Coqon

Licht im Wohnzimmer an oder aus? Mit Coqon soll man das sogar im Urlaub entscheiden können.

Eine App und eine Box. Mehr braucht es nicht zum intelligenten Zuhause – damit wirbt ein junger Smart-Home-Anbieter aus Bremen um Kunden.

Coqon heißt das System, mit dem Rasensprenger und Rollläden aus der Ferne zu bedienen sein sollen. Eine App leitet die Befehle über WLAN oder UMTS an ein zentrales Modul weiter, die sogenannte Qbox. Die sieht aus wie ein Router, steckt in einem unscheinbaren weißen Gehäuse und ist per Funk mit den einzelnen Komponenten im Haus verbunden. Die Qbox ist die Steuerungszentrale der Lösung. Das Unternehmen selbst bezeichnet sie als Herzstück.

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Und das hat seinen Preis: 399 Euro kostet die Basis-Variante. Wenn die Module hinter der Wand verschwinden sollen, ist beim Professional-Paket für 594 Euro der Handwerker inklusive. Dazu kommen die Kosten für die einzelnen Module des Systems: Dimmer, Bewegungsmelder, Überwachungskameras, Feuchtsensoren, Heizthermostate oder ganze HiFi-Systeme. Neben den eigenen sollen sich auch Elemente vieler anderer Hersteller anschließen lassen – weil Coqon mit Z-Wave Plus einen im Smart-Living-Bereich relativ verbreiteten Funkstandard unterstützt.

Als ein Alleinstellungsmerkmal nennt Coqon das Multi-Nutzersystem, über das der Administrator verschiedenen Nutzern bestimmte Berechtigungen und Rollen zuweisen kann. Ist das Türschloss mit der Qbox vernetzt, könnte der Hausherr zum Beispiel der Putzfrau erlauben, die Tür innerhalb eines Zeitfensters mit einem speziellen Chip zu öffnen.

Coqon ist ein Produkt der Neusta Next GmbH, einem Ende 2014 gegründeten Tochterunternehmen der Bremer Web-Agentur Team Neusta, die zuletzt in den Online-Marktplatz Kuenstlerstadt investierte. Neben Team Neusta sollen auch einige Business Angels an dem Unternehmen beteiligt sein, wer und wie viele, darüber wollte ein Sprecher keine Auskunft geben. Im Handelsregister findet sich keine Gesellschafterliste.

Andreas Kadler

Andreas Kadler arbeitete vorher bei der Telekom

Geschäftsführender Gesellschafter von Neusta Next ist Andreas Kadler. Vor seinem Wechsel nach Bremen war der 32-Jährige als Key Account Manager im Marktsegment Energie für die Telekom tätig.

Das Internet of Things ist nicht erst mit Coqon zu Hause angekommen: Tado aus München konzentriert sich auf die Steuerung von Heizungen und Klimaanlagen. Bei dem Smart-Home-Gerät der Stuttgarter Firma Codeatelier, Homee, lassen sich Funkfrequenzstandards nach dem Baukastenprinzip auf das Kernmodul setzen. Im internationalen Wettbewerb positioniert sich auch das US-Unternehmen Nest, das Anfang 2014 unter das Google-Dach wanderte. Nest stellt intelligente Heizungsthermostate und Rauchmelder her.

Smart Living ist in: Xing-Gründer Lars Hinrichs baut gerade ein Luxus-Apartmentgebäude in Hamburg, in dem Kühlschränke über Inhalt und Haltbarkeitsdaten informieren und sich Badewannen mobil fernsteuern lassen sollen.

Bild: Neusta Next