Das Crowdfunding-Aufkommen in Europa von 2012 bis 2014

Deutsches Crowdfunding legt stark zu – bleibt aber verglichen mit anderen europäischen Ländern auf einem niedrigen Level. Das Volumen lag im Jahr 2014 bei 140 Millionen Euro. Immerhin haben sich damit die über Crowdfunding eingesammelten Gelder jährlich mehr als verdoppelt: Noch vor zwei Jahren wurden lediglich 31 Millionen Euro von der Crowd investiert. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Moving Mainstream der Universität von Cambridge in Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma EY (früher Ernst and Young) und nationalen Crowdfunding-Verbänden wie dem Deutschen Crowdsourcing Verband.

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Vor Deutschland liegen in absoluten Zahlen Großbritannien und Frankreich, wobei die Briten mit über 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2014 den Rest Europas weit hinter sich lassen. Schon 2012 war dort die Summe höher als gegenwärtig in Deutschland: Sie lag bei 350 Millionen Euro. Frankreichs Sektor verzeichnete 2014 154 Millionen vergebene Euro. Auf Deutschlands dritten Platz folgen Schweden, die Niederlande und Spanien.

Betrachtet man das investierte Kapital pro Kopf, liegt Deutschland sogar nur auf Platz acht in Europa mit 1,7 investierten Euro pro Nase. Hinter den Briten mit 36 Euro pro Kopf kommen dann die Esten auf Platz zwei: mit knapp 17 Euro. Das absolute Volumen liegt in dem kleinen Land bei 22 Millionen Euro im Jahr 2014.

In Europa wuchs der alternative Finanzmarkt im vergangenen Jahr insgesamt um 144 Prozent: von 1,2 Milliarden auf knapp drei Milliarden Euro. Klammert man die britischen Vorreiter aus, erhält man einen Zuwachs von etwa 80 Prozent von einem Marktvolumen von 338 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 620 Millionen Euro 2014.

Crowdfunding absolut und pro Kopf in Europa

Die Deutschen setzen laut Studie vor allem auf den Bereich Peer-to-Peer Crowdlending, wobei die Kreditplattform Auxmoney beinahe drei Viertel des Marktes auf sich vereint. Das Crowdinvesting ist in den vergangenen zwei Jahren allerdings am stärksten gewachsen. Die Plattformen Seedmatch und Companisto haben dabei mit Abstand den höchsten Marktanteil im Crowdinvesting.

Allerdings stehen deutsche Crowdfunding-Portale vor einem großen Problem: dem Kleinanlegerschutzgesetz. Laut des neuen Gesetzesentwurfs würden beispielsweise Crowd-Finanzierungen von über einer Million Euro und einzelne Investments ab 10.000 Euro unter die Prospektpflicht fallen. Das würde bedeuten, dass Anleger ein sogenanntes Vermögensanlagen-Informationsblatt ausdrucken, unterschreiben und an die Crowdfunding-Plattform zurücksenden müssen. Am Donnerstag wird das Gesetz im Parlament diskutiert.

Marktanteile der Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland 2014
Bilder: germancrowdfunding.net