Teil II: Geschäftsmodelle im Social Commerce

Dawanda – Individualität für Alle

Es sind kreative Menschen die etwas ganz besonderes, einzigartiges und orginelles suchen die sich auf dem Marktplatz für Selbstgemachtes von Dawanda zum Basteln 2.0 treffen. Wobei der Begriff basteln unterschwellig nach Zeitvertreib im Kindergarten klingt. Das hören die beiden Gründer Claudia Helming und Michael Pütz gar nicht gern. Der Großteil der Menschen die Handgemachtes anbieten sind nämlich gewerbliche Produzenten im semiprofessionellen Bereich. Die Auswahl im Marktplatz ist so bunt wie die Visitenkarten der beiden Gründer. Produziert und angeboten werden Kleidung, Kunst, Schmuck, Wohnungseinrichtungsgegenstände und es gibt sogar eine Rubrik für Haustiere. Wie wäre es z.B. mit einem individuellen Bett für ihren Hund? Oder ein Halfterüberzug für ihr Pferd mit desen Namen drauf? Das ist wahrhaftig Individualität für alle.

Derzeit verkaufen über 2000 Dawanderianer um die 13.000 Artikel. Das Einstellen der Produkte geht einfach und ist kostenlos. Dawanda erhebt lediglich eine Provison von 5% auf den Verkaufspreis. Bei Problemen mit der Einbindung von Produkten und dem Verkauf hilft Dawanda gern. Neben direktem Support gibt es auch offline Material wie Postkarten das den Produzenten helfen soll für ihre Produkte und damit Dawanda zu werben. Nachrichten-, Kommentar- und Bewertungsfunktionen machen es leicht, mit Mitgliedern und Produzenten in Kontakt zu treten und Produkte zu bewerten. Bei Dawanda haben die Produkte ein Gesicht. Mit einem Klick kann ich sehen, dass das Zitronen Sitzkissen für 39EUR von dem Mitglied pfilzregen gemacht wurde und was dieser auserdem noch zu bieten hat. Andere Mitglieder können sich zum Produkt äußern und geben mir so die Möglichkeit meine mit deren Meinung abzugleichen oder mich gar von ihen überzeugen zu lassen.

Verkäufer und Kunden kommen sich dadurch wieder so nah wie früher im Tante Emma Laden berichtet die Zeit Ende letzten Jahres und Claudia sieht darin auch einen klaren Trend. Konsumenten möchten Transparenz. Sie möchten wissen wo ihr Produkt herkommt und durch welche Hände es geschaffen wurde. Durch dieses Wissen gehen Kunde und Produzent eine Beziehung ein, die weit über den normalen Produktkauf im Supermarkt hinaus geht und den geschätzten Wert des gekauften Schmuckstücks enorm erhöht. Mit einem Schaukebär Hugo zum Beispiel, kann der Käufer beim Kindergeburtstag nicht nur mit einem orginellen und individuellen Geschenk aufwarten, sondern hat auch eine Geschichte über die Herkunft von Hugo im Gepäck. Douglas Rushkoff hat in seinem Buch „Die neue Renaissance“ auch eine Bezeichnung für diesen Mehrwert. Er nent es „Soziale Währung“ und ist der Meinung, dass die Anerkennung und Wertschätzung des Produktes die ich von meinen Mitmenschen bekomme immer stärker als Kaufanreiz in den Vordergrund rücken wird.

Im Dezember 2006 gegründet haben sich Claudia und Michael am Anfang selber finanziert. Nach der Integration des Wettbewerbers Sozeug Anfang diesen Jahres stiegen dann Holzbrink und Spreadshirt bei Dawanda ein. Inzwischen gibt es Dawanda auch für den englischen und französichen Markt. Ein Relaunch der Seite ist im Sommer geplant. Neben einem kleinen PR Budget welches über eine Agentur gehändelt wird gibt es auch Widgets mit denen die Mitglieder für ihre Lieblinge auf dem Blog oder der Webseite werben können. Lustiger Weise hat sich herausgestellt das es vor allen viele aktive Nähblogger gibt. Ja ja auch die Oma hatte beim Stricken immer schon viel zu erzählen. Nur hätte sie bestimmt nicht gedacht, dass ihr Hobby für die Selbstverwirklicher der jetzigen Generation bei Dawanda zur Berufung werden würde.

Dawanda in Zahlen:

Gründung: Dezember 2006

Gründer: 2

Mitarbeiter: 4

Nutzer: über 2000 Produzenten

Artikel: 13.000 Artikel

Anzahl der Produkte des Top-Verdieners im Shop: 48
Anzahl Produkte des Produzentens mit den meisten Produkten im Shop: 118

Produkt mit dem höchsten Preis: 14.500 EUR (Nachbau eines Cembalos von Friedrich des Großen von Williamhorn)
Produkt mit dem niedrigsten Preis: 0,10 EUR (Papierperlen von Rodie)

Augefallenstes Produkt (Meinung des Autors): 49 EUR (Schallplattentasche „for your record“)
Alltäglichstes Produkt (Meinung des Autors): keins gefunden, jedes hatte einen individuellen Note (Ehrenindianerwort, ich dachte ich finde eins)

Lieblingsprodukt von Claudia: 350 EUR (Lampen von David Heinrichs)
Lieblungsprodukt con Michael: 35 EUR (Salz- und Pfefferstreuer von Artwood)

Google Treffer: 307.000
Technorati: 576

Bisher erschienene Artikel der Serie:

Teil I: Vom E-Commerce zum Social Commerce
Teil II Geschäftsmodelle im Social Commerce: Dealjaeger – Menschlicher Preisvergleich

[Marko]