist schon ein Statement an sich! You’ve been calles out? I don’t think so…dein Statement zu Arbeitsplätzen und das Ökosystem an sich ist gut aber nicht zu ende gedacht…denn wer sitzt denn ganz am Ende der Nahrungskette von so erfolgreichen “schlechten” Copycats die du beschreibst?
Nein es sind nicht die CEO’s und die Ventures, es sind vielmehr die Jungs die auftauchen nachdem Anteile der Startups von den VCs gewinnbringend verkauft werden…aber im Grunde sind wir doch da wieder bei dem was ich bei Lukasz Post als Zwischenton bezeichnet habe und das ist die Begründung warum so viele Gründer lieber für sich werkeln und Unabhängigkeit ganz groß schreiben und erfolgreiche Copycats Ihnen auf den Sack gehen. Es ist schon schwer genug in diesem Land zu gründen…
das gründerszene copycats gut findet.. kommt ja nicht von ungefähr.. die samwer mögen das auch..
ist einfach sich das geschäftsmodell wie manN herkommt schön zu reden.. team europe und co..
Einen einfachen Blick in die reale Welt find ich lohnenswert: Niemand wirft der 7ten Autowerkstatt in der Stadt vor, ein Copycat zu sein, keiner beschwert sich über einen neuen echten Bäcker.
Ich würde ja gerne diverse Ideen umsetzen.
- Budget: 0
- Hosting-Power: Server für ein Taschengeld reicht aus.
Da ich aber kein Geld habe, zum Zig Juristen durchzufüttern oder als Strohmann eines Ventures nur Promille meiner Idee abzubekommen und überteuerte Mieten in Großstädten statt ner billigen Halle an der Grenze oder (wie MySQL) dezentral zu sein, gibt es diese Innovationen halt nicht.
Es gibt ja nicht mal einen Ort wo man die Ideen verkünden kann damit sie jemand woanders aufzieht oder als Vorstufe zur Crowd-Finanzierung (wenn man es nötig hat). “WikIdea” wäre schnell aufgesetzt und vermutlich noch schneller abgemahnt.
Nur mal an die Leute die von Innovation reden.
Der Dienst der Verleih-DVDs von Robotern in DVD-Player steckte und per Internet an den Besteller streamte, musste dicht machen.
Schröder, Obama; Westerwelle und Künast sorgen dafür, das man Ballastfrei Unternehmern kann. Und der Gesundheitsminister der die Kosten von 15% auf 10% gesenkt indem er Miswirtschaft ausmertzte, Medikamentenfeedback und die Gesundheitskarte einführte und die Leute doppelt so schnell halb so teuer kerngesund wurden, wurde dankenswerterweise Wirtschaftsminister und konnte bei der US-Auto-Insolvenz zwei der drei US-Autofirmen aus der angesparten Portokasse in deutschen Besitz bringen um den amerikanischen Steuerzahler nicht zu belasten.
Oder auch nicht… .
Wer die Regeln(=Gesetze) macht, bestimmt wie das Spiel (Fußball, Tennis, Basketball,…) läuft und was taktisch sinnig ist.
Die Samwers und Team-Europe zeigen, was der optimale Weg ist.
Die Filmförderung war auch mal anders. Dann haben sie es geändert und seit 5(?) Jahren gibt es jährlich 1-3 Hollywood-Filme die (teilweise) hier gedreht werden müssen weil sonst die Subventionen nicht fliessen. Vorher gabs das “dumme deutsche Geld” das in USA oder sonstwo verfilmt wurde. Simple Regeländerungen bewirken Vorteil statt Verluste.
Sowas wird leider nirgendwo erklärt, obwohl ich gerne ein i18n-Wirtschafts-Wiki aufsetzen würde um solche Zusammenhänge wie Uwe Boll und seine Film-Finanzierung zu verstehen bzw. sinnige Förder-Systeme woanders “abgucken” zu können.
Aber wenn Wikipedia und spickmich bis zum Verfassungsgericht klagen müssen, spare ich mir sowas lieber.
Und ein legales konstruktives Debattier-System hätte ich auch gerne. Dortige Diskussions-Themen wie “Wie kriegen wir legal und konstruktiv die FDP dauerhaft unter 5%” “Wie sorgen wir legal und konstruktiv dafür, das kein Analogkäse mehr in meinem Essen ist” “Wie verhindern wir Ausschreibungs-Korruption ganz einfach ?” “Warum muss der Bauernhof mit teuer verbuddelter Glasfaser anstatt WiFi-Fritzbox Richt”Wifi”Strecken angebunden werden ?” muss sicher der Europäische Menschenrechtsgerichtshof behandeln und bis dahin bleibt die Site geschlossen.
Oder ich mache eine Webseite, wo man die offiziellen philips-osram-Nummern von Beamer(Projektoren)-Lampen listet und Großhändler wo man nur 50 Euro statt 350 Euro dafür zahlt. Oder auch nicht… .
Also wieso gibts kein CopyCat-Vorschlags-Portal wo man Geschäftsmodelle, Sites und Produkte zum Programmieren vorschlagen kann damit die CopyCats frisches Futter kriegen oder als Vorstufe für Crowdfunding ? anonym natürlich wenn man will. Aber nach 1 Woche natürlich public. Also werdens die Copycats nicht selber machen…. :-( Und die Wirtschaftsförderung ? …
Thomas, ich hab durchaus schon Beschwerden über zuviele Supermärkte gehört, z.B…. Ist halt auch immer die Frage, ob Qualitätsarbeit geleistet wird oder auch ob wirklich was positives hinzukommt, was nicht was anderes wichtiges verdrängt. ;)
Zum Thema Copycat darf ja jeder seine eigene Meinung haben, ich finde es nur etwas vermessen, wenn man sich versucht auf Kosten von Leuten, ohne die es diese beeindruckende Gründerszene in Berlin und Deutschland nicht geben würde, zu profilieren.
Mein Tipp: Am besten erstmal selber über 10 Jahre hinweg hunderte oder tausende von Arbeitsplätzen schaffen und dabei neue und erfolgreiche Gründer hervorbringen – dann kann man auch eine fundierte Meinung äußern.
Marcus
It´s all about the money. Ein Gründer hat vor kurzem den schönen Satz gesagt: “Warum denken manche Start Ups die Regeln der Wirtschaft gelten für sie nicht?”
Jeder der kein Geld verdient sollte erst einmal still sein und sich überlegen wie er Geld verdienen will. Warum denkt ein Teil der Start Ups Szene es geht um Ideen, Besucher, User oder sonstige Kriterien? Am Ende des Tages geht es darum mit einem guten Produkt durch ein gutes Team Geld zu verdienen.
Das folgende bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Äußerungen einer der “beiden Seiten”. Dazu will ich gar nichts schreiben, außer der Tatsache, dass es mir sehr gefällt, dass das Thema mit einem “Knall” erneut auf die Agenda gesetzt wurde.
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Ich bin froh über jede Ächtung, die Copycats erfahren. Copycats sind nichts anderes als geistiger Diebstahl. Und der sollte weder verharmlost noch verteidigt werden.
Und dazu werden leider viel zu oft die haarsträubendsten Beispiele verwendet. Die hundertste Bäckerei ist eben keine Kopie einer Innovation. Ebenso wenig wie Google Fireball oder Altavista kopiert hat. Eine andere Lösung für das gleiche Problem anzubieten ist ebenso wenig ein Copycat wie die Umsetzungs eines jahrelang etablierten und wenig innovativen Geschäftsmodells.
Was hier in Deutschland seit einiger Zeit Mode zu werden scheint, stellt aber sogar die Chinesen in den Schatten. Da werden US-Sites 1:1 inkl. Branding kopiert. Andere Startups bedienen sich gleich der kompletten Inhalte ihrer jahrelang etablierten Vorbilder.
Wer sowas toll findet, hat vermutlich früher auch Erstklässlern das Pausenbrot geklaut.
> dass BMW dann jedes Jahr auch Tausende von Copycats baut
Da hat der kleine Ehssan wieder erst geredet und dann gedacht. Wenn BMW so arbeiten würde wie *räusper*, würde der neue 3er vermutlich wie ein roter Trabbi aussehen.
>Es gibt ja nicht mal einen Ort wo man die Ideen verkünden
>kann damit sie jemand woanders aufzieht
Das liegt wohl z.T. auch daran, dass eine reine Idee quasi nichts wert ist. Es kommt auf die Umsetzung an.
Damit eine Idee wertig wird, braucht man zumindest einen recht klaren Plan, wie man sie umsetzen und zumindest die gröbsten Steine aus dem Weg räumen will.
Deshalb geht es beim Thema “Copycats” im Grunde auch nicht um Ideenklau. Sondern um den Diebstahl einer kompletten Umsetzung / eines Unternehmens.
Copycats können NIEMALS innovativ sein Punkt. Und der Vergleich mit Edison… – sorry wie schlecht ist das jetzt? Zalando & Co. stimmt schaffen alle Arbeitsplätze ohne Frage, aber Sie bringen uns aber in der Entwicklung nicht weiter. Weiter bringen nur Leute die anders denken und neues probieren, sonst hätten wir kein apple, kein google usw. Schon komisch dass solche Unternehmen immer aus den USA kommen. Und das liegt eben am Andersdenken der Investoren – alias VCs. Die Rockets und Team Europe usw. haben diesen Namen gar nicht verdient. Klar alles ist ein Risiko, aber wer schon ein funktionierendes Geschäftsmodell komplett übernimmt, praktisch klaut, der geht mit Sicherheit ein deutlich geringeres Risiko ein, als viele Amis, die auch total neuen Ideen eher eine Chance bieten und nicht immer erst einen Proof Of Concept haben müssen.
Deshalb sind diese Arti Investoren auch niemals gut für das Ökosystem, weil dann eher mehr Leute kopieren als weniger, um überhaupt eine Unterstützung zu erhalten.
> Zalando & Co. stimmt schaffen alle Arbeitsplätze
Falsch! Sie verlagern sie. Bspw. vom stationären Handel, wo sie dafür wegfallen. Ob da unter dem Strich mehr entstehen, sehe ich in starke Zweifel gezogen.
[...] aufgrund der aktuellen Diskussionen nicht missverstanden zu werden: Ich bin weder Pro noch Contra Copycats und [...]
TechBerlin hat beide Herren zu einer Live-Web-Radio-Sendung eingeladen. Vielleicht können sie ja in einer gemeinsamen Diskussion über Unternehmertum und Innovation Ihren Streit beilegen. http://www.techberlin.com/post/11824411676/lukasz-gadowski-strikes-back
Herr Samwer hat mal bei einer Rede selbst gesagt, dass für ihn die zu erwartende ROI die relevanteste Kennzahl bei einem Businessmodell ist. Wenn also der Proof of Concept für ein bereits bestehendes Modell da ist und man nach einem immer ähnlichem Schema excecuten kann und so auf bestehende Strukturen immer wieder zurückgreifen kann, warum nicht? Es ist viel schwieriger einen eigenen Markt zu schaffen als bereits bestehende zu erschließen. Viel entscheidender ist jedoch, dass bei einer wirklich innovativen Idee die Excecution (und dass ist meiner Meinung nach die größte Stärke Rocket Internets) nicht so enorm wichtig ist, da das Businessmodell von dem hohen Kundennutzen getragen wird und sich selbst weiterverbreitet und durchsetzt (siehe Soundcloud).
Viele interessante Punkte wurden ganz aktuell auch auf dem IdeaLab! in einer Panel Diskussion u.a. mit Florian Heinemann von Rocket und Stefan Glaenzer diskutiert: http://vimeo.com/30717506
Ich finde die Diskussion sehr interessant und wichtig, um langfristig eine Marschrichtung für die deutsche Start-Up Szene zu finden. Ich bin aber auch der Meinung, dass es viele Vorteile hat ein Business-Model zu kopieren und wir diese Methodik nicht verneinen sollten.
Hierzu ein Blogpost von mir: http://www.socship.org/entrepreneurship/why-it-is-not-a-bad-thing-to-copy-business-models
LG Max
@Max
Klar ganz ausschließen würde ich das auch nicht, aber hier passiert doch gar nichts mehr anderes. Kopieren geht über studieren ^^. Eigentlich fast alle Gründer kopieren und clonen und dass nicht nur, weil sie keine Ideen haben, sondern weil man dafür eben eher einen Geldgeber findet.
Deutschland, ein Land der Dichter und Denker bzw. Ideen passt beim Thema Internet überhaupt nicht. Denke da wird sich in absehbarer Zeit aber nichts ändern, leider…
Wer bekommt den letzten Wohlstand in Deutschland?
Die wichtigste Dimension fehlte in der Diskussion bisher: Deutschland ist ein winziger Markt. Wir sind nur gut, weil wir Werte schaffen, die andere Teile der Welt nicht schaffen und daher bei uns teuer einkaufen.
Wenn die restliche Welt besonders innovativ sein soll, was Geschäftsmodelle für StartUps angeht, dann ist es extrem wichtig, dass Deutschland diese kopiert. Zwar binden wir damit schlaue Köpfe, die dem Geld nachlaufen. Aber wir nehmen zumindest Teil am Spiel um die VC-Budgets. Das würde sonst jemand Anderes (Nicht-Deutscher) machen.
Versteht ihr euch als “Ego”, als “Deutsche”, als “Europäer” oder als “Weltbürger”?
Eine Diskussion ohne Zielsetzung (Ich will für mich/Deutschland/Europa/die Welt das Beste) ist nicht vollständig.
Ansonsten: Größten Respekt an alle “Entrepreneure”. Denken und Machen sind direkte Nachbarn und doch so weit voneinander entfernt. Weiter so!
> http://vimeo.com/30717506
Sehr schön. Danke für den Tipp. Die Diskussion ist sehr interessant, vor allem weil Rocket nochmal sehr kritisch hinterfragt wird. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die Gründer ausreichend von einem Exit profitieren.
> Ich will für mich/Deutschland/Europa/die Welt das Beste
In wirtschaftlicher Hinsicht definitiv als Deutscher. Ich mag die Idee der Europäischen Union. Aber die Werte innerhalb dieses “Wirtschaftsraums” sind mir zu verschieden, um mich damit zu identifizieren.
Ich denke aber nicht, dass wir – um Deutschland zu stärken – international erfolgreiche Unternehmen kopieren müssen / sollten. Wenn wir Ideen adaptieren und weiterentwickeln, bringt uns das sehr viel weiter als das dumme Nachahmen.
@nikolas woischnik
Gutes Thema.
(Ich beziehe mich folgend nicht auf den Autor sondern auf die Initiatoren und die Beteilligten insgesamt)
Ich verstehe die ganze Debatte nicht.
Was soll die Debatte denn bezwecken ? Welche neuen Erkenntnisse soll sie bringen ?
Man macht aus nichts ein Thema !
Hier basiert das ganze doch lediglich auf einer Aufmerksamkeitskampagne der Initiatoren.
Man müsste jetzt hier wieder die Verflechtungen im einzelnen betrachten.
Wenn sich jemand heulend hinstellt und klagt das andere Modelle aufgreifen die bereits existieren und damit auf anderen Märkten erfolgreich sind dann wirkt das nicht sonderlich positiv.
Das klingt nach ausgeprägten Selbstzweifeln. Man sollte sich auf sein Projekt konzentrieren und das voranbringen.
Innovationen sind wichtig schließlich leisten diese einen großen Beitrag von dem nicht nur die Beteilligten und Gründer sondern auch die Gesellschaft profitiert.
Allerdings birgen Innovationen auch ein hohes Risiko des Scheiterns und das muss man verantworten und tragen können.
Es nützt ja nichts wenn man dem Markt und der Gesellschaft zu weit voraus ist.
Immer wieder tauchen teils wirklich tolle Ideen auf die auch ganz schnell und still wieder in der Versenkung verschwinden.
Das soll natürlich aber keinen Entmutigen. Die Leute die tolle Ideen haben und an diese glauben sollen sie mit entsprechenden Partnern umsetzen.
Und es wird genug geben die diesen mutigen Schritt gehen.
Ich spreche mich persönlich auch gegen exaktes Kopieren aus, denn das verstößt gegen ethische Grundsätze und auch konkret gegen gesetzliche Bestimmungen.
Wenn man aber ein Unternehmen auf erprobter Modelle aufbaut kann ich daran nichts negatives erkennen um ehrlich zu sein.
Das gab es schon immer und wird es auch immer geben.
Ein Nachteil dieses Verfahrens stellt aber die Übernahme-Ausrichtung dar. Man spekuliert natürlich sehr häufig darauf, dass das Modell-Ursprungsunternehmen aufgrund der Erschließung und Verdrängungen das Unternehmen übernimmt bzw integriert. Das passiert schnell mal und bedeutet im Endeffekt oftmals den Verlust von Arbeitsplätzen und die Abwanderung von Kapital.
Ebenso wird es immer auch innovative Ideen geben die neue Impulse setzen werden.
Kommt mal alle wieder runter und lasst diese traurige nichtige Debatte in den Tiefen der völligen Entbehrlichkeit versinken.
[...] Copycat-Debatte II Die ewige Copycat-Debatte Normalerweise verfasse ich Artikel bei Gründerszene stets in der dritten Person und vermeide es, Meinungen oder Geschmacksurteile zu veröffentlichen. Faktenbasierte Bewertungen sind der Maßstab, an dem Gründerszene sich stets messen will, doch ein Artikel im Blog von Lukasz Gadowski veranlasst mich heute, auch einmal ein paar Gedanken zu teilen, die mehr auf Erfahrungen und dem Austausch mit Gründern und Investoren basieren und die ich schon länger in der Szene teilen wollte. Gründerszene [...]
Daraus eine moralische “Gut-gegen-Böse”-Debatte zu machen war und ist Nonsense. Wie schon zigmal gesagt, der Standort Berlin verdankt seine bisherigen Erfolge vor allen den “Clonecubators”. Gleichzeitig ist dieser Blick rückwärtsgerichtet: Denn bis jetzt scheiterten hier unglaublich viele originelle Ideen an mangelndem Funding oder schlechter Execution. Genau das ändert sich aber gerade: Es gibt mehr Möglichkeiten, ohne Rocket & Co. in Berlin zu ordentlichen Bewertungen an Geld und Informationen zu kommen und auch die Fähigkeit zu professioneller Excution verlagert sich, wenn die Kompetenzträger in Scharen von z.B. Groupon weglaufen. Das macht den Marktplatz vielfältiger und wird eher mittel- als langfristig dazu führen, dass alle, die schon zu früh zu viel Equity an sich reißen nur noch B-Talent an sich binden können. Und dann stellt sich irgendwann tatsächlich für alle die das Gründen ernst meinen die Frage, (geklaut von Soundcloud-Alex Ljung): If you’re an A team with A execution, why chase after a B idea? Rocket & Team Europe sind im Begriff, ihre Monopolstellung zu verlieren. Aber man braucht sie nicht noch zusätzlich zu dämonisieren.
> Rocket & Team Europe
Wobei ich die beiden auch nicht in eine Schublade werfen würde. Insofern hat die “Aktion”, wenn sie denn wirklich gezielt gegen Lukasz gerichtet war, imho auch den Falschen getroffen.
[...] von seinem Throne steigend seinem Waffenbruder Gadowski aus der Ich-Perspektive zur Seite steht (siehe Gründerszene-Artikel). Das, obwohl er “Artikel bei Gründerszene stets in der dritten Person [verfasst]” [...]
Lieber Joel,
ich finde diesen Artikel sehr heuchlerisch und es ist fast schon eine Frechheit, wie Du Dich äußerst: “Was ich hingegen nicht mag, ist die Hetze und der negative Vibe, die mit der Schaffung des dort entstehenden Feindbilds (Copycats) einhergehen. ”
Gründerszene ist ja wohl mit Abstand der größte Schaffer des Feindbildes Copycat, bsp. dieser Artikel hier:
http://www.gruenderszene.de/news/rebate-networks-groupon-modell-michael-brehm-stefan-glanzer
“Früher galt Deutschland als das Land der Dichter und Denker – im Internet-Segment wird es immer mehr als das der Nachahmer und Exporteure wahrgenommen. Mit Rebate Networks (www.rebatenetworks.com) geht nun ein Konzept an den Start, das auch auf Cloning setzt.”
Entscheide Dich bitte mal für eine Seite und tu nicht so scheinheilig!
Wenn Berlin zum deutschen Silicon Valley werden will muss irgendwann der Schwenk von der Imitation zur Innovation kommen.
Das Valley ist als reifer Standort geprägt von Weltkonzernen wie AMD, Apple, Cisco, HP, Intel, Oracle, Ebay, Google, Facebook, Yahoo sowas sucht man in Berlin wohl vergebens.
Der Nukleus dieser Unternehmen war aber nicht die Kopie von irgendwas.
Sascha sagt:
Wenn Berlin zum deutschen Silicon Valley werden will muss irgendwann der Schwenk von der Imitation zur Innovation kommen.
Dem wiederum stimme ich zu. Wenn Berlin sich als alternatives bzw. europäisches Valley etablieren möchte muss hier noch eine gewisse Entwicklung stattfinden.
Da bedarf es dann schon einer höheren Innovationsrate.
Gesamtwirtschaftlich siehts aber schon aktuell recht gut aus.
Diese Diskussion gab es auch schon einmal im 19. Jhd, als die Deutschen verschiedene britische Produkte kopiert hat.
Allerdings war auch damals Deutschland hinter den Engländern. Im Zuge der Industrialisierung und durch strikte Vorschriften und Verfahren konnte das Blatt gewendet werden – mittlerweile ist Made In Germany ein starke Marke!
Ich sehe hier gerade parallelen zwischen den USA und Deutschland. Es mag noch ein wenig dauern, aber irgendwann in naher Zukunft gibt es auch in Deutschland Innovationen am laufenden Bande. Natürlich bin ich persönlich auch kein großer Freund von Copycats, aber eher weil ich Ideen zu übernehmen langweilig finde. Dies bedeutet aber nicht, dass man das Thema Copycat sofort diskreditieren darf und sollte. Wäre ohne ein StudiVz, etc. überhaupt ein solches Soziosystem in Berlin entstanden? Schaut Euch doch mal an, was die Leute, die in irgendeiner Weise bei StudiVz involviert waren heute machen…sie haben neue Web-Unternehmen gegründet oder investieren in solche.
An die Kinder, die zu diesem Aufstand aufgerufen haben; Was ist Eure ihre GROSSE Innovationß Ist Einfachheit eine Innovation? Machen Copycats teilweise Produkte auch nicht einfacher…
Ich finde es gut und wichtig, dass dieses Thema nun endlich breit diskutiert wird. Schade finde ich aber, dass die Diskussion sehr emotional (selbst von sogenannten Fachmagazinen wie Gründerszene ) geführt wird.
Wahrscheinlich gibt es auch in Amerika sehr viele ähnliche Start-ups. Ich finde es aber bezeichnend, dass wirklich innovative Unternehmen wie Apple, Google oder Facebook ihren Anfang in Amerika nehmen. Scheinbar zeigen sich dort Gründer mutiger und probieren auch mal neue Sachen aus.
Eigentlich könnten sich ja gerade die Großen wie Samwer oder TeamEurope mit all ihrem Geld mehr “Neues” trauen als die kleinen. Aber wie es im Artikel schon richtig herausgestellt worden ist, es geht denen vor allem um das Geld verdienen. So ähneln sie vor allem einem spezialisierten Finanzinvestor.
@Thomas:
Sehr gute Anmerkung!!
http://www.gruenderszene.de/news/rebate-networks-groupon-modell-michael-brehm-stefan-glanzer
Jetzt hat sogar schon Heise das Thema aufgegriffen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krach-in-Berliner-Gruenderszene-1365891.html
Wirklich gute Ideen sind halt rar, wie Dateiarchive.
Okay Spaß beiseite, ich finde diese ganze Copycat sache etwas übertrieben. Abkupfern von anderen guten Ideen oder Produkten ist so alt wie die Welt selber (z.B. Apple/MS). Wenn man sich auch bestimmte bekannte Produkte anschaut z.B. Pepsi oder Coca Cola wird sehr schnell klar das es eine menge davon gibt.
Das hat natürlich einen bitteren Beigeschmack, wenn man eine neue Idee verwirklicht und 2 Tage später auf der anderen Straßenseite ein VC *Hust* Samwer Backed Startup genau das selbe macht. Im Endeffekt muss man sich die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit und Agilität schon bei der Gründung stellen bzw. diese mit einplanen.
Hoffen wir, dass sich Qualität am Ende durchsetzt ;)
Cheers
Amen sieht mir irgendwie nach einem OpinionAided-Copycat aus ;-).
Auf jeden Fall Hut ab vor der PR-Leistung der Anti-Copycat-Aktion!
:-) süß -> http://g05.img-up.net/?up=image63g6v.png
hier mein standpunkt:
http://www.severint.net/2011/10/25/gadowski-gegen-reber-oder-ab-wann-ist-copycat/
[...] Gründerszene.de [...]
Die Copycat Debatte fetzt. Schön wie sich die Leute so pikieren, und dabei meine ich beide Seiten. Getroffene Hunde bellen passt auch gut dazu.
Nun aus meiner Sicht, denke ich, der Standpunkt der Wunderkinder ist (teilweise) berechtigt. Geht man die Portfolios der einzelnen VCs durch fallen einem fast nur copierte oder anders umgesetzte Ideen auf. Das liegt auch daran das die meisten Dinge im Internet schon abgegrasst sind. Nur noch Nischenlösungen haben die Kraft um echte Innovation darzustellen, dann aber meist auf einem minimalen Wirkungsbereich. Viel zu oft sind es nur gut umgesetzte oder besser kopierte Ideen die erfolgreich werden.
Darum geht es aber im Grunde gar nicht, was die Leute(wunderkinder) wurmt ist wohl eher der Unmut über die VCs, die ja dann entscheiden welches Copycat starten darf. Ich möchte nicht wissen wieviele innovative neue Ideen/Produkte von den VCs abgelehnt wurden, bloss weil es zu Risikoreich war sie umzusetzten. Ein Grund für die Umsetzung von Copycats ist die Gewissheit(oder Planbarkeit), dass diese Idee ja schon funktioniert und der Markt dafür da ist(Partnerbörsen, Schuhläden etc.). Darin liegt weniger Risiko, als in etwas wirklich Neuem vermeintlich Unberechenbarem. Eigentlich muss es nicht “No Copycats” heissen sondern “VCs, habt Mut zum Risiko!”
@Marcus Seidel & Johann: Wahre Worte.
@Marcus: Copycats können sehr wohl innovativ sein. Zalando hat im Online-Marketing Maßstäbe gesetzt, erfinder Logistik komplett neu, ist Meister der Nutzerkomvertierung und, und, und. Apple und Google mögen Gamechanger sein und haben unglaubliches bewirkt, aber auch hier wurde viel Bekanntes einfach neu arrangiert (etwa Werbung bei Google oder Itemselling bei Apple).
@Sebastian: Klar werden Jobs auch aus alten Branchen umgeshiftet, aber die alte Einzelhandel vs. Internet-Debatte ist doch jetzt nicht Dein ernst. Gute Copycats sind auch nicht Diebstahl geistigen Eigentums, sonst wäre es ja schützbar. Privatinterkünfte über das Internet zu vermitteln ist nichts Schützbares, eine gute Software zum Matching o.ä. hingegen schon. Wäre jeder Müll hier schützenswert, wäre das womöglich eher hinderlich, dann lägen längst alle Ideen in den Händen von Konzernen. Und erneut: gute vs. schlechte Copycats.
@Thomas & Micha D.: ich habe ja geschrieben, dass auch ich meine Meinung dazu geändert habe. Und daneben habe ich auch zwischen guten und schlechten Copycats unterschieden, wobei Rebate einerseits ein schlechtes Copycat ist, andererseits Innovation in der Marktadaption birgt. Es ist also meiner Meinung nach nicht scheinheilig, sondern integer, wenn man sagt, dass man dazu gelernt hat und nun manches anders sieht. Rebate fixe ich vom Thema trotzdem ideentechnisch arm, dafür executionseitig herausfordernd.
> Privatinterkünfte über das Internet zu vermitteln ist nichts Schützbares
Das gleiche Problem zu adressieren ist auch kein Copycat, sondern eine Geschäftsmodell-Adaption. (Fireball vs. Google) Deutsche Copycats kopieren aber häufig die komplette Umsetzung und dagegen richtet sich auch die berechtigte Kritik der Szene.
> sonst wäre es ja schützbar
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen (die übrigens in jedem Land anders sind) interessieren mich dabei überhaupt nicht. Das ist ein ethisches Thema. Nur weil die Arbeit von Menschen nicht in jedem Fall juristisch verteidigbar ist, ist sie noch kein Freiwild. Und gerade die Ereignisse um Lieferheld haben ja gezeigt, dass man sich durchaus gegen bestimmte Praktiken wären kann ;-)
> alte Einzelhandel vs. Internet-Debatte
Ich habe damit nicht gesagt, dass Fortschritt der weniger arbeitsintensiv ist, per se schlecht ist und will keinen neuen Weberaufstand anzetteln. Aber diese Sprüche ala “wir schaffen tausende Arbeitsplätze” und rechtfertigen damit unethisches Handeln, sind nun mal substanzlos.
Auch ganz praktisch. Dazu kann ich nur auf Citydeal, Jamba, Wimdu etc. verweisen.
Aber das ist über das reine Copycating hinaus auch ein VC-Thema. VC füttert jahrelang mehrheitlich (<- das wird selbst ein VC nicht bestreiten) defizitäre und nicht überlebensfähige "Unternehmen" durch und hebelt damit die wirtschaftliche Evolution, die nur die Stärksten / Effektivsten überleben lässt, zeitweise aus. Je länger die Finanzierungen reichen, desto dramatischer ist dieser Effekt. Dann gehen schon mal Wettbewerber drauf, die in einem normalen Markt überleben würden, gegen VC-subventionierte Startups aber eben nicht.
Auch dafür gibt es zahlreiche real-existierende Beispiele.
Wenn man die Kommentare liest darf man schmunzeln.
Zur Thematik
1. Aus Sicht des Anwenders steckt der Nutzen darinnen etwas nutzen zu können. Wer es erfunden hat ist dann nachrangig. Viele Erfindungen haben Jahrzehnte darauf gewartet, dass sie jemand zu den Menschen bringt.
2. Wer erfinden kann, ist deshalb noch lange nicht geschäftstüchtig. Viele erfolgreiche Unternehmen hatten daher einen Techniker und einen Kaufmann ersten Ranges.
3. Geschützt werden sollte nicht der Schlendrian und die Unfähigkeit drumherum sondern eben nur die eigentliche Innovation. Diese fehlerhafte Umsetzung vernichtet viel Wohlstand und ermöglicht es einen Reibach bei gleichzeitiger Mißwirtschaft. Ein typisches Monopolproblem.
4. Innovation bezieht sich auf Produkte, Prozesse, Organisation, Marktplazierung usw. eine gute Umsetzung und gutes Handwerk sind wichtige Parameter. Wenn ein Unternehmer hier gewaltige Defizite hat kommt er blos mit der schlechten Umsetzung einer guten Idee, katastrophalen Managementfähigkeiten und einem fehlenden Marketingkonsept nicht in die Situation als neuer Steve oder Bill gefeiert zu werden.
Was will ich mit diesen Punkten umreissen? Letztlich, dass es für die Umsetzung einer Idee damit sie nutzbar wird häufig Geburtshelfer wie Nachahmer bedarf. Das die Qualität und der Preis und die Wahrnehmung eines Produktes neben der Idee dahinter Schlüsselfaktoren sind.
Wer eine gute Idee hat, hat einen zeitlichen Vorteil und hat einen Image-Vorteil. Er kann sich rechtlich je nach Idee absichern, er kann sich Partner suchen die wegen der Idee mitmachen.
Zur These, dass Erfindungen nicht gemacht werden, weil der Erfinder nicht automatisch zum Trilliadär wird – sehr wackelige These.
Letztlich gibt es viele Gründe etwas zu erfinden und viele Orte die dieses fördern. Z.B. Unis, Entwicklungslabs großer Firmen, zum anderen Erfinden viele etwas aus Freude am erfinden selbst.
Wer eine gute Idee durch schlechte Umsetzung versaut, trägt mitschuld daran, wenn es Nachahmer besser machen. Wenn die Idee so einfach, trivial ist und wenig Wissen benötigt um schnell und einfach Nachgeahmt werden zu können, dann liegt doch die Frage nahe sich zu fragen wie einmalig und großartig war denn die Idee. Patente wie on-Click-Buy oder Warenkorb im Webhandel sind solche Ideen, ebenso wie Groupon, oder Xing oder Facebook oder Google Search. Es ist doch wenig fleisch an einem Knochen mit einer Idee wie Marketing mit Rabatscheinen oder elekrtonische Texte zu durchsuchen oder Adresse ins internetstellen und sich miteinander auszutauschen. Wenn sind es hier doch die Details des WIE also der Umsetzung, die zum Siegeszug oder zum Scheitern geführt haben.
Kopieren ist schnelles lernen und wenn man dann darüber hinaus geht und auch neues schafft ist doch alles gut.
Ideen an sich – gerade für Unternehmen sind in der Regel keine einzigartigen Dinge sondern nur Entdeckungen für ein entstandenes Bedürfniss auf das es noch kein oder kein gutes Angebot gab (was wohl meist technologische oder gesellschaftliche Gründe hat). Diese Entdeckungen haben in der Regel mehr Personen als eine – wer diese Idee am besten mit Leben füllt bedient die enstandenen Bedürfnisse am besten und schafft somit am meisten Wert – für sich und andere. Ob diese Entdeckung des Bedürfnisses nun durch direktes Sichten des Bedürfnisses oder aber durch Sichten einer Organisation die anfängt diese Bedürfniss zu befriedigen erfolgt ist (mir) schlicht wurscht.
Und wie von riri (an)geschrieben – eine gute Idee ohne erfolgreiche Durchsetzung am Markt ist eben keine Innovation sondern nur eine nette Idee – von der hat keiner was..
Wenn man CopyCats nicht mag macht man halt keine – so einfach ist das. .