Delivery Hero will sich in den nächsten Monaten aus China verabschieden. Schuld sei der „alles andere als gesunde“ Wettbewerb, so CEO Niklas Östberg gegenüber TechCrunch. Wohlfinanzierte Mitbewerber wie Ele.me oder Baidu Waimai würden zu aggressiv um neue Kunden werben. Dabei setzten sie auf teure Marketing-Aktionen wie kostenlose Mahlzeiten oder verzichteten auf Gebühren für Restaurants.

„Es wird wahrscheinlich jemanden geben, der in China eine Menge Geld machen wird“, so Östberg weiter. „Aber das dafür notwendige Investment wird sehr hoch sein.“ Wie hoch genau, das sei ungewiss. Die langfristige Rendite sei daher zu unberechenbar und passe nicht in die Investment-Kriterien von Delivery Hero.

Der Berliner Lieferdienstvermittler ist in China mit seiner Plattform unter dem Namen Waimai Chaoren vertreten. Ob man diese nun verkaufen wolle oder das Geschäft einfach auslaufen lasse, sei noch nicht entschieden, kommentiert Östberg auf Nachfrage von TechCrunch. Laut Informationen des US-Magazins könnte das 1.000 Mitarbeiter den Job kosten. Niklas Östberg allerdings dementiert: Die Zahl liege „deutlich unter 1.000“.

Update vom 03. März 2016: Laut Informationen von Delivery Hero beträgt die aktuelle Belegschaft in China derzeit „etwas weniger als 400“ Mitarbeiter. Ob diesen nun gekündigt wird, sie an anderer Stelle im Unternehmen eingesetzt werden oder es doch noch zu einer Übernahme kommt, dazu wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht äußern.

Der Rückzug aus einem der wichtigsten asiatischen Märkte dürfte auch dem nahenden Börsengang geschuldet sein. Offenbar wird das Unternehmen dabei von der Citigroup, Goldman Sachs und der Deutschen Bank beraten. Noch im vierten Quartal dieses Jahres könnte es für Delivery Hero aufs Börsenparkett gehen.

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Die Berliner hatten sich vor wenigen Wochen bereits von 30 Entwicklern getrennt. Den Schritt begründete das Unternehmen damit, sich stärker „auf technologische Kernprojekte zu fokussieren“, für den schlankere Strukturen benötigt würden. Die Sparmaßnahmen könnten ein Signal an zukünftige Investoren sein, um beim IPO solide dazustehen.

TechCrunch mutmaßt, dass sich das Berliner Einhorn, das zuletzt mit drei Milliarden bewertet wurde, nun mit neuen Ressourcen etwa seiner B2B-Logistikplattform Valk Fleet widmen werde.

Bild: Screenshot Waimai Chaoren; Die erste Version dieses Artikels erschien am 02. März 2016