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Seit zwei Tagen ist die dritte Staffel von „Die Höhle der Löwen“ Geschichte – doch die Diskussion um die Sendung geht weiter. Die DHDL-Fangemeinde beschäftigt vor allem die Frage: Warum hat Investor Jochen Schweizer – laut Marktforschung der mit Abstand beliebteste „Löwe“ – die Sendung wirklich verlassen? Und gibt es tatsächlich Zoff unter den fünf Juroren?

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Gestern hatte die Bild-Zeitung berichtet, das Verhältnis unter den Investoren sei teilweise „zerrüttet“. Gegenüber der Zeitung hatte sich Investor Frank Thelen über die Art und Weise von Schweizers Abschied beschwert: Der Event-Unternehmer habe die anderen „Löwen“ nicht vorher informiert, sondern den Ausstieg via Pressemitteilung verkündet – und das nur wenige Stunden vor dem Staffelfinale. Nicht namentlich genannte Quellen insinuierten in dem Artikel außerdem, Schweizer sei unzufrieden mit seinen Investments und habe ein „Ego-Problem“.

Gegenüber Gründerszene nimmt Schweizer heute noch einmal Stellung zu den Vorwürfen.

Zu den Berichten, wonach sich die Investoren verkracht hätten, sagt der Ex-„Löwe“: „Es stimmt einfach nicht, dass es ein Zerwürfnis unter allen ‚Löwen‘ gibt. Dass Frank Thelen nicht mein Freund ist, ist mir jetzt klar geworden. Manche ‚Löwen‘ kommen mit mir eben super aus, andere weniger gut. Mit Ralf Dümmel zum Beispiel verstehe ich mich blendend.“

Hinter vorgehaltener Hand heißt es aber auch im Lager anderer Investoren, dass Schweizer mit seinen Alleingängen genervt habe. Er habe über Gebühr viel Werbung in eigener Sache gemacht und Starallüren gezeigt. Sauer aufgestoßen ist den anderen Juroren neben dem Abschied via Pressemitteilung insbesondere ein großes Porträt über Schweizer in der Süddeutschen Zeitung, das am Tag nach dem Staffelfinale erschienen ist. Den anderen „Löwen“ hat Schweizer nach Gründerszene-Informationen heute Morgen eine SMS geschickt und Einzelgespräche angeboten.

Zu dem Vorwurf von Thelen, der Abschied vor der letzten Sendung sei schlechter Stil gewesen, sagt Schweizer: „Ich finde, mein Vorgehen war völlig okay. Die Berichterstattung über meinen Ausstieg hat die Quote am Abend noch einmal gestützt. Selbstverständlich hatte ich die Entscheider bei Vox und Sony vorher informiert. Ich bin allerdings nicht in einer Position, in der ich Herrn Thelen über mein weiteres Vorgehen informieren müsste.“

Schweizer will auch noch einmal über die Hintergründe seines Ausstiegs aufklären. Über den Aufwand, den er für die Sendung betrieben hat, sagt er: „Die meisten Leute glauben, man muss einfach 20 Tage im Fernsehstudio sitzen und damit ist das getan. Das ist aber nicht so. Ich habe Bilanz gezogen – und pro Staffel habe ich fast 100 Tage Zeit in die ‚Höhle der Löwen‘ investiert. Angenommen, ich mache zehn Deals und sieben davon klappen: Dann brauche ich nach den knapp 25 Drehtagen erst einmal weitere zehn mal zwei Tage, um die Startups richtig kennen zu lernen. Dann kommt die Due Diligence. Dann pro gelungenem Deal weitere drei oder vier Tage, an denen ich mich um die Gründer kümmere. Macht 60 bis 70 Arbeitstage – noch vor der Ausstrahlung. Danach muss man permanent für Interviews und Rückfragen bereit stehen, sich um die Startups kümmern.“

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Diesen Aufwand, so Schweizer, könne er 2017 nicht noch einmal leisten. Über seine Zukunftspläne sagt er: „Weil ich nächstes Jahr in München meine Arena eröffne, mich um große Projekte in Berlin und in Luzern kümmern muss und ’nebenbei‘ noch meine Unternehmensgruppe leite, kann ich realistisch gesehen nicht 100 Tage in DHDL investieren, so sehr mir die Mitarbeit in der Show auch Spaß macht. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig – sonst mache ich es gar nicht.“

Entschieden widerspricht Schweizer auch dem Gerücht, er sei mit der Performance seiner Investments nicht zufrieden. Über seine DHDL-Bilanz sagt er: „Ich bin mit meinen Investments sehr zufrieden: Hip Trips zum Beispiel, das ist natürlich kein schneller Exit Case – aber die schreiben dieses Jahr schwarze Zahlen und ich werde mein Eigenkapitalinvestment schon nach zwei Jahren wieder drin haben. Oder die Protein Power Shakes von Frooggies, die kommen super gut im Markt an. Ich könnte nicht zufriedener sein.“

Bilanz der TV-Show: So viel hat jeder Löwe in der dritten Staffel investiert

So viel hat jeder Löwe in der dritten Staffel investiert

26 Deals fanden in der aktuellen Staffel von DHDL tatsächlich statt. Besonders aktiv war der neueste Löwe, Ralf Dümmel, der mehrere Millionen investierte.

Bild: Getty Images / Ian Waldie