Team_Crewmeister

Die Crewmeister-Crew mit Chris Obereder (ganz links) und CEO Florian Forster (ganz rechts)

Die Atoss Software AG entwickelt Lösungen zur Arbeitszeiterfassung und Personalplanung. Workforce-Management heißt das in der Fachsprache. So weit, so unspektakulär. Verwunderlich ist nur, dass der seit 1987 existierende Münchener Konzern ein Startup ausgegründet hat, das eine eigene Workforce-Lösung entwickelt – zur Arbeitszeiterfassung und Personalplanung. Wozu der eigene Klon?

Atoss Aloud, so der Name des Startups, soll so etwas wie die Miniatur-Ausgabe des Konzerns sein. Mit seiner Software Crewmeister richtet es sich an Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Dort können Angestellte mithilfe des Programms, im Browser oder per App, Arbeitszeiten festhalten und Urlaubszeiten planen. Die App speichert mittels GPS auch die Position des Mitarbeiters beim Ein- und Ausstechen. So kann zum Beispiel der Chef eines Bauunternehmens überprüfen, ob seine Bauarbeiter an Ort und Stelle sind.

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Nach eigenen Angaben des Crewmeister-Teams wird die Software sowohl von Startups als auch von mittelständischen Betrieben wie Metzgereien oder Reinigungsdiensten genutzt. Sie müssen seit Anfang des Jahres besonders auf die Dokumentation achten: Das Mindestlohngesetz schreibt vor, dass Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit genau protokolliert werden. Arbeitgeber, die das versäumen, müssen mit hohen Strafzahlungen rechnen.

Chris Obereder, Mitbegründer von Spiele-Apps wie Okay? und Psych, hilft Crewmeister bei der Vermarktung und Internationalisierung. Er sagt, im Vergleich zu seinen zahlreichen Wettbewerbern biete Crewmeister vor allem eine einfache Nutzeroberfläche. Zudem sei der modulare Aufbau der Plattform ein Abgrenzungsmerkmal: So könnten Betriebe beispielsweise nur das Feature zur Urlaubsplanung buchen, wenn die Zeiterfassung nicht benötigt wird. Weitere Add-ons sollen in absehbarer Zeit ins Repertoire aufgenommen werden.

Crewmeister wird aktuell von den Startups des Telekom-Inkubators Hubraum eingesetzt. Laut Obereder sollen auch Wayra, der Accelerator des Telekommunikationskonzerns Telefónica, und der Axel-Springer-Accelerator Plug and Play zugesagt haben, das Programm zu promoten. Der Marketing-Schachzug verschafft Crewmeister vor allem Bekanntheit, denn der Deal sieht vor, dass die Startups der Brutkästen die Plattform drei Monate lang kostenlos nutzen.

Crewmeister-CEO Florian Forster ist promovierter Informatiker und Betriebswirt. Im Anschluss an seine Universitätszeit arbeitete er drei Jahre als Berater bei der Boston Consulting Group. 2014 gründete Forster, im Hause Atoss Software, Crewmeister. Das Münchener Mutterschiff finanziert das Jungunternehmen weiterhin.

Bild: Crewmeister; Disclaimer: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.