crowdfunding-kampagne-5-tipps

Ein Beitrag von Grigory Zabelin, Mitgründer des Social Marketing Lab, einer Marketing-Agentur, die sich auf Crowdfunding-Projekte spezialisiert.

1. Landing-Page erstellen und E-Mail-Adressen sammeln

Dies ist der allerwichtigste Tipp für jeden, der eine ernsthafte Crowdfunding-Kampagne anlegen will. Die Idee ist, dass die Unterstützer-Community schon vor dem Kampagnenstart wächst, indem E-Mail-Adressen von potenziellen „Backern“ mittels einer Landing-Page generiert werden.

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Eine Landing-Page braucht im Prinzip nur zwei Elemente: Erstens, Bilder, die erklären, wie das Produkt funktioniert, und zweitens, einen ganz deutlichen Appell an die Landing-Page-Besucher, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen, um zukünftige Updates über das Produkt zu erhalten. Eine solche Landing-Page zu erstellen ist weder teuer noch schwer. Mithilfe von Tools wie Webflow kann es sehr schnell und ohne Programmierungshintergrund gemacht werden.

Viel schwieriger ist es, die Landing-Page bekannt zu machen und die E-Mail-Adressen der Besucher zu bekommen. Schafft ihr es nicht? Dann ist euer Produkt für Crowdfunding wahrscheinlich noch nicht bereit. Habt ihr mehrere Abonnenten außerhalb eures Freundeskreises? Großartig! Ihr könnt davon ausgehen, dass jeder Vierte euer Produkt unterstützen wird.

2. Euer Produkt bei Journalisten bekanntmachen

Je mehr über euer Projekt online berichtet wird, desto mehr Backer werdet ihr für euer Projekt begeistern können.

Um die Bekanntheit eures Produktes zu steigern, fangt mit einer Recherche über ähnliche Produkte an. Wer hat über diese Produkte bereits berichtet? Schreibt diesen Bloggern und Journalisten eine kurze E-Mail, um zu fragen, ob sie ihren Lesern von euem Produkt erzählen würden. Die E-Mail sollte nicht länger als drei bis sieben Sätze sein; muss aber ein schönes Produktbild und den Link zu eurer Landing-Page beinhalten.

3. Einen Inhaltsplan für die Kampagnenlaufzeit erstellen

Wie bringt ihr die Leute dazu, während der Kampagnenlaufzeit über euer Crowdfunding-Projekt zu reden? Durch teilbare Inhalte wie Bilder, Videos, GIFs und interessante Infos. Erstellt einen Inhaltsplan vor dem Projektbeginn und teilt diese Inhalte mit eurer Zielgruppe à la „Digital Storytelling“. Das ist wichtig, um eure Zielgruppe nicht zu überfordern, indem ihr euren gesamten Inhalt auf einmal bereits am Anfang ausstrahlt.

Dieselbe Vorgehensweise trifft auch auf eure Blogger-Kommunikation zu. Nachdem eure Kampagne gestartet ist und die ersten Artikel veröffentlicht sind, brauchen die Blogger jetzt weitere Gründe, um über euer Produkt zu berichten. Gebt ihnen diese! Passt aber darauf auf, dass eure E-Mails von Bloggern nicht als Spam empfunden werden.

Das Berliner Startup Senic war mit diesem Ansatz sehr erfolgreich. Es hat Tausende Leute dazu gebracht, sein Projekt anzuschauen, in dem es hochqualitative Artikel auf Medium.com veröffentlichte.

4. Cross-Promotions mit anderen Crowdfunding-Projekten machen

So funktionieren Cross-Promotions: Während eurer Kampagnenlaufzeit müsst ihr zuerst ein Crowdfunding-Projekt mit derselben Zielgruppe wie eure eigene finden. Am besten sollte es ein Produkt sein, das in Verbindung mit eurem eigenen verwendet werden kann. Kontaktiert dann den Betreiber dieses Projektes und bietet ihm an, euren Backern von seinem Projekt zu erzählen, wenn er das Gleiche auch für euch tut. Wenn ihr euch einig seid, schickt dem Projektbesitzer einfach einen kleinen Absatz, in dem ihr euer Produkt vorstellt. Diesen soll er dann mit seinem nächsten Update veröffentlichen.

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Cross-Promotions können ein sehr effektives Mittel sein, um die Anzahl eurer Unterstützer zu erhöhen. Grund dafür ist, dass üblicherweise über die Hälfte der Backer eines Projekts aus der Community des Crowdfunding-Portals stammen. Diese sind „Serien-Backer“, die immer wieder auf der Suche nach coolen neuen Produkten sind. Helft diesen Backern auch, von eurem Projekt zu erfahren. Auf dem Kicktraq.com-Blog könnt ihr mehr über das Thema Cross-Promotions lernen.

5. „Stretch-Goals“ gemeinsam mit euern Backern definieren

Stretch-Goals sind zusätzliche Vergütungsoptionen, die freigeschaltet werden können, wenn ein bestimmtes Finanzierungsziel getroffen wird. Ein häufiges Stretch-Goal ist es, eine zusätzliche Farbe für das Produkt anzubieten oder zusätzliche Software für das Produkt zu erstellen.

Sie sind auch ein Mittel dafür, um eure Backer spielerisch einzubeziehen (Gamification) und eure Finanzierungsziele zu erreichen. Wenn das Stretch-Goal ansprechend ist, können die Bestandsbacker entweder ihre eigene Spende erhöhen oder euer Projekt mit Freunden teilen. Eine Möglichkeit, um ein gutes Stretch-Goal festzulegen, ist es dabei, die Backer direkt nach ihrer Meinung zu fragen.

Bild: © panthermedia.net / pasiphae