Steve Ballmer Microsoft Berlin Accelerator

Steve Ballmer in Berlin

Was ist 2013 passiert

Konzerne entwickeln schneller ein Startup-Förderprogramm nach dem anderen, als Lucky Luke schießt. Peng, startet hier ein Programm, rumms, geht da ein anderes los, schwupps ist Microsoft-Noch-Boss Steve Ballmer in Berlin, um den Startschuss für das Programm seines Unternehmens zu geben. Der Computerkonzern, der Lebensmittelverkäufer Rewe, die Supermarktkette Target, Brausehersteller Coca-Cola, die Versicherung Allianz,  Telefonica mit Wayra, der ProSiebenSat1-Accelerator, Plug&Play von Axel Springer mit prominentem Geschäftsführer, die Telekom mit Hubraum, Immobilienscout mit seinem You-Is-Now-Programm – jetzt schon ganz durcheinander und außer Atem?

Dabei ist die Liste sicher nicht vollständig, es fehlen vor allem die Programme, die nicht zu Konzernstrukturen gehören: zum Beispiel Seedcamp, Startupbootcamp, 500Startups und das große Vorbild natürlich, der Y Combinator. Selbst der deutsche Staat hat mit dem German Silicon Valley Accelerator ein Angebot. Und Europa wirbt mit der Startup Europe’s Accelerator Assembly.

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Besonders auffällig ist, wie sich große Unternehmen verstärkt an Gründer heranrobben. Das ist schick für das Image. So innovativ und modern wirkt es, wenn sich Konzernbosse mit jungen, dynamischen Gründern umgeben. Runter mit dem Vorstandsschlips, rein in die Jeans – und dann plaudern René Obermann und Timotheus Höttges von der Telekom auf ihrer „Langen Nacht der Startups“ mit Gründern.

Und Steve Ballmer haut auf seiner Veranstaltung ein paar Schoten raus, wobei er – auch das gehört zu den Standards in den Ansprachen von Konzernmanangern an junge Gründer – den eigenen Konzern etwas disst. Dabei bleiben die Vertreter natürlich immer im Rahmen. Und betonen auch, wie großartig so ein Konzern ist, wie „powerful“ – und wie Konzerne Startups helfen können mit ihrer Reichweite und ihrem Know-How.

Können sie tatsächlich auch. Aber Startups haben inzwischen auch gelernt, dass sie aufpassen müssen. Welches Programm passt wirklich? Was passiert bei Knatsch, vor allem dann, wenn er öffentlich wird? Besteht nicht Gefahr, dass die eigene Idee am Ende nur Teil der ausgelagerten Forschungsabteilung eines großen Konzerns wird?

Aber auch die Corporates wissen eben, dass sie aufpassen müssen. So schnell kann in dieser digitalen Welt ein Player entstehen, der das eigene Geschäftsmodell kaputt macht. Darum engagieren sie sich nicht nur mit Förderprogrammen für junge Startups, sondern schließen sich auch Company Buildern an, indem sie viel Geld geben. So wie Otto und Springer bei Project A.

So geht es 2014 weiter

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Im nächsten Jahr geht es ganz genauso wie 2013 weiter. Für Startups bieten die Förderprogramme ja oft tatsächlich einen guten Schub. Und Konzerne wollen weiter am Image arbeiten. Auch die Bahn kommt nun in der Startup-Szene an. Wer jetzt kalauert, „mit reichlich Verspätung“, liegt falsch: Next Station wird sicher nicht der letzte Accelerator eines großen Unternehmens sein.

Denn in Wahrheit müssen die alten Konzerne ins Digitalgeschäft, dafür brauchen sie die kleinen, innovativen, schnellen Startups. „Die Eisenbahn braucht unsere Hilfe, Jolly“, sagt Lucky Luke in der Folge „Schienen durch die Prärie“ zu seinem Pferd und reitet los.

Die besten Bilder der Langen Nacht der Startups

Lange Nacht der Startups

 

Bilder: Niklas Wirminghaus, Anke Vera Zink