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Muss abtreten: der bisherige Delivery-Hero-CTO Brian Walker

Für ein Startup im Wachstumsmodus ist das ein ungewöhnlicher Schritt: Der Berliner Lieferdienstgigant Delivery Hero reduziert seine Entwicklermannschaft. 30 der bislang 190 Stellen im Tech-Bereich werden gestrichen.

Hintergrund sei die Entscheidung der Unternehmensführung, sich stärker „auf technologische Kernprojekte zu fokussieren“, heißt es in einer Mitteilung. Hierfür würden schlankere Strukturen benötigt. In den vergangenen Jahren war der Lieferdienstvermittler stark gewachsen, von 200 auf mehr als 1.000 Mitarbeiter. Im Tech-Bereich führte das offenbar zu einem gewissen Wildwuchs. Die Reorganisation, so hofft das Unternehmen, werde Entwicklungszyklen und Prozesse beschleunigen. Gleichzeitig dürfte sie auch zu einer spürbaren Entlastung auf der Kostenseite führen.

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Mit der Neuordnung kommt auch ein neuer CTO: Der bisherige Technikchef Brian Walker, der 2014 vom Konkurrenten Grubhub kam, wird abgelöst. Interims-CTO wird Scott Fletcher, bislang CEO der britischen Tochter Hungryhouse.

Ein Delivery-Hero-Sprecher betonte gegenüber Gründerszene, der Saldo des Mitarbeiterwachstums bleibe trotz der Stellenstreichungen positiv. Die Wachstumsraten des Unternehmens seien außerdem „weiterhin außerordentlich“. Im Januar habe die Plattform mehr als 14 Millionen Bestellungen verarbeitet, mehr als doppelt so viel wie im Januar 2015.

Das Berliner Unternehmen hat einen Börsengang weiter fest im Visier: Zuletzt wurde bekannt, dass Citigroup, Goldman Sachs und die Deutsche Bank Delivery Hero zu einem möglichen IPO beraten sollen. Der Abbau teurer Entwicklerstellen dürfte daher auch als Signal für zukünftige Investoren zu verstehen sein.

Bild: Delivery Hero